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In zahlreichen Gemeinden der Buckligen Welt:
Integration: Ein heißer werdendes Eisen Drucken E-Mail
Johann Tomsich   
Donnerstag, 19. November 2009
Für Lesestoff á la Boulevard um Fremdenrecht, Asylanträge, Asylverfahren, Asylmissbrauch, Abschiebung, Schlepper und Kriminelle ist der „Bote aus der Bucklige Welt“ nicht das geeignete Medium. Im folgenden Artikel geht es daher allein um die Integration von Menschen in unserer Gesellschaft. Um Menschen, die das Recht erworben haben, hier bei uns zu leben und zu arbeiten.

Integration: Ein heißer werdendes Eisen 4migration.jpgAuf die Integration von Mädchen  in das Berufsleben wird bei manchen türkischen Migrantenfamilien immer weniger Wert gelegt.
(Symbolfoto © iStockphoto/Juanmonino)


Eine sachliche Diskussion um das Thema Migration sollte man sich in unserem Land nicht erwarten. Dafür gibt es zu viele Pro und Kontras, die unter anderem mit der Befindlichkeit der österreichischen Seele und einem permanenten Wahlkampfgetöse zu tun haben.
Außer Acht gelassen wird in der Diskussion, dass Österreich schon in der Vergangenheit zu wenig Arbeitskräfte gehabt hat und es noch viele Jahre lang haben wird. Allein durch die starke Alterung wird in unserem Land die Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter zwischen 2019 und 2030 um fünf Prozent sinken.

Fördern ja - aber auch fordern
Junge Menschen mit Migrationshintergrund haben es auf dem Arbeitsmarkt schwerer als Inländer. Was vielen logisch erscheint, hat aber laut einer Studie einen Haken. Nicht die Jungmigranten, die vor Kurzem nach Österreich gekommen sind, haben die größten Probleme im Wirtschaftsleben Fuß zu fassen. Nein, es sind ausgerechnet jene Kinder, die bereits in Österreich geboren wurden. Ein überwiegend hoher Anteil davon sind Türken. Eine mögliche Schlussfolgerung wäre: Die angebotenen Förderungen wurden nicht entsprechend angenommen.
Das mag unter anderem auch damit zu tun haben, dass sich stark religiös orientierte Muslime relativ schlecht in Österreich integrieren. Deren Werte und Einstellungen zur Arbeitswelt sind nicht so wie die unseren. Eine gewisse „fundamentale“ Tendenz, die sogar das islamische Recht  im österreichischen Jus-tizsystem eingeflossen sehen möchte, ist daher für die Politik ein Warnsignal.
Der Vorschlag von Innenminis-terin Maria Fekter, die bekanntlich eine „Frau für‘s Grobe“ ist, geht dahin, die Auszahlung der Familienbeihilfe an eine Ausbildung zu knüpfen. Es gibt aber auch Stimmen aus dem AMS, die meinen, dass Druck Gegendruck erzeugt und daher für mehr Motivation plädieren.

Deutsche Sprache als Schlüssel der Integration
„Funktionierende Integration braucht Spielregeln, die für alle gelten“, stellt der Integrationssprecher der ÖVP im Nationalrat, Bad Erlachs Bürgermeister Hans Rädler, klar. Und ist damit auf der Linie „seiner“ Innenminis-terin: „Zur Integration gehören ordentliche Deutschkenntnisse, eine geregelte Arbeit, der Respekt vor der österreichischen Rechtsordnung sowie Religion als individuelles Recht, nicht aber als politisches System anzuerkennen.“
Die berufliche Qualifikationspflicht, wie von der Innenministerin vorgeschlagen, sieht er ähnlich: „Sie ist ein weiterer Schritt zu mehr Integration. Gerade das sollte aber im Interesse der Eltern sein.“
Die klare Linie der ÖVP wird von den Grünen als zu streng beklagt und von FPÖ und BZÖ als zu weich gegenüber Zuwanderern gesehen. „Damit weiß ich mich auf dem richtigen Weg“, stellt Fekter trocken fest. In vielen Dingen gäbe es auch mit der SPÖ einen Konsens. Sie werde  aber immer öfter zu einem Gefangenen ihres linken Lagers. Konträr dazu wolle sie vermeiden, dass ihr die Freiheitlichen noch mehr Wähler wegschnappen.“

Unterschiedliche Situation in unserer Region
Migranten gehen mit ihren Familien dorthin, wo es Arbeitsplätze gibt und wo die Verkehrsbedingungen ideal sind. Geradezu prädestiniert scheinen ihnen dafür die Städte Wiener Neustadt und Neunkirchen zu sein. Mit der Bildung von Ghettos, vor allem in diesen Städten, äußerst sich in der Folge ihr Integrationsunwille.
Noch nicht ganz so schlimm ist es in den Umlandgemeinden dieser Bezirkshauptstädte. Alte, leerstehende zum Verkauf angebotene Häuser werden dort vermehrt von Migranten oder deren Kindern gesucht, gekauft und umgebaut. Kinderreiche Großfamilien sind in diesem Falle typisch.
In dieser Hinsicht gibt es aber auch einen anderen Aspekt. Franz Schabauer, Amtsleiter der am südlichsten Zipfel der Buckligen Welt gelegenen Marktgemeinde Hochneukirchen-Gschaidt, verweist auf eine völlig verdrehte Situation: Die bodenständige Bevölkerung wird im Kerngebiet der Buckligen Welt langsam weniger, die Abwanderung wird aber nicht mehr aufgefüllt. Auch nicht durch Zuwanderer mit Migrationshintergrund.
Jede Sache hat bekanntlich zwei Seiten...

 
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