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BrauchBares |
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Ohren- und Augenweide im Mai |
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Gabriele Burian
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Dienstag, 15. April 2008 |
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Spätestens im viel besungenen Mai drängt uns Menschen das unbändige Wachsen und Blühen in der Natur dazu, der Lebensfreude Ausdruck zu verleihen. Wer singt, summt oder pfeift sich da nicht gern ein Lied?
Oder würde gern zwitschern wie ein Vogel? Mit einem Maipfeiferl gelingt’s.
Steigt im Frühjahr der Saft in die Bäume, eignet sich das Holz der Korbweide besonders gut, ein einfaches, hübsches Instrument daraus zu schnitzen: ein Felberpfeiferl, auch „Pfoarzn“ genannt. Dafür benötigt man einen etwa 10 cm langen und 2 cm starken, gerade und glatt gewachsenen Teil eines Astes. Für das Mundstück schneidet man sauber eine Kerbe in die Rinde am oberen Ende und klopft dann mit Geduld, Sorgfalt und einem Sprücherl die Rinde weich.
Pfeiferl, Pfeiferl, geh,
sunst wirf i di in Schnee,
sunst wirf i di in Schindagrabn,
dort fressn di die Rabn!
Dann zieht man vorsichtig den Holzkern heraus und teilt ihn in zwei Teile, für das Mundstück und den hinteren Teil, mit dem man, zieht man ihn hin und her, die Tonhöhe verändern kann. Beide Teile werden in die Rindenhülle zurückgeschoben – die Ohrenweide ist fertig.
Eine Augenweide sind die Resultate des Urhandwerks Flechten. Aus den Zweigen der Korbweide können auch Zäune, Möbel und Behälter gefertigt werden. Stellte man im 18. Jahrhundert einem unerwünschten Ehewerber einen Weidenkorb hinter die Tür, war die symbolische Botschaft klar: er hatte einen Korb erhalten.
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