Alle Wege führen nach Mariazell

von -
20
Josef Morgenbesser aus Kirchberg ist schon knappe 80 Mal nach Mariazell gepilgert, passend dazu feiert er heuer seinen 80. Geburtstag

Weitwandern und Pilgern ist heute in aller Munde. Die Zahl der Wallfahrer steigt stetig, egal ob zur Selbstfindung, aus spirituellen Gründen oder einfach der Erfahrung wegen. Eines der bekanntesten Ziele eines Pilgerweges in Öster­reich ist mit Sicherheit Mariazell. Unter dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ gibt es verschiedenste Wandermöglichkeiten, um dorthin zu gelangen.

Riki Auerböck (links) geht seit der Geburt ihres ersten Enkelkindes, damals war sie 40 Jahre, nach Mariazell. So an die 30 Mal pilgerte sie dorthin. Foto: zVg
Riki Auerböck (links) geht seit der Geburt ihres ersten Enkelkindes, damals war sie 40 Jahre, nach Mariazell. So an die 30 Mal pilgerte sie dorthin. Foto: zVg

So hatte es sich im Jahr 2009 die Dorferneuerung Krumbach mit den ungarischen Pilgern zur Aufgabe gemacht, den traditionellen, internationalen Pilgerweg nach Mariazell durch die Bucklige Welt und das Wechselland zu beschildern.

„Marienpilgerweg“

Dieser führt von Rumänien durch ganz Ungarn über das Burgenland und macht schließlich in Kirchschlag in der Buckligen Welt Station. Von hier sind es dann über Krumbach, Aspang, Kirchberg, Raach, Maria Schutz, das Höllental, Schwarz­au im Gebirge, das Preintal über den Gschaidlpass, den Lahnsattel und das Halltal fast 127 Kilometer bis nach Mariazell.

Wanderwege in allen Varianten

Doch es gibt noch viele andere Pilger- und Wanderwege nach Mariazell. Einer, der das ganz genau wissen muss, ist Josef Morgenbesser aus Kirchberg am Wechsel. Er feiert heuer seinen 80. Geburtstag und ist bereits knappe 80 Mal nach Mariazell gepilgert, von den verschiedensten Orten aus. Noch heuer wird er zum Pfingstwochenende wieder aufbrechen. „In all den Jahren musste ich erst einmal eine Wallfahrt wegen starken Schneefalls abbrechen“, erinnert sich der rüstige Bergfex. „Es war so ein nasser Schnee, dass dieser sogar
Bäume knickte. Das wäre im Gebirge zu gefährlich gewesen.“ Anfangs ging er mit einer Aspanger Gruppe, dann mit einer Wiener Partie. „Mein ältester Sohn ging anfangs in vier Tagen von Wien nach Mariazell, das wollte ich auch probieren.“ Er wanderte aber auch schon von Kirchberg in zwei Tagen in den Wallfahrtsort. Dabei legte er fast 50 Kilometer am Tag zurück. Start der Tour war um drei Uhr früh.

Urkunde beim 50. Eintreffen

„Seit 1987 gehe ich etwa dreimal im Jahr nach Mariazell. Zum 50-jährigen Jubiläum bekam ich in der Kirche eine Urkunde überreicht“, so Morgenbesser. Wetterkapriolen hat er so ziemlich alle mitgemacht. „Einmal hat es in den ganzen vier Tagen nur zwei Stunden nicht geregnet.“ Seine Beweggründe: die Kameradschaft unter den Pilgern, der Fitnessaspekt und das Naturerlebnis. „Es gibt Wanderwege aus fast allen Bundesländern nach Mariazell, die haben alle die gleiche Nummer 06.“

Aspangerin begann mit 40 zu pilgern

Riki Auerböck beschloss anlässlich der Geburt ihres ersten Enkelkindes, die Tour nach Mariazell zu wagen. Bis heute ist sie 30 Mal gepilgert und hat ebenfalls allen Wetterverhältnissen getrotzt. „Als es vor ein paar Jahren den heißen Sommer gab, haben sich meine Schuhsohlen aufgelöst durch die große Hitze“, erinnert sie sich. Sie braucht von Aspang für die 104 Kilometer-Strecke drei Tage. An den ersten beiden Tagen heißt das: zehn Stunden reine Gehzeit. Sie wählte mit ihrer Gruppe in den letzten Jahren immer den Weg über die Pretul, die Waldheimat, Mitterdorf und über die Veitsch. „Wir gehen immer Ende August, Anfang September“, so Auerböck.