Tourismus: Kommen, um zu bleiben – vom Tagesgast zum Urlaubsgast

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Ausflugs-Angebote für Familien: In Mönichkirchen kann man etwa am Wildwasser-Weg wandern. Foto: Wiener Alpen/Lierzer

Die Angebote rund um die Therme in Bad Erlach haben sich positiv entwickelt. Das ist die gute Nachricht. Die weniger gute: Im gesamten Wiener Alpen-Raum, zu dem auch die Bucklige Welt und das Wechselland gehören, sind die Nächtigungszahlen rückläufig. Mit speziellen Packages will man daher den Ausflugsgast zum Bleiben „überreden“.

Ausflug mit Ausblick: Panorama-Sicht am Türkensturz
Ausflug mit Ausblick: Panorama-Sicht am Türkensturz

In der Buckligen Welt und dem Wechselland ist die „Wiener Alpen in NÖ GmbH“ die oberste Instanz, wenn es um das Thema Tourismus geht. Rund um die vier „Portal-Orte“ Bad Erlach, Bad Schönau, Kirchberg und Mönichkirchen wurden Angebote geschaffen, die Tages- und Urlaubsgäste in die Region locken sollen. Während man mit der Wintersaison in den Skigebieten sehr zufrieden ist – sowohl Mönichkirchen-Mariensee als auch das neue Angebot in St. Corona mit dem Familienskiland ziehen eine positive Bilanz – geht die Aufenthaltsdauer in den Wiener Alpen zurück.

Zusammenarbeit verbessert

Im Rahmen der Vollversammlung des Vereins Thermengemeinden rund um Bad Erlach zog Geschäftsführer Wolfgang Fischl grundsätzlich aber eine äußerst positive Bilanz für das Jahr 2016 und hob die zunehmende professionelle Zusammenarbeit der Thermengemeinden bei der touristischen Entwicklung hervor. Neben den neuen gemeinsamen Werbemitteln und den Impulsveranstaltungen für das neu geschaffene Rad-, Wander- und Walkingnetz startete der Verein 2016 eine viel beachtete Initiative für Oldtimertouren in den Thermengemeinden und der Region Bucklige Welt. Es wurde dafür ein eigener Oldtimer-Folder aufgelegt, der sich bei Freunden klassischer Fahrzeuge großer Beliebtheit erfreut.

Zudem wurde auf vielfachen Wunsch eine gemeinsame Postkarte kreiert, die allen Gästen und Besuchern der Thermengemeinden gratis zur Verfügung steht.

Ankünfte stabil, sinkende Nächtigungen

Wiener Alpen-Geschäftsführer Markus Fürst hatte im Rahmen der Vollversammlung schließlich die undankbare Aufgabe, die weniger erfreuliche Botschaft zu überbringen. Im vergangenen Jahr wurde in der gesamten Region der Wiener Alpen ein Nächtigungsminus verzeichnet. Vom Schneeberg bis in die Bucklige Welt ist das eine Nachricht, die vor allem Hoteliers und Betreiber von Beherbergungsbetrieben – rund um die Therme in Bad Erlach sind einige neue entstanden – nachdenklich stimmen dürfte. Bad Erlach verzeichnete ein Minus von 5 Prozent, Katzelsdorf ein Minus von 22 Prozent, Lanzenkirchen ein Minus von
18 Prozent, Pitten ein Minus von 27 Prozent und Walpersbach ein Minus von 13,8 Prozent.

Die Anzahl der Ankünfte blieb jedoch gleich. Wie es scheint, bleiben die Gäste einfach nur kürzer in der Region, wodurch der Rückgang an Nächtigungen zu erklären ist.

Negativ-Trend gegensteuern

Die Zeiten wochenlanger Sommerfrische sind zwar längst vorbei, aber mit den passenden Ideen sollen die Besucher zumindest etwas länger zum Bleiben animiert werden. Wichtig sei es daher laut Fürst, sich verstärkt als Kurzurlaubsdestination zu positionieren und Nächtigungsangebote für zwei bis drei Tage zu verbessern. Übernachtungs-Packages sollen dafür geschnürt werden. Die Devise lautet: „Vom Tagesgast zum Urlaubsgast“.

Eine große Chance für die gesamte Region sieht Fürst in der Landesausstellung 2019 in und rund um Wiener Neustadt. Hier gelte es ganz besonders, verstärkt attraktive Gruppenangebote zu erstellen.

Zur Landesausstellung gibt es in den Thermengemeinden bereits konkrete Pläne: In Lanzenkirchen begibt man sich auf die Spuren der Bourbonen, Pitten präsentiert „Zeitspuren im Land der 1.000 Hügel“, Katzelsdorf zeigt in der Zinnfigurenwelt „Die Bucklige Welt im Kleinen“ und in Bad Erlach wird man ein Projekt zum Schicksal der jüdischen Bevölkerung erarbeiten.