40 Jahre im Dienste der Burgerhaltung

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Kastellan Josef Vollnhofer (re.) und Vorstandsmitglied Mag. Franz P. Wanek bei der Sonderschau im Stadtmuseum

Gäbe es ihren unermüdlichen Einsatz nicht, die Burg Kirchschlag wäre wohl heute kein Wahrzeichen, sondern eher ein Steinhaufen. Heuer feiern die Mitglieder des Burgerhaltungsvereines unter der Leitung von Josef Vollnhofer 40. Geburtstag.

In der Burg wurden Teile einer Kanone gefunden, die nun im Museum zu sehen sind
In der Burg wurden Teile einer Kanone gefunden, die nun im Museum zu sehen sind

Seit Mitte der 70er Jahre ist die Burg Kirchschlag Eigentum der Stadtgemeinde. Als im Jahr 1979 Pioniere des Bundesheeres den Brückenschlag zum Feuerturm realisierten, war das für Kirchschlag ein Meilenstein, denn endlich konnte man wieder problemos in die Burg hinein. Gleichzeitig fing damit aber auch die Arbeit an, denn der Zustand des Gemäuers war alles andere als erfreulich.

Vor 40 Jahren war Dr. Bruno Schimetschek Gründer und erster Obmann des Burgerhaltungsvereines. In Zusamenarbeit mit der Gemeinde und dank der Spenden der Bevölkerung wurde die Burg regelmäßig vor dem Verfall bewahrt. Etwa als im Jahr 1989 der Feuerturm einstürzte und von den Mitgliedern des Burgerhaltungsvereines und Freiwilligen wieder aufgebaut wurde. In all den Jahren wurde der Burgerhaltungsverein immer wieder von der Firma Handler Bau großzügig unterstützt. „Seit die Burgarbeiten im Gang sind, hat uns die Firma Handler geholfen, dazu kam viel Eigenleistung und Hilfe von Freiwilligen“, so Alt-Vizebürgermeister Alois Pürrer.

Fass ohne Boden

Aquarell „Haupttor“ von Johann Adam Klein
Aquarell „Haupttor“ von Johann Adam Klein

Seit dem Jahr 2000 ist Josef Vollnhofer Obmann des Vereins und gleichzeitig Kastellan (Burghauptmann), ein Titel den er von der Stadtgemeinde ehrenhalber verliehen bekam. „Ich habe mich schon immer für Kunstgeschichte und Archäologie interessiert. Das ist nun eine Aufgabe, bei der ich mich so richtig austoben kann“, so Vollnhofer. Wenn gerade besonders viel zu tun ist, kann seine Arbeit an der Burg die Ausmaße eines Vollzeitjobs annehmen. Und zu tun ist immer etwas. „Die Burg ist eine ständige Baustelle, ein Fass ohne Boden.“ Der Kastellan überwacht nicht nur die Bauarbeiten, sondern überprüft regelmäßig, wo was am dringendsten zu tun ist, mäht und macht Pläne für weitere Sanierungen. Derzeit etwa bei einer Mauer, die sich nach Außen neigt.

Feiern will der Burgerhaltungsverein das runde Jubiläum nicht. „Wir verwenden das Geld, das wir von den Mitgliedern und der Bevölkerung bekommen, lieber für die Sanierung und nicht zum Feiern“, so Vollnhofer.

Warum er sich seit Jahrzehnten um den Erhalt der Burg kümmert und was die Anlage so besonders macht, das sieht man ab 18. Juni im Stadtmuseum, wo der Burg und dem Burgerhaltungsverein eine Sonderschau gewidmet ist. Zu sehen gibt es zahlreiche Exponate, die im Zuge der Sanierung gefunden wurden: Bilder, Kunstwerke und Dokumente.

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