Gratulation an die jüngste Gedichte-Siegerin

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Der „Bote“ hat Gedichte für unsere „Der Suchende“- Illustrationen von Künstler Hans Schwarzl gesucht, und erhielt zahlreiche Antworten. Aus über 100 Gedichten hat die Jury schließlich die aus ihrer Sicht besten 10 ausgewählt, die in den kommenden Monaten vorgestellt werden. Eines davon hat uns besonders beeindruckt: Katharina Fahrner aus Kirchberg am Wechsel ist gerade einmal 14 Jahre alt. Und sie hat uns mit „Der kleine, rote Luftballon“ ein großartiges Gedicht geschickt. Damit ist sie die jüngste Teilnehmerin und Gewinnerin unseres Bewerbes. Für Geschichten hat sich die Schülerin am Gymnasium Sachsenbrunn schon immer interessiert. Als sie klein war, hat sie ihrer Oma die Ideen angesagt, sobald sie alle Buchstaben kannte, schrieb sie selbst. Später kamen dann auch die Gedichte dazu. Die Gewinner-Reime sind innerhalb von 30 Minuten entstanden, „dann habe ich noch das eine oder andere verbessert“, so Katharina. Von Hans Schwarzl bekam sie dafür eine Illustration inklusive Widmung, die künftig in ihrem Zimmer einen Ehrenplatz bekommt.

 

© Hans Schwarzl, www.brombergart.com
© Hans Schwarzl, www.brombergart.com

Der kleine, rote Luftballon

Der Regen prasselt draußen nieder!
Wann sehen wir nur die Sonne wieder?
Der Himmel, die Häuser, alles leer und grau,
kein Tupfen Farbe, wohin ich auch schau.
Doch plötzlich sehe ich, ganz nah ist er schon,
einen kleinen, roten Luftballon.
Vom Wind getrieben tänzelt er umher,
als wüsste er, dass er der einzige Farbtupfen wär.
Er tanzt umher, wechselt oft die Position,
der kleine, rote Luftballon.
Doch dann, ganz sachte und geborgen,
trägt der Wind ihn Richtung Norden.
Dorthin geht also seine kleine Exkursion,
die vom kleinen, roten Luftballon.
Trotzdem will ich es nicht akzeptieren,
meinen kleinen Freund so schnell zu verlieren.
Ich stürze hinaus, mach mich auf und davon,
und suche den kleinen, roten Luftballon.
Ganz alleine fühle ich mich ohne ihn,
was auch ihn zu stören schien.
Denn schon bei der nächsten Busstation,
seh ich den kleinen, roten Luftballon.
Verknotet in den Eisenstangen,
scheint er dort um sein Leben zu bangen.
Was ich tue, wisst ihr sicher schon,
ich helfe dem kleinen, roten Luftballon.
Ich binde ihn los, wir sind wieder vereint,
und so glücklich, dass sogar die Sonne erscheint.
Dann lauf ich heim, weg von der Busstation,
ich und der kleine, rote Luftballon.
            Katharina Fahrner, 14 Jahre

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