Krippen helfen am anderen Ende der Welt

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Bei der Jubiläumsfeier wurde das Kochbuch präsentiert. Foto: zVg

Vor rund zehn Jahren fanden sich die „Krippenfreunde der Passionsspielpfarre Kirchschlag“ auf Initiative von Christa Pürrer zusammen. Mittlerweile sind  aus den regelmäßigen Kursen nicht  nur knapp 350 Krippen entstanden, sondern auch ein Kochbuch. Von dem Engagement der Kirchschlager profitieren wiederum Frauen in Papua Neuguinea – am anderen Ende der Welt. Wie das zusammenpasst, ist am 17. Juni um 19.45 Uhr im Pfarrzentrum von Kirchschlag zu sehen.

Christa und Alois Pürrer von den Kirchschlager Krippenbauern mit  Missionsschwester Heline zu Besuch beim Boten aus der Buckligen Welt
Christa und Alois Pürrer von den Kirchschlager Krippenbauern mit
Missionsschwester Heline zu Besuch beim Boten aus der Buckligen Welt

Im letzten Winter gab es für die Kirchschlager Krippenbauer Grund zum Feiern: Die aktive Runde feierte 10. Jubiläum und präsentierte im Rahmen der Krippen-Ausstellung erstmals ihr neues Kochbuch der Öffentlichkeit.

Die Idee entstand, weil bei den Treffen der Bastler immer jemand Mehlspeise mitbrachte, und man sich für die Rezepte der anderen interessierte. Aus ursprünglich geplanten 30 Seiten wurden schnell 230.
Christa Pürrer und Theresia Buchta tippten die Rezepte ab, Pürrers Tochter Doris Pichler-Holzer, die ebenfalls beim Krippen-Team aktiv ist, sorgte für das Layout. Entstanden ist eine umfangreiche Sammlung an österreichischen Mehlspeis-Klassikern, aber auch ein paar pikante Rezepte.

Mit dem Kochbuch wurde aber nicht nur die Freude fürs Backen angeregt, sondern vor allem eine Möglichkeit gefunden, Spenden zu sammeln. Denn die Krippenfreunde sind seit 10 Jahren im Einsatz für die gute Sache.

Krippen von der Meisterin

Maria Zodl bei der Arbeit an der Jahreskrippe. Foto: zVg
Maria Zodl bei der Arbeit an der Jahreskrippe. Foto: zVg

Begonnen hat alles damit, dass Christa Pürrer im Pfarrgemeinderat für die katholische Erwachsenenbildung zuständig war und nach einer Möglichkeit gesucht hat, in diesem Bereich etwas Sinnvolles zu tun. Also suchte sie ein Lokal, Lehrer sowie Teilnehmer, und startete im ersten Jahr mit acht Krippen. Seither sind einige dazugekommen. Ende 2017 werden von den Krippenfreunden und den Teilnehmern über 350 Krippen fertiggestellt sein.

„Mir ist wichtig, dass die Teilnehmer auf die Aufgabe, die vor ihnen liegt, richtig eingestimmt werden. Daher kommt der Pfarrer immer zum ersten Tag der Krippen-Werkstatt und am Beginn beten wir gemeinsam“, so Pürrer, die im Jahr 2009 die vierjährige Ausbildung zum Krippenbaumeister begonnen und erfolgreich abgeschlossen hat. Ihr Mann unterstützt sie und die interessierten Hobby-Bastler bei den technischen Feinheiten. Daneben hat sie mit einigen langjährigen Vereinsmitgliedern wertvolle Unterstützer. So wurden etwa die Familie Zodl und Stefan Werkovits im Rahmen der Jubiläumsfeier für ihre 13. Krippe geehrt.

Ein ganz besonderes Projekt war im letzten Jahr der Bau der Jahreskrippe für die Pfarre Kirchschlag. Das kreisförmige, drehbare „Bauwerk“ erzählt die wichtigsten Stationen im Leben Jesu, von Maria Verkündigung bis zur Auferstehung. Rund 770 Arbeitsstunden wurden dafür investiert. Um besondere Figuren zu bekommen, ist Familie Pürrer extra – mit der Krippe im Wohnwagen – nach Südtirol gefahren.

Für die gute Sache

Ein Ausschnit aus der Jahreskrippe für die Pfarre. Foto: zVg
Ein Ausschnit aus der Jahreskrippe für die Pfarre. Foto: zVg

Jedes Jahr sammelte die Krippen-Runde Spenden, so auch im Jubiläumsjahr und mit dem Erlös aus dem Kochbuch. Diese kommen einem besonderen Zweck am anderen Ende der Welt zugute: Die gebürtige Kirchschlagerin Sr. Heline ist seit 1972 in Papua Neuguinea als Missionsschwester im Einsatz. In den letzten Jahren hat sie sich vor allem jungen Frauen angenommen und bringt ihnen etwa das Nähen bei. Dank der Spenden der Krippenbauer konnten schon einige Nähmaschinen angeschafft werden. Nun sammelt die 78-Jährige für Fahrtgeld, damit sie taubstumme Kinder in die Schule schicken kann. Derzeit ist Sr. Heline auf einem ihrer seltenen Heimatbesuche. Am 17. Juni erzählt sie um 19.45 Uhr im Pfarrzentrum von Kirchschlag von ihrem Leben, begleitet von eindrucksvollen Bildern.

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