Hohe Auszeichnung: Wiesmather sorgt für bessere Völkerverständigung

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Die feierliche Verleihung des Professorentitels an Oberst Ernst fand im Audienzsaal des Wissenschaftsministeriums durch Harald Mahrer statt. Foto: BMWFW

Als Vermittler der österreichischen Militärkultur sowie in seinem jahrzehntelangen Bemühen um die kulturellen und wissenschaftlichen Beziehungen zwischen dem Österreichischen Bundesheer und den Streitkräften vieler anderer Länder erhielt der aus Wiesmath stammende Oberst DDr. Josef Ernst den Professorentitel verliehen. Dem „Boten“ gab er einen Einblick in seine Karriere.

Oberst Ernst im Sprachinstitut des Bundesheeres in der Stiftskaserne in Wien. Die Karte zeigt jene Länder, mit deren Streitkräften das Sprachinstitut eine Zusammenarbeit unterhält. Foto: zVg
Oberst Ernst im Sprachinstitut des Bundesheeres in der Stiftskaserne in Wien. Die Karte zeigt jene Länder, mit deren Streitkräften das Sprachinstitut eine Zusammenarbeit unterhält. Foto: zVg

Seine Militärkarriere startete Josef Ernst mit dem Grundwehrdienst. Er rückte in Wiener Neustadt ein und blieb dem Bundesheer seither treu. Dabei wollte er eigentlich Lehrer werden. „Ich fand meine Zeit beim Heer spannend und hatte wohlwollende Vorgesetzte“, erinnert er sich. Trotzdem hatte er eigentlich nicht vor, zu bleiben. Ihm gefiel aber das Neue, Herausfordernde und die Kameradschaft. „Natürlich gab es auch Dinge, die mir nicht so gefallen haben, aber wenn ich etwas geschafft hatte, ist es wieder weitergegangen.“ Das ist mittlerweile 40 Jahre her. Nach mehreren Stationen und einigen Jahren im Mühlviertel, in Wiener Neustadt und in Baden ereilte ihn schließlich der Ruf aus Wien. Genauer gesagt, jener des Spracheninstitutes des Bundesheeres, welchem nach dem Fall des Eisernen Vorhangs eine besondere Bedeutung zufiel. „Ich habe mich während meiner Offiziersausbildung dazu entschieden, als zweite Fremdsprache Tschechisch zu lernen, deshalb dürfte man an mich herangetreten sein“, so Oberst Ernst. Im Rahmen dieser Tätigkeit erhielt er auch die Möglichkeit einer akademischen Ausbildung, studierte zunächst Tschechisch und Pädagogik, an der Militär­universität in Budapest machte er seinen Abschluss in Englisch.

Oberst DDr. Ernst als Verantwortlicher für internationale Kooperationen auf der weltgrößten Konferenz für E-Learning in Berlin im Gespräch mit einem Vertreter der Saudi-Arabischen Universität aus Riad. Foto: zVg
Oberst DDr. Ernst als Verantwortlicher für internationale Kooperationen auf der weltgrößten Konferenz für E-Learning in Berlin im Gespräch mit einem Vertreter der Saudi-Arabischen Universität aus Riad. Foto: zVg

Als Sprachlehrer, Dolmetscher und Übersetzer war Ernst unter anderem auch im Nahen Osten im Einsatz – in einer Zeit großer Spannungen. „Als ich mit freiem Auge gesehen habe, wie Scud-Raketen in Israel eingeschlagen sind, war das nicht ohne. Aber man lernt mit der Gefahr zu leben. Manchmal war es aber schon sehr knapp.“

Heute hält er Vorträge im In- und Ausland in Deutsch, Englisch und Tschechisch und ist Verfasser von zahlreichen Büchern und Fachartikeln. Ernst lebt in Wien und Wiener Neustadt, der Kontakt zu Wiesmath ist aber nie abgerissen. „Hier steht mein Elternhaus und lebt meine Mutter und ich habe regelmäßig Kontakt zu meinen Verwandten.“ Als jemand, der in der Welt viel herumgekommen ist, weiß er: „Die Welt verändert sich sehr stark. Gerade die Dorfgemeinschaft hat – um es ganz pathetisch auszudrücken – etwas Friedvolles, und der Zusammenhalt ist eine wichtige Säule.“