Bewusster Umgang mit Rohstoff Holz

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In Zeiten wie diesen, in denen die Natur durch Klimawandel und Umweltverschmutzung hart an ihre Grenzen stößt, haben es sich die Mitglieder der Waldwirtschaftsgemeinschaft (WWG) Trattenbach zur Aufgabe gemacht, ihr Holz nachhaltig zu produzieren.

Foto_HolzschlaegerungGegründet wurde der Verein 2006 mit 17 Mitgliedern, elf Jahre später stellt Roman Koderhold den Obmann und kann sich über 76 Mitglieder, allesamt Waldbesitzer, freuen. Diese kommen aus dem Feistritztal, aus der Buckligen Welt sowie aus dem Schneebergland.

Heuer mit PEFC-Zertifikat ausgezeichnet

Seit Mai darf sich der Verein über eine besondere Auszeichnung freuen. Mit diesem Zertifikat verpflichtet er sich, auf insgesamt 2.300 Hektar nachhaltige Waldwirtschaft zu betreiben. Das heißt, keinen Raubbau am Waldbestand zu betreiben, das Astmaterial nicht zu entfernen, keine Monokulturen anzupflanzen und nur regionales Holz an die Sägewerke zu einem guten Preis zu verkaufen. Da kommt dann auch der Obmann ins Spiel. „Ich verhandle mit den Sägewerken, dafür muss ich mich 100-prozentig auf die Vereinsmitglieder verlassen können. Das gegenseitige Vertrauen muss da sein“, so Koderhold.

Vielseitige Aufgaben

Zu weiteren Aufgaben des Obmannes gehört es, Forstpflanzen und Gerätschaften zu beschaffen, die Beratung der Mitglieder bei Pflegemaßnahmen, wie zum Beispiel dem Aufforsten oder aber das Organisieren von Ausflügen zu diversen Sägewerken, Waldbegehungen oder großen Messen.

Sitzungen gibt es ein paar Mal im Jahr, je nach Bedarf. „Mir gefällt einfach die Arbeit mit Holz, ein lebendiger und natürlicher Rohstoff vor unserer Haustür, der auch noch nachwächst“, freut sich Koderhold. Daher hat er sich auch hauptberuflich dem Holz verschrieben.

WWG-Waldtag

Bereits zum vierten Mal organisiert der Verein am 23. September beim Kummerbauerstadl in Trattenbach einen Waldtag, bei dem interessierten Besuchern die Möglichkeit geboten wird, in die Waldwirtschaft Einblick zu nehmen.

„Wir wollen die verschiedenen Formen der Holzbringung zeigen, angefangen von Pferderückung (Transport), wie es in Quellschutzgebieten üblich ist“, so der Obmann. Aber auch das andere Extrem, die Holzbringung mit dem Hubschrauber wird gezeigt. Mithilfe eines mobilen Sägewerks im Kleinformat wird ein Hochstand gebaut, der dann unter den Besuchern versteigert wird.

„Ich denke, dass es ganz wichtig ist, unseren Wald zu schützen, zu hegen und zu pflegen. Denn er nimmt einen überaus wichtigen Stellenwert in unser aller Leben ein, man denke nur an seine Schutzfunktion. Aber der Wald bietet auch eine Erholungsoase für viele Menschen und ist Rückzugsgebiet für das Wild.“

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