Täglich turnen: Die größte Bewegungsinitiative des Landes

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Bewegungscoaches – jeder, der Schulkinder hat, weiß, dass es sie gibt. Doch Genaueres über sie und ihre Arbeit ist zumeist nicht bekannt. Burgenland Mitte hat sich ihre Aufgaben und das dazugehörige Pilotprojekt „tägliche Turnstunde“ angesehen und dabei erfahren, wie diese Initiative entstanden ist und was dieses Projekt für die Zukunft bringen soll.

Kinder sind für Bewegung ebenso leicht zu begeistern wie für viele andere Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Darum ist für jeden Bewegungscoach neben seiner eigentlichen Aufgabe Kinder zu bewegen, das Wichtigste, die dazugehörige Begeisterung möglichst lange aufrechtzuerhalten. Außerdem wurde im Zuge des Pilotprojekts „tägliche Turnstunde“ die Möglichkeit geschaffen, Sportvereine in diese Bewegungseinheiten einzubinden. Dadurch haben die Kinder die Möglichkeit,  neue Sportarten zu entdecken und auszuprobieren. Begabungsfindung oder „Talentscouting“, also Bewegungstalente entdecken und zu fördern, ist ebenfalls eine Aufgabe des Bewegungscoaches.

Synergieeffekte

Das Ziel dahinter ist klar: Man möchte begeisterte Kinder zu mehr Bewegung animieren und in weiterer Folge Nachhaltigkeit durch eine aktive Mitgliedschaft in einem Sportverein erreichen. Dadurch soll eine gesundheitsbewusste und sportlich aktive Lebensweise gefördert werden sowie eine Qualitätssteigerung der Ganztagsbetreuung stattfinden. Zudem ist die tägliche Bewegungseinheit an Schulen ein wichtiger Teil des neuen Gesamtkonzeptes für den Sport in Österreich, an dem gerade gearbeitet wird. Doch auch dem wichtigen pädagogischen Faktor, dass sich Bewegung und Sport aufgrund von verbesserter körperlicher und räumlicher Koordination und dem Ausgleich motorischer Defizite positiv auf das Lernen auswirken, wird mit vermehrter Bewegung im Schulunterricht Rechnung getra­gen.

„Schooltastic“ und Bewegungs-App

Ab Anfang April haben Pädagogen die Möglichkeit, „Schooltastic“ und eine Bewegungs-App im Rahmen ihres Unterrichts einzusetzen. Bei „Schooltastic“ können Schüler individuelle Wissensfragen zum Unterrichtsstoff wie auch Bewegungsaufgaben absolvieren. Bei der Bewegungs-App gibt es Belohnungsstufen – jedoch nicht nach Leistung, sondern nach Frequenz. Es sind dies unterstützende Maßnahmen für Pädagogen, die wöchentliche Vorgabe von fünf Bewegungseinheiten, nebst Turnunterricht und Bewegungscoach, mit integrativen Bewegungseinheiten auffüllen zu können. Überdies möchte man dem Zeitalter von Handy & Co gerecht werden und Kinder zeitgemäß auf ihren „Lieblingsspielzeugen“ erreichen. Elektronik und Bewegung sollen sich nicht mehr ausschließen.

Wichtig: Impulse weiterführen

Eine wichtige Rolle bei der Bewegung spielt nach wie vor das private Umfeld jeden Kindes. Wichtig ist deshalb, dass Eltern die Bewegung des Kindes im Alltag unbedingt fördern. Etwa durch das Hinbringen und Abholen zum Sport-, Tanz- oder Ballettverein, durch zu Fuß zum Freund oder in die Schule gehen, ebenso wie durch elektronikfreie Freizeit, in der Kinder Bewegung wieder nebenbei spielerisch entdecken können.

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