„Die Tourismusgesinnung muss verbessert werden.“

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Günter Kurz will es ernsthaft angehen. Er bringt die Erfahrungen als Chef von Hotels in Lutzmannsburg und Oberpullendorf mit jährlich insgesamt 50.000 Nächtigungen mit. Und will als neuer Obmann des Tourismusverbandes Lutzmannsburg Mittelburgenland die Region mit besserer Zusammenarbeit erfolgreicher machen.

Hans Tesch traf Günter Kurz. 

Die Statements des neuen Obmannes im Frage-Antwort-Modus.

Sie legen sich die Latte hoch. Sie wollen, dass man den neuen Vorstand gleich wieder austauscht, wenn er in einem Jahr nicht „liefert“? Wer beurteilt das? – Wir selbst und natürlich alle Mitglieder. Wenn wichtige Werbeleistungen nicht auf den Weg gebracht worden sind, sollen andere Akteure die vorhandenen Mittel effizienter einsetzen.

Wie kann man sich diese Leistungen des Verbandes vorstellen? – Mein obers­tes Ziel ist es, die Unternehmer und Akteure des Tourismus besser zu vernetzen. Dadurch erweitert sich das bestehende Angebot ohne Neuinvestition und ist damit attraktiver. Und diese Angebote sind gemeinsam meist effizienter zu vermarkten. Wobei das Prinzip für mich klar ist: Jeder Unternehmer sollte seine eigene Werbung machen. Der Tourismusverband könnte dazu flankierende Maßnahmen setzen. Wir nehmen in Angriff, was sich ein Einzelner oder eine kleine Gruppe nicht leisten kann!

Können Maßnahmen am fehlenden Geld scheitern? – Ich möchte nicht nur die Kräfte der einzelnen Akteure bündeln, sondern auch aus dem „relativ“ kleinen Budget das Optimale herausholen. So werden wir nicht einen eigenen Geschäftsführer und Mitarbeiter anstellen und ein Büro mieten, sondern wir werden mit der Therme zusammenarbeiten. Die Therme ist ein sehr erfolgreicher Leitbetrieb. Und unser Plan ist: Die Marketing-Abteilung der Therme soll die Umsetzung der Ideen und Anregungen des Tourismusverbandes übernehmen. Dabei könnten für die Tourismuswirtschaft ebenso wie für die Therme Synergien genutzt werden. Wir verhandeln gerade darüber. Und dass diese Auslagerung auch praktisch funktioniert, lege ich Wert darauf, dass auch der künftige Thermen-Geschäftsführer, der gerade gesucht wird, im Verbandsvorstand sein muss.

Was wollen Sie – wie Sie sagen – flankierend bewerben? Das kann ich jetzt noch nicht sagen, das wird gerade erarbeitet. Nicht der Vorstand sagt, was passiert. Sondern der Vorstand erhebt, welche Unterstützung sich die Tourismus-Unternehmer vom Tourismusverband wünschen. Nur die Bereiche, in denen wir aktiv werden wollen, stehen fest: Die Sonnentherme ist ein Begriff. Und die hervorragenden Weine des Blaufränkischlandes auch. Beides sind tragende Säulen. Und eine dritte sind unsere Angebote, was Kultur, Natur und Erlebnisse betrifft.

Welche Stärken wollen Sie ausbauen? Welche Schwächen sollten beseitigt werden? – Kooperationen gehören ausgebaut. Das kann die Frequenz erhöhen, mehr Gäste bringen. Und wenn es dann auch noch gelingt, die Aufenthaltsdauer zu verlängern, dann profitieren alle. Durch höhere Umsätze und höhere Erträge. Was die Schwächen betrifft? Die Tourismusgesinnung im Bezirk muss verbessert werden. Auch von den Unternehmern. Diese müssten „gastgeberischer“ denken. Und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssten sie trainieren und sensibilisieren. Das Gleiche gilt für die Gemeinden. Und natürlich müsste es uns gelingen, die Jobs in der Branche attraktiver zu machen, soweit dies möglich ist. In den kleinen Betrieben, wo Belastungsspitzen nicht mit ausreichend zusätzlichem Personal begegnet werden kann, wird dies natürlich sehr schwierig.

Wo sehen Sie Hindernisse? Was schwächt Ihre Pläne und Vorhaben? 12 Gemeinden von 28 sind bei unserem Verband dabei. Das ist eine gute Basis. Wir wären aber sicher stärker, wenn alle dabei wären. Ich bedaure es, dass große und bedeutende Gemeinden nicht dem Verband beigetreten sind. Immerhin geht es um Gemeinden, die sehr wohl viel zu bewerben haben, wie Horitschon mit den Rotweinen und der Vinothek, Großwarasdorf mit dem kroatischen Kulturzentrum und einem Schloss, Ritzing mit dem einzigartigen Sonnensee, Lackenbach mit dem Museums- und Event-Schloss oder das Töpferdorf Stoob. Dass Lockenhaus einen eigenen Weg gegangen ist und beim Südburgenland Tourismus angedockt hat, ist schade. Jedenfalls möchte ich mit meinen Vorstandskollegen in den kommenden Monaten mit Arbeit, Einsatz und Erfolgen überzeugen, dass es Sinn macht, dem neuen regionalen Tourismusverband beizutreten.

Der Tourismusverband Lutzmannsburg Mittelburgenland

12 Mitglieder, ab 1.1.2017: Lutzmannsburg, Deutschkreutz, Draßmarkt, Frankenau-
Unterpullendorf, Kobersdorf, Markt St. Martin, Neckenmarkt, Neutal, Oberpullendorf, Piringsdorf, Raiding und Steinberg-Dörfl. Der Verein Blaufränkischland Pur wurde bei der konstituierenden Sitzung als freiwilliges Mitglied aufgenommen. Die örtlichen Tourismusverbände dieser am neuen Verband beteiligten Gemeinden sind per 31. Dez. 2016 aufgelöst.

 

Die gewählte Verbands-Spitze

Günter Kurz Obmann
Christian Gradwohl Obmann-Stv.
Thomas Angerer Kassier
Mag. Alfred Szczepanski Kassier-Stv.
Herbert Pauer Schriftführer
MMag. Oliver Mühleder Schriftführer-Stv.
Mag. Harald Zagiczek  
Ohne konkrete Funktion, da sein Ausscheiden absehbar ist und dann mit seinem Nachfolger, dem zukünftigen Geschäftsführer der Sonnentherme, zum gegebenen Zeitpunkt dessen Vorstandsfunktion besprochen werden wird.
Michael Glatz
In den Vorstand kooptiert – einstimmig,
aufgrund seiner touristischen und
gastronomischen Kompetenzen

Ersatzmitglieder: Siegfried Kassl, Stefan Bingler, Günther Glöckl, Klaus Schnabl und Burim Elezaj

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