Mehr Blaufränkisch für die Welt

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23 Winzer aus dem Blaufränkischland sind wieder zurück aus Düsseldorf, von der größten Wein-Fachmesse der Welt. Nun ziehen sie Bilanz über neue Export-Chancen, immer mehr Konkurrenten und drei kostspielige Tage.

6.500 Aussteller aus mehr als 60 Nationen. Fast 60.000 Besucher, vor allem Fachhändler, Großhändler, Importeure, Exporteure und Gastronomen. Diese Rekordzahlen freuen den Veranstalter in Deutschland. Und den Winzern aus dem Mittelburgenland führen sie klar vor Augen: die Konkurrenz wird größer, der Weinexport schwieriger.

Selbstbewusst wie kaum jemals zuvor haben die Burgenländer dem Fachpublikum eingeschenkt. Sie haben über Tannine und Terroir diskutiert und Visitenkarten ausgetauscht, neue Kontakte geknüpft und alte aufgefrischt. Immerhin ist Düsseldorf ein Pflichttermin auch für unsere Winzer, die Chancen im Export nützen möchten.

Der wichtigste Exportmarkt für österreichischen Wein ist mit Abstand Deutschland, dann folgen die Schweiz, die skandinavischen Länder und die USA. Kein Wunder, dass sie in Düsseldorf alle vertreten waren, die bekannten Weingüter: Kirnbauer, Gesellmann, Reumann, Gager, Hans Igler, Josef Igler, Pfneisl, Christian Kirnbauer, Ernst, Heinrich und Strehn aus Deutschkreutz, Paul Kerschbaum, Maria Kerschbaum, Paul Lehrner und das Rotweingut Iby aus Horitschon, Bayer, Hundsdorfer, Lang, Tesch, Wellanschitz, Juliana Wieder und der Winzerkeller aus Neckenmarkt sowie das Rotweingut Prickler aus Lutzmannsburg. Für jedes Weingut fällt die Bilanz anders aus. Die meisten sind zufrieden, einige hinterfragen solche Auslands-Präsentationen, praktisch alle nehmen von der wichtigsten Weinmesse der Welt Anregungen mit nach
Hause.

 

Stefan David Wellanschitz (li.) bei der Verkostung mit Sommeliers aus Prag.  Foto: Weingut Wellanschitz
Stefan David Wellanschitz (li.) bei der Verkostung mit Sommeliers aus Prag. Foto: Weingut Wellanschitz
Christine Wellanschitz aus Neckenmarkt 

„Für uns war es diesmal eine der besten ProWein-Messen überhaupt. Wir sind mit fixen Aufträgen nach Hause gefahren. Das ist für diese Messe ungewöhnlich. Auch die neue Weißweinlinie unseres Sohnes konnte Einkäufern unkompliziert präsentiert werden. Der persönliche Händedruck wurde wieder gepflegt und alles, was in E-Mails und Telefonaten oft keinen Platz findet, konnte in angenehmer Atmosphäre auf den neuesten Stand gebracht werden.“

Paul Lehrner aus Horitschon:

„Neukontakte habe ich geschlossen, etwaige Abschlüsse müssen noch gemacht werden. Die Messe ist meiner Meinung nach etwas überhitzt, das Fachpublikum ist trotz erhöhter Besucherzahlen nach meinem Ermessen nicht mehr geworden. Darum bin ich am Überlegen, wie und in welcher Form ich mit einem Messeauftritt weitermache.“

Foto: Privat
Foto: Privat

...zum 22sten Mal dabei. Foto: Weingut Gesellmann
…zum 22sten Mal dabei. Foto: Weingut Gesellmann
Albert Gesellmann aus Deutschkreutz

„Wir haben im Vorhinein mit unseren Wiederverkäufern Termine für die Messe vereinbart. Denn warten tut dort keiner auf dich, dafür ist das Angebot ein viel zu großes. Praktisch ist, dass sich dort die ganze Welt trifft. Wir konnten vor der Messe neue Kontakte mit Händlern aus Belgien, Holland und Russland knüpfen und dann ein Treffen für die „ProWein“ vereinbaren. Aussagekräftig ist für mich auch immer die Qualität der neuen Kontakte auf dieser Messe, diese war heuer sehr gut.“

Josef Reumann aus Deutschkreutz

mit einer neuen, chinesischen Interessentin: „Wir haben heuer 120 Besucher gehabt, Händler wie Sommeliers, und sind total zufrieden. Neue Kontakte sind mit Deutschland, Holland und China zustandegekommen. Allerdings machen Standgebühr mit 3.500 Euro, Flug, Hotel wie auch Einladungen im Vorfeld die ProWein sehr kostenintensiv. Doch sie bleibt weiterhin ein Fixpunkt.“ 

Foto: Weingut Reumann
Foto: Weingut Reumann

Kellermeister Christian Prickler. Foto: Rotweingut Prickler
Kellermeister Christian Prickler. Foto: Rotweingut Prickler
Herbert Prickler aus Lutzmannsburg „Besonders angetan waren die Wiederverkäufer, Händler und Gastronomen von unserem tollen Preis-Leistungsverhältnis, wie auch von unserem neuen Cuvée, Jahrgang 2015. Leider ziehen die Hotels während der Messe mit ihren Nächtigungspreisen um ein Vielfaches an – hier werden sich die Winzer etwas einfallen lassen müssen.“

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