Kinder gesucht!

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Bürgermeister und Kindergärten hoffen auf starke Geburtenjahrgänge

Markus Landauer: „Im Kindergarten wächst die Zukunft unserer Gemeinde heran. Die Pädagogen bekommen jede mögliche Unterstützung.“ Foto: zVg
Markus Landauer: „Im Kindergarten wächst die Zukunft unserer Gemeinde heran. Die Pädagogen bekommen jede mögliche Unterstützung.“ Foto: zVg

Die Kindergärten sind die erste Bildungseinrichtung für die Zukunft junger Menschen. In den Kindergärten zeigt sich aber auch die Zukunft einer Region. Und hier herrscht bei uns kein Grund zum Jubeln. Jahr für Jahr sind es weniger Kinder, die in Kinderkrippen, Kindergärten und Horten eingeschrieben sind.

Knapp 1.300 Kinder besuchen derzeit die Kinderbetreuungseinrichtungen des Bezirkes. Ähnlich viele wie vor einem Jahr. Schaut man aber genauer hin, ist der Trend eindeutig negativ. Den 44 Kindergärten der Region fehlen die Kinder.

Betreuungseinrichtungen wären vorhanden. Für die jüngsten Kinder gibt es sogenannte Krippen in sieben Ortschaften, in Deutschkreuz, Klostermarienberg, Lackendorf, Neutal, Oberloisdorf, Oberpullendorf und Steinberg-Dörfl. Dazu kommen 21 Kindergärten, 13 alterserweiterte Kindergärten und 3 Horte, nämlich in Großwarasdorf, Lutzmannsburg und Oberloisdorf. Die überwiegende Mehrzahl der Betreuungseinrichtungen für die Kleinen wird von den Gemeinden geführt, nur vereinzelt – in Deutschkreutz, Lackendorf, Unterfrauenhaid, Oberpullendorf und Kaisersdorf – sind es die Pfarren, die Caritas oder private Vereine, die die Einrichtungen betreiben.

Die meisten Kinder gibt es in den Gemeinden Deutschkreutz (77), Oberpullendorf (71), Steinberg (70) und Lockenhaus (66). Die wenigsten Kinder, nämlich 11, werden in Oberpetersdorf betreut. Eine Momentaufnahme: BURGENLAND MITTE zeigt anhand der Zahlen des Amtes der Burgenländischen Landesregierung, in welchen Ortschaften es heuer mehr, gleich viele oder weniger Kinder in den Kindergärten und den „alterserweiterten“ Kindergärten gibt.

Lokalaugenschein im Kindergarten „Melinda Esterházy“

9In vielen Orten des Bezirkes Oberpullendorf klagen die Verantwortlichen, es gäbe zu wenige Kinder, immer mehr Familien blieben kinderlos. Nicht so in Raiding. Bürgermeister Markus Landauer hat bei der letzten Bürgerversammlung stolz verkündet, dass Raiding demnächst auf einen Kinderrekord zusteuere.

Zufriedene Gesichter auch bei den drei Kindergartenpädagoginnen und den zwei Helferinnen. Sie sind mehr als ausgelastet. Aktuell sind es 33 Kinder, die sie zu betreuen haben. 33 ist eine relativ hohe Zahl, hat Raiding doch nicht einmal 1.000 Einwohner. Die Chefin Alexandra Pekovits ist angesichts der Kinderzahlen optimistisch: „Demnächst kommen wahrscheinlich noch zwei dazu. Und für das nächste Kindergartenjahr sind bereits 39 Kinder eingeschrieben. Wobei eine Familie, die zugezogen ist, ihre zwei Kinder noch nicht angemeldet hat.“ Und eine weitere Familie habe auch schon bezüglich eines Kindergartenplatzes angefragt.

Mehr Mädchen als Buben

Was in Raiding auffällt, ist die Überzahl an Mädchen. „Momentan haben wir 20 Mädchen und 13 Buben, ab Herbst werden wir 27 Mädchen und 12 Buben betreuen dürfen. Also kommen dann auf einen Buben zwei Mädchen“, meint lächelnd Alexandra Pekovits, die seit zwölf Jahren im Kindergarten arbeitet und ihn seit neun Jahren leitet. Sie ist mit den Möglichkeiten in Raiding zufrieden. Die Qualität der Kinderbetreuung in einer Kindergartengruppe lasse sich nicht nur an Hand von Kinderzahlen bewerten, meint sie. „Ein entscheidender Faktor ist geeignetes, engagiertes Personal – fachlich und personell kompetent – das in einem harmonischen Team arbeitet! Denn ein solches anerkanntes Team zeigt auch rechtzeitig Missstände oder Leistungsgrenzen auf und findet Unterstützung beim Kindergartenbetreiber. In unserem Fall klappt das perfekt bei der Gemeinde Raiding. Wir sind alle ein Team, das sich gegenseitig hilft und unterstützt.“

Ab zweieinhalb Jahren können Eltern ihr Kind in den örtlichen Kindergarten bringen. Und auch über Mittag – mit Mittagessen – betreuen lassen. Eine Pädagogin hat motopädagogische Ausbildung und fördert mit speziellen Übungen die motorischen Fähigkeiten bestimmter Kinder. Außerdem läuft im Raidinger Kindergarten das Sonderprojekt „Unter 7- Über 70“: Kinder im Alter von unter 7 Jahren besuchen einmal pro Woche Menschen mit über 70 Jahren im Pflegeheim Drescher. Die Erfahrung zeigt, dass die Kinder Freude am gemeinsamen Musizieren und am Zusammensein mit der Großelterngeneration haben. Ein Bild voll Lebensqualität. Eine Gemeinschaft, in der jeder seinen Platz hat. Und Kindergartenkinder, die aus diesen Begegnungen wertvolle Impulse bekommen.

Sie kümmern sich um den Raidinger Nachwuchs – von links: Elfriede Krenn – Helferin, Marlies Nußbaumer – Leiterin Halbtagesgruppe, Alexandra Pekovits – Leiterin Kindergarten Raiding, Doris Hofer – Leiterin Ganztagesgruppe (gemeinsam mit Chefin), Sandra Wiedeschitz – Integrationskindergärtnerin. Foto: Foto Tschank
Sie kümmern sich um den Raidinger Nachwuchs – von links: Elfriede Krenn – Helferin, Marlies Nußbaumer – Leiterin Halbtagesgruppe, Alexandra Pekovits – Leiterin Kindergarten Raiding, Doris Hofer – Leiterin
Ganztagesgruppe (gemeinsam mit Chefin), Sandra Wiedeschitz – Integrationskindergärtnerin. Foto: Foto Tschank