Bezirk hat stärkste Feuerwehr-Jugend des Landes

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HBI Barbara Reitter, Referentin für die Feuerwehrjugend im Bezirkskommando Oberpullendorf
HBI Barbara Reitter, Referentin für die Feuerwehrjugend im Bezirkskommando Oberpullendorf

Barbara Reitter, Referentin für die Feuerwehrjugend im Bezirkskommando, ist stolz auf die Positionierung ihrer exakt 286 männlichen und 122 weiblichen Schützlinge: „Wir haben die meisten jugendlichen Mitglieder aller sieben Bezirke, wir stellen im Land bei Bewerben und Prüfungen die meisten Teilnehmer und auch beim Jugendlager sind wir am stärksten vertreten.“ Die Kobersdorferin ist selbst tatkräftig und unterstützend unterwegs. Die Spitzenposition des Bezirks führt sie aber auch auf die aktiven Jugendbetreuer der Ortsfeuerwehren zurück. „Sie müssen viel Zeit und Arbeit investieren, sie müssen sich Urlaub für die Veranstaltungen und Wettbewerbe nehmen. Und das alles freiwillig und unentgeltlich“, erwähnt die Bezirksreferentin ganz ausdrücklich.

Unterrabnitz führt vor Neckenmarkt und Weppersdorf

 Neckenmarkter waren schon zweimal Weltmeister! Aktueller Betreuer Roland Trimmel (ganz rechts)
Neckenmarkter waren schon zweimal Weltmeister! Aktueller Betreuer Roland Trimmel (ganz rechts)

Es sind nicht die Gemeinden mit den meisten Einwohnern, die die größten Feuerwehrjugendgruppen stellen. Wie die Auflistung (siehe … ) zeigt, gibt es im Bezirk 41 Feuerwehrjugendgruppen. Die meisten Mitglieder haben Unterrabnitz, Neckenmarkt und Weppersdorf.

Michael Morth, der Jugendbetreuer der Unterrabnitzer: „Die Jugendlichen sind motiviert und kümmern sich selbst um mehr Mitglieder. 10-Jährige werben bei uns in der Volksschule 9-Jährige an.“ Von den 27 sind 19 Burschen und 8 Mädchen.

Die Neckenmarkter Feuerwehrjugend hat derzeit 24 Mitglieder und die glorreichste Vergangenheit aller Jugendgruppen im Burgenland. Jugendbetreuer Roland Trimmel: „1976 wurde erstmals eine Jugendgruppe gegründet, 5 Jahre danach lieferten wir schon die Sensation. In Böblingen in Deutschland wurden wir Weltmeister. Und sieben Jahre danach holten wir in Warschau in Polen nochmals den Weltmeister-Titel. Nicht zu vergessen: 14 Mal hintereinander waren wir auch Landessieger.“ Solche Erfolge bringen natürlich ein entsprechendes Image – und erleichtern die Nachwuchssuche. Trimmel überlässt dennoch nichts dem Zufall: „Ich halte viel von der persönlichen Ansprache ab dem zehnten Lebensjahr. Da mache ich Hausbesuche und spreche mit den Eltern und den Jugendlichen.“

Die drittmeisten Mitglieder hat mit 21 Jugendlichen Weppersdorf. Klaus Kallinger, Kommandant und zugleich Jugendbetreuer, betont sein Erfolgsrezept: „Wer will, kann der Jugendgruppe beitreten. Wir nehmen gerne alle Jugendlichen auf, auch wenn sie nicht allzu sportlich oder körperlich beeinträchtigt sind. Die Feuerwehr grenzt nicht aus.“

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Kobersdorferin leitet Jugendarbeit 

Barbara Reitter:  im Hauptjob Bus-Chauffeurin
Barbara Reitter:
im Hauptjob Bus-Chauffeurin

Die Erfolge kommen nicht von ungefähr. Es steckt der große Einsatz und die Begeisterung vieler dahinter. Verantwortlich für den Erfolg bei der Feuerwehrjugend ist Barbara Reitter. Die 32-Jährige ist die Frau an der Spitze der 400 Feuerwehrjugendlichen im Bezirk. Die Kobersdorferin wurde vor zwei Jahren zur Hauptbrandinspektorin ernannt. Sie gehört somit zu den zwei höchstrangigen Frauen im burgenländischen Feuerwehrwesen. Frau Reitter hat im Vorjahr ihren Bürojob bei der Firma Blaguss getauscht. Sie ist heute Autobus-Chauffeurin. Und ihre gesamte Freizeit gehört der Feuerwehr: „Das ist wie ein zweiter Job. Und das ist wie eine Familie. Es entstehen viele Bekanntschaften und Freundschaften.“

Beim Beginn in der Funktion als Bezirksreferentin gab es im Bezirk 32 Jugendgruppen, heute sind es 41 – bei 63 Feuerwehren. Das Ziel von Barbara Reitter ist es, weitere Jugendgruppen zu gründen. Aber nicht nur das. „Die gute Ausbildung unserer Jugendlichen, die bei den Bundesbewerben sichtbar wird, soll verstärkt werden, und wir müssen darauf achten, dass der Zusammenhalt weiter passt und dass die Kameradschaft weiter so gepflegt wird“, sagt die Jugendreferentin.

Immer mehr Frauen

Sichtlich erfreut ist Barbara Reitter auch über die Zunahme des Frauen-Anteils: „Jedes vierte Feuerwehrmitglied ist heute eine Frau. Bei der Jugend im Bezirk sind es sogar 30 Prozent. Das Klischee, Frauen bräuchten wir nicht bei der Feuerwehr, ist zum Glück im Verschwinden.“

Jugendliche lernen Zusammenhalt und Hilfsbereitschaft

Oberbrandrat (OBR) Martin Reidl, Bezirksfeuerwehrkommandant
Oberbrandrat (OBR) Martin Reidl, Bezirksfeuerwehrkommandant
Kommandant Klaus Kallinger, Weppersdorf
Kommandant Klaus Kallinger, Weppersdorf

Oberbrandrat (OBR) Martin Reidl aus Lutzmannsburg ist Bezirksfeuerwehrkommandant. Er sieht die Feuerwehrjugend als ersten Schritt zur Ortsfeuerwehr. Aber nicht nur das. Reidl ist stolz, dass die Feuerwehr den Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung anbieten kann: „Wir bringen den Jugendlichen etwas bei. Und wir können den Jugendlichen für deren ganzes Leben etwas mitgeben – im idealistischen Sinn. Wo sonst lernt man heute noch Zusammenhalt und Hilfsbereitschaft?“

 

Ab 9 ist man dabei

Jugendliche dürfen der Feuerwehr beitreten, wenn sie sich im zehnten Lebensjahr befinden – also nach dem neunten Geburtstag. Die Feuerwehrjugend dauert dann vom zehnten bis zum sechzehnten Lebensjahr. Mit 16 werden die Jugendlichen bei der Jahreshauptversammlung der Ortsfeuerwehr in den Aktivstand überstellt – oder scheiden aus der Feuerwehr aus.

Feuerwehrjugend lädt zur Wanderung am 30. August

Feuerwehrkommandant und Fachbearbeiter im Landeskommando Markus Wessely aus Horitschon lädt zur Wanderung mit dem goldenen Strahlrohr.
Feuerwehrkommandant und Fachbearbeiter im Landeskommando Markus Wessely aus Horitschon lädt zur Wanderung mit dem goldenen Strahlrohr.

Mit der „Challenge“, einer Wanderung durch alle Bezirke des Burgenlandes, will die Feuerwehr Ende August auf ihre Jugendarbeit aufmerksam machen. Mit einem goldenen Strahlrohr – getragen von jeweils einer Gruppe aus dem Bezirk – geht es am Mittwoch, den 30. August durchs Mittelburgenland.

„Gestartet wird in der Früh in Lockenhaus, dann geht es über Unterrabnitz, Draßmarkt und Neutal nach Weppersdorf. Dort sollen am Abend alle gemeinsam ankommen.“

Die gesamte Strecke ist circa 30 Kilometer lang, doch können und sollen sich die Teilnehmer ihren eigenen Startpunkt und Schwierigkeitsgrad festlegen, ihre eigene „Challenge“, also Herausforderung festlegen.

Die Einstiegsstationen sind im Internet – www.strahlrohr17.at – angeführt. Man kann zum Beispiel auch nur von Neutal nach Weppersdorf wandern.

Das Landesfeuerwehrkommando verspricht sich viel von der „Challenge“. „Die jungen Feuerwehrleute können auf lockere Art und Weise Kontakte mit Jugendlichen anderer Wehren knüpfen. Und wir wollen der Öffentlichkeit zeigen, dass in der Feuerwehr Spaß Platz hat“, erläutert der im Landeskommando dafür zuständige DI (FH) Markus Wessely, Abschnittsbrandinspektor aus Horitschon, den Sinn dieser Freizeitaktivität. Und er lädt zu dieser Wanderung auch alle Erwachsenen ein, mit der Jugend mitzumarschieren. „Es ist zugleich eine Werbung für mehr Mitglieder in der Feuerwehrjugend. Wir erhoffen uns einen Zuwachs an Jugendlichen für das gesamte Burgenland“, sagt Wessely.