Die Rabnitztaler Maler

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Zwei Farben sind das Markenzeichen von Harro Pirch: Neapelgelb und Chromoxidgrün.

Die Schar ist bunt. Die Künstler kommen aus Neckenmarkt ebenso wie aus Südkorea. Jedes Jahr im Sommer. Ins kleine Unterrabnitz. „Eine große Familie“ nennt sie der Hausherr Harro Pirch, dessen Malerwochen zur Institution geworden sind.

Manfred Leirer aus Neckenmarkt mit Kollegin aus Holland:„Man kommt aus dem eigenen Atelier hinaus – pflegt den Gedankenaustausch international. Man trifft auf die Welt.“
Manfred Leirer aus Neckenmarkt mit Kollegin aus Holland:„Man kommt aus dem eigenen Atelier hinaus – pflegt den Gedankenaustausch international. Man trifft auf die Welt.“

Die Künstlerpersönlichkeiten kommen gerne und genießen die Stimmung und die Möglichkeiten. Die Idee ist fast 50 Jahre alt, wirkt aber genau so frisch wie damals, meint der kreative Impulsgeber der jährlich stattfindenden Rabnitztaler Malerwochen Harro Pirch: „Die Künstler sollen sich ausleben können. Motto gibt es bewusst keines. Ein Atelier steht bereit, sie brauchen sich um nichts zu kümmern. Sie können unbeschwert malen.“ Und sie können Meinungen austauschen.

 Mit Händen und Füßen

Manfred Leirer, Künstler und Kunsterzieher mit Malstudio in Neckenmarkt, schätzt die „Begegnungen mit der Welt“, wie er es andeutet: „Man schaut Kolleginnen und Kollegen bei deren Arbeiten über die Schulter. Argumentiert und kritisiert. Muss umgekehrt auch Kritik annehmen und aushalten.“ Das Zusammentreffen mit Kreativen, denen man noch nie begegnet ist, sei einzigartig, auch weil die Verständigung oft sehr elementar sei: „Mit dem Südkoreaner klappt es auch perfekt ohne Sprache, mit wenigen Worten in Englisch – mit Händen und Füßen drücken wir uns aus.“

Eine Malerin aus Venedig

Dem „unbekannten“ Lee Myoung-Bok stehen die „alten Bekannten“ gegenüber, wie der Aquarellist und gelernte Holzbildhauer Gustav Just, das holländische Künstlerpaar Mieke Verhaar und Fred Mooij, Manfred Leirer, der burgenländische Autor Gerhard Altmann, Harro Pirch und dessen Tochter Constanze. „Und erstmals kommt eine Italienerin“, ist Harro Pirch erwartungsvoll. Claudia Zuriato, eine 42-jährige Venezianerin, könnte neue Facetten in den Künstlerkreis einbringen: „Eine freischaffende Künstlerin, deren Malereien ins Surreale gehen. Das wird interessant.“

Ausstellung als Abschluss

Was wirklich daraus wird, wenn der Südkoreaner unter den Nussbäumen malt, die Holländer die künstlerische Diskussion des letzten Sommers wieder aufgreifen und der Burgenländer mit Texten Impulse gibt, das bleibt nicht geheim. Am letzten Donnerstag im Juli gibt es die Vernissage zur Ausstellung der Werke, die hier in Unterrabnitz entstanden sind. Im und um das vor 350 Jahren erbaute Turmhaus in Unterrabnitz. Harro Pirch lädt zu sich ein.