Matura geschafft! Aber was jetzt?

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Das jahrelange Lernen ist zu Ende. Die Schularbeiten, Tests und Matura-Prüfungen sind vorbei. Ein Großteil der 37 Maturanten am Gymnasium und Realgymnasium Oberpullendorf hält stolz das Maturazeugnis in der Hand. Und auf einmal tauchen neue, ganz andere Fragen auf: Wie soll es nun weitergehen? Gleich weiterstudieren? Arbeiten, um endlich eigenes Geld zu verdienen? Oder nimmt man sich jetzt Zeit für sich selbst?

Meine Umfrage unter den 37 Maturanten bringt interessante Ergebnisse. 30 haben geantwortet, der Tenor ist eindeutig: 19 wollen studieren, und zwar ganz Unterschiedliches wie Chemie, Philosophie, Musik und Architektur. 3 Absolventinnen haben für sich beschlossen, nach der Matura zu arbeiten. Sechs Jugendliche, also jeder fünfte, haben ganz andere Vorstellungen. Als Pläne tauchen auf: ein freiwilliges soziales Jahr sowie den Bundesheer- oder Zivildienst anzutreten. Nur zwei wissen noch nicht genau, wie es nach der Matura weitergehen soll.

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Linda Mayrhofer aus Horitschon

Linda Mayrhofer aus Horitschon will an die Gymnasiumzeit ein freiwilliges soziales Jahr anhängen. Sie will ein Jahr lang freiwillige soziale Arbeit leisten. Für andere Menschen da zu sein und zu helfen, bedeutet ihr sehr viel. Schon seit Langem trägt sie sich mit dem Gedanken, als Rettungssanitäterin den Leuten direkt vor Ort zur Seite zu stehen. Wenn Hilfe benötigt wird, will sie sofort zur Stelle sein. So eine Ausbildung ist jedoch erst mit 18 Jahren möglich. Im Rahmen eines freiwilligen sozialen Jahres möchte sie sich nun nach der Matura um diese Ausbildung bewerben. Bei ihr ist es aber nicht nur die Freude daran, anderen zu helfen, sie will mit dieser Ausbildung auch ausloten, ob das eventuell eine berufliche Richtung für sie wäre.

Vera Buranits aus Kroatisch Minihof
Vera Buranits aus Kroatisch Minihof

„Es war mir eigentlich schon immer bewusst, dass ich nach der Matura aus meiner Wohlfühlzone, Kroatisch Minihof, raus muss und etwas von der Welt sehen will“, sagt Vera Buranits aus Kroatisch Minihof. Sie hat sich vorgenommen, ein halbes Jahr lang als Au-pair-Girl entweder nach England oder Irland zu gehen. Da sie Kinder, Sprachen und fremde Kulturen liebt, scheint ihr der Plan von einer Arbeit als Kinderbetreuerin im Ausland perfekt zu sein. Laut Vera würde eine solche Möglichkeit praktisch nur direkt im Anschluss an die Matura in Frage kommen, da man zu diesem Zeitpunkt noch zu nichts verpflichtet ist. „Hat man erst einmal ein Studium begonnen oder gar schon Arbeit gefunden, erscheint der Wunsch, als Au-pair ins Ausland zu gehen, schier unmöglich“, ist sie überzeugt. Um sich auf ihr Abenteuer vorzubereiten, hat Vera jetzt in den Sommerferien vor, in einem Kindergarten zu assistieren.

Vanessa Kober aus Stoob
Vanessa Kober aus Stoob

Vanessa Kober will Österreich für eine Weile „Bye-bye“ sagen. Die Stooberin will aber nicht für ein „stinknormales“ Auslandssemester weggehen, sie will ihr gesamtes Studium an der Universität in Manchester, England, durchziehen. Englische Literatur lässt ihr Herz höher schlagen. Insgesamt hat sie fünf Bewerbungen an englische Universitäten verschickt, nach Manchester, Sheffield, Birmingham, Nottingham und an eine kleine Uni in London. Alle von ihnen hätten sie im Endeffekt aufgenommen, erzählt Vanessa. Da ihr Favorit von Anfang an Manchester hieß, fiel ihr die Entscheidung nicht allzu schwer. Vanessa wurde allerdings mit vielen Bedenken konfrontiert. Viele Verwandte und Freunde meinten, sie würde es nicht schaffen, aufgenommen zu werden. Doch das war für sie nur ein zusätzlicher Ansporn: „Ich habe vor, im August aufzubrechen. Aber bevor ich gehe, werde ich noch mit denen reden, die gemeint haben, ich würde es nie schaffen.“

Allen Maturantinnen und Maturanten, die noch nicht wissen, was sie studieren oder machen sollen, winkt jedenfalls eine spannende Zeit. Was gibt es Interessanteres, als unterschiedliche Angebote der Universitäten, Fachhochschulen, Pädagogischen Hochschulen oder Kollegs zu studieren und zu vergleichen? Oder sich danach gar für einen Lehrberuf zu entscheiden?