Foto: Grundner

15 Monate lang war Katja Grundner gemeinsam mit ihrer Hündin Momo auf großer Reise. Von Österreich aus ging es über Russland bis in den Fernen Osten und wieder zurück. Mit uns sprach sie über den Traum, den sie sich erfüllt hat, aber auch über die Steine, die ihr dabei in den Weg gelegt wurden. Ihre Erfahrungen schreibt sie nun in einem Buch nieder.

Schon während des Studiums war es Katja Grundners großer Traum, die Welt zu bereisen. Zunächst arbeitete die gebürtige Hollenthonerin aber als Flüchtlingsbetreuerin für unbegleitete Minderjährige in Ternitz, um sich ein wenig Geld zusammenzusparen. Doch schließlich war es so weit: Mit einem gebrauchten Kleinbus und Hündin Momo machte sie sich auf zum Abenteuer ihres Lebens. „Ich hatte keinen genauen Plan. Auf die Frage, wie lange ich unterwegs sein würde, habe ich geantwortet: zwischen zwei Wochen und fünf Jahren“, so Grundner.

Bus-Panne

Erste Etappe: Österreich–Russland. Innerhalb von zehn Tagen musste sie die Strecke bewältigen, so verlangte es das Visum. Nicht einfach, denn an Tag vier, als sie gerade einmal Polen erreicht hatte, streikte ihr Fahrzeug. Schließlich schaffte sie es aber doch pünktlich. „Den Gedanken, weiter nach China zu reisen, habe ich wieder verworfen. 8.000 Euro muss man nämlich bezahlen, um das Land zu durchfahren, dazu kommt – vor allem mit Bus und Hund –eine Menge Papierkram“, so die Abenteurerin.
Schließlich schickte sie ihren Bus zurück in die Heimat und machte sich, nur begleitet von Momo, auf den Weg. Es ging weiter nach Südkorea, wo sie sich zunächst sehr verloren fühlte. Hilfe bekam sie schließlich von Menschen, die zum Arbeiten im Land waren. Insgesamt blieb sie drei Monate. Anfangs schlief sie im Zelt, später bei Freunden, bis sie eine eigene Wohnung fand.

Reiseberichte

Ihre Reise finanzierte sie sich über eine Tätigkeit als Autorin. Für eine deutsche Reiseseite schrieb sie Berichte über Reisen und Sehenswürdigkeiten und hatte so – auch unterwegs – ein Einkommen, mit dem man in Asien ganz gut auskommen kann. Ihren Plan, auf der Reise kein Flugzeug zu besteigen, musste sie allerdings aufgeben, denn sie wollte unbedingt nach Vietnam. Also wurde Momo schweren Herzens in den Frachtraum gesteckt, und die Reise ging weiter.
„Mit meiner Ankunft in Vietnam habe ich mir einen Traum erfüllt. Ich verbrachte einen Monat auf einer Insel mitten in einem Naturpark, dort habe ich meinen ersten Wasserbüffel gesehen und bin kaum Touristen begegnet“, so Grundner. Weiter ging die Reise schließlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln, per Autostopp oder mit Freunden. Dabei versuchte sie, immer länger an einem Ort zu bleiben, weil die Bereitschaft, einen Hund mitzunehmen, meistens sehr gering war. Viel zu sehen bekam sie trotzdem: Vom Dschungel in Kambodscha über ein Treffen mit den Ureinwohnern in Myanmar bis zum bunten Treiben in Neu-Delhi bei 42 °C.

Zwölf Stunden im Gepäckfach

Durch die Schwierigkeit, jemanden zu finden, der auch Momo mitnehmen würde, beschloss sie schließlich, sich Richtung Heimat aufzumachen. „Ich war es einfach leid, immer nur ein ‚Nein‘ zu hören. Zwei Mal mussten wir in einem Bus sogar im Gepäckfach reisen, jeweils für zwölf Stunden, damit wir weiterkommen.“ Ab dem Iran wurden Grundner und ihre Hündin dann von Lkw-Fahrern mitgenommen, bis sie heuer im September wieder zurück in die Heimat kehrten. Auf ihrer Reise hat sie insgesamt drei Tagebücher mit ihren Eindrücken vollgeschrieben. Daraus soll nun ein Buch entstehen. Einige Verlage interessieren sich bereits dafür, Mitte 2020 soll der Roman fertig sein. Dann will sie auch im Rahmen von Präsentationen Bilder und Videos ihrer Reise zeigen. Ein zweites Projekt ist ebenfalls geplant: ein Kinderbuch „Momo auf Reisen“, das ihr Abenteuer aus Sicht der Hündin beschreibt.

Abschied und Heimkehr

Obwohl sie sich ihren Traum erfüllt hat, ist sie nun froh, wieder zu Hause zu sein. „Man lernt erst zu schätzen, was man hat, wenn man weg ist. Irgendwann wird man auch von den vielen neuen Eindrücken müde. Man baut neue Beziehungen auf und muss sich schon wieder verabschieden – das ist sehr kräftezehrend“, so Grundner. Dass sie dieses große Abenteuer gewagt hat, bereut sie aber nicht. Mit der Familie Trenker aus Hochneukirchen, die derzeit ebenfalls am Landweg nach China unterwegs ist, hat sie sich auch ausgetauscht, da ihre Route ganz ähnlich verläuft. Sie ist sich sicher, dass sie eine tolle Zeit haben werden.