Andreas Pilz, Robert Pfisterer, Martin Reinelt (Vino Neustadt) und Anita Hirschler sind die Gesichter von „Holz mit Herz“ / Foto: Schwendenwein

Seit Dezember 2020 setzt sich der Verein „Holz mit Herz“ in Wiener Neustadt gegen Energiearmut ein. Im Interview sprechen Obmann Robert Pfisterer, Stellvertreter Andreas Pilz und Schriftführerin Anita Hirschler über ihr Engagement. 

Bote: Was ist die Grundidee des Vereins?

Pfisterer: Unser Leitspruch ist: Energiearmut hat keine Farbe und keine Ideologie. Wir wollten etwas Gutes tun, dabei aber explizit auf die Energiearmut ansprechen. Lebensmittelinitiativen gibt es bereits viele, aber da haben wir eine Lücke gesehen.

Pilz: Deshalb geben wir Holz aus. 

Bote: Ukraine-Krieg, Teuerung, hohe Inflation: Wie wirkt sich das bei uns in der Region aus?

Pfisterer: Wir sehen bei „Holz mit Herz“, dass das Angebot immer mehr gebraucht wird. In der Vorsaison waren die Auswirkungen vom Angriffskrieg auf die Ukraine dementsprechend: Da war ein massiver Anstieg zu merken. Auch heuer merken wir wieder enormen Bedarf, der die vorige Saison toppen wird.

Hirschler: Übrigens unterstützen wir auch Menschen aus der Ukraine, die hier bei Privatpersonen versorgt werden.

Bote: Wie kann man sich denn dafür anmelden?

Hirschler:  Berechtigt sind Mindestsicherungs-, Notstands oder Mindestpensionsbezieher oder Gebührenbefreite unter der Ausgleichszulage. 

Pfisterer: Sie müssen beim ersten Mal ein Dokument vorweisen und dann können sie ganz niederschwellig und unkompliziert Woche für Woche das Kontingent abholen.

Pilz: Das Kontingent ist eine Scheibtruhe pro Haushalt. Und wir haben auch Pellets. 

Bote: Wie geht es den Betroffenen?

Hirschler: Wir spüren eine große Dankbarkeit, und die Betroffenen helfen bei der Ausgabe auch selbst mit.

Pfisterer: Die Energiepreise sind ganz extrem, und leider geht es vielen Leuten so schlecht, dass sie diese Hürde überspringen und sich hier helfen lassen müssen. Aber es ist ein großes Miteinander geworden.

Bote: Wie kann man den Verein unterstützen?

Hirschler:  Wir haben Sponsorenangebote und machen auch die Erfahrung, dass viele Leute gerne spenden oder zu unseren Charity-Veranstaltungen kommen, weil sie sagen: Da weiß ich, dass das Geld wirklich ankommt.

Bote: Gibt es das Angebot nur in Wiener Neustadt?

Pfisterer: Bad Erlach hat sich uns angeschlossen und gibt aus demselben Kontingent wie wir aus. Für die Zukunft ist aber nicht ausgeschlossen, dass sich weitere Ortsorganisationen von „Herz mit Holz“ gründen können.  

Auch in Bad Erlach heißt es heuer wieder „Holz mit Herz“. Die Ausgabe findet am Bauhof statt  / Foto: Gemeinde Bad Erlach

Info:
In der Vorsaison wurden mit 115  Tonnen Holz (2.600 Scheibtruhen) 160 Haushalte versorgt.