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Der Schneefall, der pünktlich zu Weihnachten gekommen ist, hat uns wohl allen große Freude gemacht! Weiße Weihnachten sind mittlerweile ja eine Seltenheit geworden. In schattigen Lagen liegt der Schnee bis heute und versteckt die Gärten noch unter einer weißen Decke, aber schon jetzt gibt es für fleißige Gärtner den einen oder anderen Handgriff zu tun.
Die Blumenbeete und der Gemüsegarten sind dankbar für die Schneedecke, die gemeinsam mit der Mulchschicht den Boden darunter vor Kälte schützt. Sollte noch mehr Schnee kommen, stellt sich die Frage: Wohin damit? Die Wege und Zufahrten müssen geräumt werden! Blumenbeete können beliebig zugeschaufelt werden. Heikel ist es bei den Bodendeckerrosen und kleinen Blütensträuchern, wie Fingerstrauch und Zwergdeutzie. Wenn der Schnee zusammensackt, reißt er die feinen Ästchen ab. Feintriebige Pflanzen können sogar in der Mitte auseinanderbrechen. Hier ist also Vorsicht geboten!
Bei Sträuchern wie Kirschlorbeer und Rhododendren sollte man den Schnee sanft abkehren. Hilfe für unsere tierischen Gartenhelfer
Ja, manchmal wiederhole ich mich – aber es ist wirklich wichtig und liegt mir besonders am Herzen! Das große Gartenthema im Winter sind die Vögel. Sie fressen 80 Prozent aller Gartenschädlinge und wir tun gut daran, ihnen im Winter zu helfen. Vogelhäuser sollten nah an Büschen oder Bäumen aufgestellt sein, damit unsere gefiederten Helfer schnell Unterschlupf finden, wenn Gefahr droht. Dichte Blütensträucher mögen sie am liebsten.
Beim Futter darf man auf die Amseln nicht vergessen. Sie brauchen Weichfutter, also z. B. Futterrosinen und Äpfel. Fettringe sind wichtig für die Meisen und lassen sich am besten als Ringe am Vogelhaus befestigen. Mit Wildvogel-Futtermischungen habe ich schlechte Erfahrungen gemacht. Die Vögel picken sich nur die Sonnenblumenkerne heraus und im Garten wuchert im Frühling die hartnäckige Hirse.
Die Gemüse-Saison startet schon jetzt
Jetzt beginnt die Zeit der Aussaat für viele Gemüsepflanzen. Wichtig ist bei der Samenanzucht immer die Hygiene. Schalen und Töpfe sollten sorgfältig mit heißem Wasser gereinigt und gut gebürstet werden. Als Aussaaterde darf nur fein gesiebte, nährstoffarme Erde verwendet werden.
Gut bewährt hat sich dabei ein Mischverhältnis von zwei Drittel hochwertige Aussaaterde mit einem Drittel Quarzsand. So zieht das Wasser besser ab und die Gefahr der Fäulnis verringert sich.
Die ideale Keimtemperatur für fast alle Gemüsesamen liegt bei etwa 22 bis 25 Grad. Sobald die Samen zu kleinen Keimlingen herangewachsen sind, werden sie vorsichtig in Schalen mit nährstoffreicher Erde pikiert (vereinzelt). Sobald das erledigt ist, sollte man sie kühler stellen (18 bis 21 Grad), um die Ausbreitung von Pilzkrankheiten zu vermeiden.
Nach einigen Wochen können die kleinen Gemüsepflanzen dann in Töpfe umgepflanzt werden. Bei 10 bis 15 Grad wachsen sie langsam und entwickeln gute Wurzeln. Ist der Standort zu warm, werden die Triebe lang und weich.
Gemüsepflanzen selber ziehen ist zwar aufwendig, aber man kann sich dafür die Sorten aussuchen und es ist im Winter einfach eine schöne Beschäftigung!
Ich wünsche Ihnen entspannte und gemütliche Wintertage!
Herzlichst, Ihre Gärtnermeisterin
Gerlinde Blauensteiner
Schicken Sie Ihre Gartenfrage an: redaktion@bote-bw.at und unsere Gärtnermeisterin wird sie hier beantworten.






