Großer Andrang bei der Bischofsprimiz in Kirchberg am Wechsel / Fotos: Markus Goestl (3), Stephan Schönlaub (2)

Josef Grünwidl ist seit Ende Jänner neuer Erzbischof von Wien. Auf seinem Weg dahin hat ihn sein Wirken in Wiener Neustadt, im Wechselland und im Vikariat Süd geprägt. Seinen Amtsantritt feierte er daher auch mit tausenden Gläubigen in Wiener Neustadt sowie in Kirchberg am Wechsel.

Die Festmesse im Wiener Neustädter Dom war für Josef Grünwidl wie eine Rückkehr zu den Wurzeln. Drei Jahre lang – von 1991 bis 1993 – lebte und wirkte der nunmehrige Erzbischof von Wien in Wiener Neustadt. Als Kurat der Dompfarre lernte er die Stadt und ihre Menschen kennen und er verrät: „Hier habe ich oft nächtens die Domorgel bespielt.“ 

Grünwidl ist darüber hinaus mit der Region bestens vertraut. Weitaus länger, nämlich von 1998 bis 2014, diente Grünwidl als Pfarrer im Wechselland für Kirchberg, Feistritz, St. Corona und Trattenbach, wo er auch sieben Jahre lang Dechant war. 2023 kehrte er in gewisser Weise in die Region zurück, als er von Kardinal Schönborn zum Bischofsvikar für das Vikariat unter dem Wienerwald ernannt wurde. 

Das Südvikariat, wie es auch genannt wird, mit Sitz in Wiener Neustadt umfasst das gesamte Industrieviertel, wovon ein wesentlicher Teil die gemeinsame Region Bucklige Welt-Wechselland ausmacht. Nominell blieb Grünwidl bis zur Ernennung seines aktuellen Nachfolgers, Richard Kager, Bischofsvikar. 

Kager trat sein Amt offiziell am 1. Februar an.

Einsatz für Erneuerung

1200 Menschen waren bei dem Pontifikalamt in Wiener Neustadt dabei. Hunderte feierten  zwei Wochen später in seiner alten Heimat Kirchberg am Wechsel die Bischofsprimiz.  Den Gläubigen gab Grünwidl mit,  nicht über „das Zerbröseln der alten Kirchengestalt“ zu jammern, sondern sich für eine Erneuerung zu engagieren.  Wie bereits bei der Bischofsweihe in Wien spielten auch in Wiener Neustadt und in Kirchberg die musikalische Begleitung und die aktive Teilnahme der Kirchengemeinschaft am Gottesdienst eine wesentliche Rolle. 

Herbert Vouillarmet – langjähriger Religionsfachinspektor in der Region und nun stellvertretender Vorsitzender des Pastoralen Vikariatsrates – übernahm in Wiener Neustadt die Begrüßung. Die Sendung des Evangeliars, also das Weitergeben des Evangelienbuches, erfolgte durch Vertreter der mitfeiernden Pfarren.

Grünwidl ließ es sich nicht nehmen, den Kontakt mit den Gläubigen zu suchen – zumal viele ihn noch aus seinen Jahren in der Region persönlich kennen. Und der neue Erzbischof gab ein Versprechen: Er wolle auch in Zukunft mit der Region in Verbindung bleiben.

Nichtsdestotrotz ist sich Grünwidl der Bedeutung seiner neuen Funktion bewusst. Rund um seine Amtseinführung hat er im Gespräch mit Priestern aus der Region festgehalten: „Die Aufgabe ist sehr groß, die ich übernommen habe, auch wenn ich weiß, dass wir synodal, also gemeinsam unterwegs sind und es viele Mitarbeiter gibt, die mich unterstützen.“ Nachsatz: „Den Beistand Gottes und die Kraft des Heiligen Geistes brauche ich dringend und ich danke allen, die mich auch im Gebet begleiten.“