Bezirkspolizeikommandant Obstlt. Johann Neumüller (ganz li.) übernahm die Eröffnung des Kooperationstreffens, das auf Einladung von Bgm. Michaela Walla heuer in Warth stattfand / Foto: Rehberger
In Sachen häuslicher Gewalt, insbesondere gegen Frauen, vergeht kaum ein Tag, an dem keine neuen Fälle durch die Medien gehen. Im Bezirk Neunkirchen setzt man daher auf Prävention. Im März fand das alljährliche Kooperationstreffen des Bezirkspolizeikommandos in Warth statt.
Rund 150 Personen – überwiegend Frauen und Kinder – werden im Bezirk Neunkirchen jedes Jahr Opfer von häuslicher Gewalt. Das ist die Bilanz des Bezirkspolizeikommandos, das im März zum Gipfeltreffen lud. Mit Vertretern des Gewaltschutzzentrums NÖ, der Beratungsstelle für Gewaltprävention, der Staatsanwaltschaft Wr. Neustadt, der Bezirkshauptmannschaft Neunkirchen, verschiedener Opferschutz- und Opferbetreuungseinrichtungen und der Männerberatung NÖ Süd warf man einen Blick auf die aktuelle Situation und tauschte sich über Beratungsangebote aus. Ziel ist es, einen bestmöglichen Opferschutz zu garantieren – und der funktioniert dann, wenn man erst gar nicht zum Täter wird.
Schwerpunkte des Kooperationstreffens waren die Themen Fallkonferenzen, der Umgang mit Minderjährigen und Gewalt an älteren Frauen. Zum unmittelbaren Opferschutz kann die Polizei gegen einen sogenannten Gefährder ein Betretungs- und Annäherungsverbot aussprechen. Im Bezirk Neunkirchen mit zehn Polizeiinspektionen gibt es außerdem zwölf besonders ausgebildete Polizistinnen und Polizisten für die präventive Rechtsaufklärung mit Gefährdern und für die Opferkontaktgespräche. Diese (freiwilligen) Beratungsgespräche werden von den Opfern und Gefährdern übrigens beinahe ausnahmslos angenommen.






