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Ein absolutes Highlight im Mai ist der Gesang der Vögel in der Früh! Jeden Tag gibt es derzeit im Garten und in der Natur etwas Neues zu entdecken. Und – der Mai ist der wohl arbeitsreichste Monat im Garten:

Der strenge Winter hat Spuren im Garten hinterlassen, die zum Teil erst jetzt sichtbar werden. Rosmarin und Lorbeer haben sehr gelitten. Bei manchen nützt ein strenger Rückschnitt, einige müssen aber auch ausgetauscht werden. Auch Agapanthus und andere mediterrane Pflanzen haben Winterschäden davongetragen. Die Glanzmispeln verlieren ihre – an sich wintergrünen – Blätter, treiben aber meist wieder kräftig durch. Die gelben Forsythien sind gerade am Abblühen. Als etwas unbändige Sträucher werden sie in vielen Gärten mit den Jahren zu groß. Will man sie schneiden, so geschieht das jetzt nach der Blüte. Forsythien blühen am zweijährigen Holz. Werden sie nach der Blüte geschnitten, treiben sie heuer noch kräftig aus. Diese Triebe sind im nächsten Jahr zweijährig und blühen wieder in bekannter Fülle. Diese Schnittmaßnahme gilt für fast alle Blütensträucher (Ausnahmen sind Hibiskus und Schmetterlingsflieder).

Ab Mitte Mai können die einjährigen Sommerblumen ausgepflanzt werden. Pelargonien, Sulfinen, Mehlsalbei und viele andere schmücken unsere Tröge und Kisterln bis zu den ersten Frösten im Herbst. Es hat sich bewährt, die Blumenerde mit etwas Quarzsand zu mischen. Das Wasser zieht besser ab und Staunässe wird weitgehend vermieden. Je größer die Pflanzgefäße, umso weniger Aufwand hat man mit dem Gießen. 

Im Gemüsegarten ist jetzt richtig viel zu tun! Radieschen, Karotten, Petersilie  und Erbsen wollen gesät werden. Busch- und Stangenbohnen können verlegt werden.  Es hat sich bewährt, die dicken Samen vor der Aussaat über Nacht in Wasser einzulegen. Die Keimung geht dann deutlich schneller. Pflücksalatpflänzchen kommen auch mit kalten Nächten ganz gut zurecht und können ebenfalls schon ausgepflanzt werden. In sehr kalten Nächten freuen sie sich allerdings über eine Vliesabdeckung. Sobald sich die ersten Saatreihen zeigen, kann dazwischen  gemulcht werden. Feiner Rasenschnitt in dünnen Schichten hat sich dafür gut bewährt. 

Bei den Schwimm- und Gartenteichen ist jetzt auf ausreichende Stickstoff-Versorgung zu achten (Teichdünger!). Die Pflanzen können den Nährstoff Phosphor (der für das Algenwachstum verantwortlich ist) nur abbauen, wenn sie genug Stickstoff zur Verfügung haben. Von dem ist aber aufgrund der ständigen Abbauvorgänge im Teichwasser immer zu wenig vorhanden. Vor jeder Düngung ist eine einfache Wasserprobe (Fachhandel) durchzuführen. Eine Wasserprobe mit anschließender Düngung ist wirklich einfach und schnell gemacht – Ihre Teiche werden es Ihnen mit klarem Wasser und wenig Algen danken!Ja, ein bisschen muss man schon kämpfen um das „grüne Paradies“ – oder man sieht es sportlich, denn Gartenarbeit ist ja bekanntlich sehr gesund! Und wenn man frischen Salat aus dem Hochbeet holt, sich an den ersten Erdbeeren erfreut oder einfach im Anblick der blühenden Pfingstrosen versinkt, ist die harte Arbeit auch schon fast wieder vergessen. 

Ich wünsche Ihnen taufrische Morgenstunden voller Vogelgezwitscher, Mittagstunden unter blühenden Obstbäumen und entspannte Abendstunden rund um die Feuerschale!

Herzlichst, Ihre Gärtnermeisterin
Gerlinde Blauensteiner

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