Familie Höfer begrüßte zahlreiche Fest- und Ehrengäste, darunter auch Vertreter der Politik, der Feuerwehren und des Bundesheeres zur offiziellen Überreichung des EU-Patents für die richtungsweisende Versuchsanstalt in Otterthal / Fotos: Rehberger (3)
Vor 30 Jahren legte Andreas Höfer den Grundstein für eine Entwicklung, die nun mit der Verleihung eines EU-Patents einen besonderen Meilenstein erreicht hat. In Otterthal befindet sich neben dem Baustudio seit einigen Jahren auch das Energiestudio Höfer, wo Technik, Know-how und Wissenschaft in die Energie-Revolution fließen. Das wurde nun – gemeinsam mit zwei runden Jubiläen – entsprechend gefeiert.
„Mit einer Scheibtruhe und ganz viel Leidenschaft ist all das hier entstanden“, begrüßte Moderatorin Pamela Grün die zahlreichen Fest- und Ehrengäste, die Ende Juni ins Energiestudio Höfer nach Otterthal kamen, um bei der offiziellen Übergabe des EU-Patents an die Familie Höfer dabei zu sein. Darunter waren auch hochrangige Vertreter der Feuerwehren und des Bundesheeres, denn das, was hier im Wechselland entwickelt und erforscht wird, kann die Blackout-Vorsorge – insbesondere bei der kritischen Infrastruktur – auf komplett neue Beine stellen. Als Sachgebietsleiter des Bundesfeuerwehrverbands und Konsulent des NÖ Landesfeuerwehrrats kennt Andreas Höfer die Herausforderungen zum Thema Blackout aus Experten-Sicht. Aber der Reihe nach: Vor zwei Jahren wurde die Versuchsanstalt des Energiestudios Höfer eröffnet und gleichzeitig ein EU-Patentverfahren eingeleitet – denn das, was auf den ersten Blick einfach wie ein modernes Bürogebäude wirkt, versteckt im, am und unter dem Gebäude jede Menge Hightech-Lösungen in Sachen Energie-Autarkie. Ziel war es, die diversen bereits vorhandenen Einzelkomponenten wie Photovoltaik-Anlagen oder diverse Kurzzeit- oder Langzeit-Speicher in einer Versuchsanstalt zu vereinen, um so auf dem Weg zum echten energieautarken Gebäude optimale Ergebnisse zu erzielen. Wie das in der Praxis funktioniert, präsentierten Dominik und Fabian Höfer, die gemeinsam mit ihrem Vater an der Entwicklung der Versuchsanstalt arbeiten.
Österreich-Premiere für echten Langzeitspeicher
Nach der Inbetriebnahme der Versuchsanstalt als erster Ausbaustufe ist die zweite Stufe das „bidirektionale Laden“ wobei das Elektro-Auto künftig nicht nur per PV-Anlage geladen wird, sondern umgekehrt auch selbst als Energiespeicher funktionieren soll. Gemeinsam mit der Firma EPP wurde die Technik am Firmengelände präsentiert. Der eigentliche Durchbruch und damit die dritte Ausbaustufe in der Energiespeicherung befindet sich aber in einem eher unscheinbaren Container. Dem Team des Energiestudios Höfer ist es nämlich in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Wien als Forschungspartner gelungen, einen Wasserstoff-Langzeitspeicher zu konstruieren, der die bei der Herstellung von Wasserstoff entstehende Abwärme wiederum nutzt – eine echte Österreich-Premiere und ein wesentlicher Meilenstein in der Erreichung des EU-Patents. „Wasserstoff ist ein viel besserer Speicher als elektrische Batterien, weil man Energie so viel länger speichern kann. Allerdings entsteht dabei auch mehr Restwärme. Durch die Möglichkeit, diese Restwärme wiederum zu nutzen, ist ein geschlossener Kreislauf entstanden“, erklärt Fabian Höfer. Dieser H2X-Container ist der erste blackoutsichere Wasserstoffspeicher made in Austria, der bis zu einem Jahr Energieautarkie verspricht. In einem weiteren Schritt will das Energiestudio Höfer nun Kooperationen mit der Industrie eingehen, um die Innovation aus Otterthal in Serie produzieren zu können. „Für ein solches Projekt braucht man drei Dinge: Hausverstand, die Bereitschaft, viel zu investieren, und zwei solcher Söhne, die sich extrem engagiert einbringen“, ist Andreas Höfer überzeugt. Neben dem EU-Patent und dem 30. Firmenjubiläum feierte er an diesem besonderen Tag übrigens auch seinen 60. Geburtstag. Mit ihm feierten auch zahlreiche Vertreter des Bundes- und Landesfeuerwehrkommandos.


Pamela Grün im Gespräch mit Branddirektor Mario Rauch von der Wiener Berufsfeuerwehr, NÖ Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner und Feuerwehrpräsident Robert Mayer; Bild re. (v.li.): Univ.-Prof. Uwe Drofernig von der TU Wien überreichte Andreas, Dominik und Fabian Höfer das Europa-Patent für ihre Versuchsanstalt





