Nach dem schweren Hochwasser vor einigen Jahren in der Gemeinde Warth setzt die regionale Bankstelle auf Eigenschutz. Wie das auch in Privathaushalten funktioniert, kann man im Rahmen von einem Quiz der KLAR! Bucklige Welt-Wechselland lernen. Von links: KLAR!-Manager Rainer Leitner, seine Mitarbeiterin Cornelia Schuh, Roswitha Treitler, Teamleiterin der Filiale Warth der Raiffeisenbank Region Wiener Alpen, sowie Warths Bgm., Regionsobfrau Michaela Walla / Fotos: Gemeinde Warth, Regionsbüro
Wie sich der Klimawandel auf die Region Bucklige Welt-Wechselland auswirkt und mit welchen Strategien darauf reagiert wird. Mit fachlichen Inputs und praktischen Beispielen aus der LFS Warth und der KEM/KLAR! Bucklige Welt-Wechselland
Der Klimawandel geht mit mehr und heftigeren Regenfällen einher. Und damit wird auch die Gefahr von Hochwasser und Überflutungen größer. Beim Thema Eigenschutz herrscht bei den allermeisten Privathaushalten noch Handlungsbedarf. Im Rahmen einer App kann man sein Wissen in Sachen Katastrophenschutz nicht nur testen, sondern sich auch praktische Tipps zur Umsetzung holen.
In unserer Serie Bucklige Welt klima:fit sehen wir uns innovative Projekte in Sachen Klimawandel-Anpassung an. Diesmal widmen wir uns dem Thema Vorbeugung. In den letzten Jahren wurden Teile der Buckligen Welt immer wieder von heftigen Unwettern heimgesucht – mit teils katastrophalen Auswirkungen wie Überschwemmungen oder Hangrutschungen im Siedlungsgebiet. Wie man sich gegen solche Szenarien wappnen kann, ist Teil des Projekts „Krisenfester Haushalt bzw. regionaler Katastrophenschutz“ der Klimawandelanpassungs-Modellregion (KLAR!) Bucklige Welt-Wechselland.
Es ist nur einer von mehreren Bereichen, in denen man auf die durch den Klimawandel vermehrt auftretenden Starkregenereignisse reagiert. So hat man in den letzten Jahren auf Gemeindeebene in mehreren Orten sogenannte Kleinrückhaltebecken installiert, die im Ernstfall Gröberes verhindern konnten – weil sie zumeist bereits dort installiert werden, wo das Problem beginnt, nämlich bei kleinen Bächlein mitten im Wald.
Bei Starkregen kann die Lage so rechtzeitig entschärft werden, bevor Überflutungen das Siedlungsgebiet erreichen. In Kirchschlag, Aspang oder Krumbach konnte man sich von der effektiven Wirkung bereits überzeugen. Und es sollen in den kommenden Jahren noch einige mehr entstehen, die mittlerweile auch über die Region hinaus als Best-Practice-Beispiele gelten und mit dem Staatspreis für Klimawandelanpassung ausgezeichnet wurden.
Eigenschutz ist unerlässlich
All das ersetzt im Ernstfall aber nicht den Eigenschutz, wie KLAR!-Manager Rainer Leitner erklärt: „Wie beim Thema Blackout ist es auch beim Hochwasserschutz unverzichtbar, dass man in den Privathaushalten Vorkehrungen trifft, um für den Ernstfall gerüstet zu sein. Dabei sind es oft schon ganz einfache Maßnahmen, mit denen man im Notfall viel bewirken kann.“
Die KLAR! Bucklige Welt-Wechselland setzt daher auf Aufklärung. Über die digitale App „Bucklige Welt Mobile Campus“ hat man eine Plattform, auf der nicht nur alle wichtigen Infos zum Thema Katastrophenschutz zu finden sind, sondern auch ein Quiz zum Thema Blackout und „Krisenfester Haushalt bzw. regionaler Katastrophenschutz“. Und das ist durchaus ausbaufähig. Erste Auswertungen zeigen, dass noch viel Potenzial vorhanden ist: 230 Teilnehmer absolvierten bisher das Lernquiz. Und dabei waren 50 Prozent, also die Hälfte der beantworteten Fragen, falsch. Aufklärungsbedarf ist vorhanden und das Interesse steigt, wenn ein Notfall auftritt. Als Spanien von einem Blackout betroffen war, stiegen die Zugriffszahlen auf den Mobile Campus. Das Angebot ist übrigens kostenlos, die App kann über den iOS bzw. Android Store geladen werden.
Mit gutem Beispiel in Sachen Eigenschutz geht übrigens die Bankstelle Warth der Raiffeisen Region Wiener Alpen voran. Nach dem verheerenden Hochwasser in der Gemeinde vor einigen Jahren setzt man hier auf einen mobilen Hochwasserschutz. Für Privathaushalte können aber schon einige Sandsäcke ausreichen, um überflutete Keller zu verhindern.