In Venedig fand das erste Treffen für das EU-Horizon-Projekt GRACE statt, womit der offizielle Startschuss dafür fiel. Mit dabei auch ein Vertreter aus der Region: Rainer Leitner (2. Reihe, 4.v.li.) vertritt die Region Bucklige Welt-Wechselland als eine von fünf Vorzeigeregionen Europas. / Foto: Projekt GRACE
Europa ist besonders stark vom Klimawandel betroffen – und hier wiederum ländliche Regionen. Wie diese auf Umweltkatastrophen wie Überschwemmungen, Dürre und erhöhte Waldbrandgefahr wirksam reagieren können, wird in den kommenden vier Jahren im Rahmen des EU-Projekts GRACE erprobt. Aus Österreich ist die Region Bucklige Welt-Wechselland als Vorzeigeregion mit dabei. KLAR!-Manager Rainer Leitner war beim Startschuss in Venedig.
„Von 1980 bis 2020 verursachten Klimakatastrophen in der EU jährliche Kosten in der Höhe von zwölf Milliarden Euro, und künftige Gefahren könnten diese Zahl auf 170 Milliarden Euro pro Jahr ansteigen lassen. Als Reaktion darauf hat die Europäische Kommission politische Maßnahmen wie den EU Green Deal, die Anpassungsstrategie und die Horizon Europe Mission zur Klimaanpassung eingeführt, die alle darauf abzielen, die Widerstandsfähigkeit zu stärken, insbesondere in ländlichen Gebieten, die aufgrund ihrer Abhängigkeit von natürlichen Ressourcen und ihrer Exposition gegenüber verschiedenen Klimarisiken unverhältnismäßig stark gefährdet sind“, heißt es aus der Projektbeschreibung der Bundesanstalt für Agrarwirtschaft und Bergbauernfragen. Gemeinsam mit 24 weiteren Partnerorganisationen aus ganz Europa traf man sich daher zum Start des Projekts GRACE in Venedig, um sich kennenzulernen und die ersten Schritte in dem auf vier Jahre angesetzten Projekt zu besprechen.
Know-how aus der Region für Europa
Mittendrin auch Rainer Leitner, verantwortlich für die Klimawandelanpassungs-Modellregion Bucklige Welt-Wechselland. Aufgrund der zahlreichen KLAR!-Aktivitäten in der Region (etwa Kleinrückhaltebecken, Waldbrandschutzpläne) wurde er ausgewählt, um gemeinsam mit anderen Vertretern der europäischen Regionen an wirksamen Maßnahmen zur Klimawandelanpassung zu arbeiten.
Insgesamt fünf Vorzeige-Regionen, neben der Region Bucklige Welt-Wechselland/Österreich sind das ländliche Regionen aus Portugal, Italien, Dänemark und Schweden, arbeiten mit fünf „Replicator Regions“ zusammen, die die innovativen Lösungen aus den Vorzeigeregionen für ihre Länder in den kommenden vier Jahren umsetzen wollen. Rainer Leitner arbeitet dabei mit Vertretern aus der Slowakei, Lettland und der Ukraine an konkreten Lösungen.
Die Probleme sind überall dieselben
Für Leitner war der Startschuss in Venedig eine spannende Möglichkeit, aus erster Hand zu erfahren, wie man in anderen Regionen Europas von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen ist und wie man dort versucht, wirksame Anpassungsmaßnahmen zu ergreifen. Sein Fazit nach dem ersten Treffen: „Es spielt keine Rolle, wo man in Europa beheimatet ist, es sind überall dieselben Probleme. Von Griechenland bis Schweden, von Irland bis Lettland kämpft man mit Trockenheit und Starkregen und allen damit zusammenhängenden Konsequenzen“, so Leitner.
In den kommenden vier Jahren soll daher eine Reihe von Maßnahmen – wie etwa das Erfolgsprojekt Kleinrückhaltebecken aus der Buckligen Welt – in anderen ländlichen Regionen umgesetzt werden und die Vorzeigeregionen helfen dabei. Gleichzeitig werden auch weitere Beobachterregionen einbezogen, die ebenfalls planen, diese Maßnahmen in ihren Ländern umzusetzen.
Und schließlich profitiert man auch vom Austausch untereinander: „Wenn man etwa schaut, welche Probleme man in Portugal hat, das ist wie ein Blick in die Zukunft, denn so wird es aufgrund des Klimawandels in 30 Jahren wahrscheinlich bei uns aussehen“, so Leitner.
Wissenschaftliche Begleitung
Der Austausch findet online, aber auch jeweils vor Ort statt, einmal jährlich soll es ein gemeinsames Treffen geben. In allen Ländern wird der Prozess wissenschaftlich begleitet, in Österreich von der Bundesanstalt für Agrarwirtschaft und Bergbauernfragen. Diese hat sich bewusst für unsere Region als Österreich-Vertreter entschieden: denn aufgrund der guten regionalen Zusammenarbeit konnten hier innovative Projekte umgesetzt werden.






