Die Experten für fachgerechte Rasenpflege: die Fachlehrer Günther Kodym und Karl Lobner geben ihr Wissen an der Greenkeeper-Akademie in Warth weiter und wissen um die Herausforderungen aufgrund des Klimawandels / Fotos: Rehberger, Kodym (4)

Wie sich der Klimawandel auf die Region Bucklige Welt-Wechselland auswirkt und mit welchen Strategien darauf reagiert wird. Mit fachlichen Inputs und praktischen Beispielen aus der LFS Warth und der KEM/KLAR! Bucklige Welt-Wechselland

Im letzten Jahr feierte die Greenkeeper-Akademie an der LFS Warth ihr 35. Jubiläum. Knapp 400 Golf- und Sportplatzwarte wurden in dieser Zeit ausgebildet, hinzu kommen noch zahlreiche Head-Greenkeeper. Wir sprachen mit den beiden Experten Karl Lobner und Günther Kodym, worauf es in Zeiten von Starkregen und Dürre ankommt, damit es auch in Zukunft Sportplatz-Rasen geben kann.

Zugegeben, es ist vielleicht eine Minderheit, die sich dafür interessiert, ob in Zeiten des Klimawandels auch weiterhin auf grünem Golfrasen gespielt werden kann. Wenn man die Sache etwas weiter denkt, dann sieht es aber schon anders aus. Denn der Sportplatzrasen und damit etwa sämtliche Fußballfelder, die sich in so ziemlich jeder Gemeinde der Region befinden, unterscheiden sich nur durch ein paar Millimeter Graslänge. Die Probleme, vor denen man steht, sind dieselben. 

Wie kann es also gelingen, dass trotz steigender Temperaturen, Trockenheitsphasen und Starkregenereignissen auch weiterhin Fußball gespielt werden kann? Das haben wir mit zwei Experten der LFS Warth besprochen. Karl Lobner ist Leiter der Greenkeeper-Akademie, die einzige staatlich anerkannte Ausbildung dieser Art in Österreich. Gemeinsam mit seinem Stellvertreter Günther Kodym kümmert sich Lobner um die fachgerechte Ausbildung der künftigen Golf- und Sportplatzwarte. 

Rasen-Experten

Thema ist dabei natürlich auch der Klimawandel und wie man bei der Pflege auf die veränderten Bedingungen eingeht.  Denn dass die Herausforderungen größer werden, ist klar. Wenn man im Sommer immer früher an braunen, ausgedörrten Wiesen vorbeifährt, dann wird deutlich, dass hinter der Pflege, etwa eines Fußballplatzes, viel Arbeit und Know-how steckt. 

Um dem Rechnung zu tragen, wird die Ausbildung auch immer wieder an die neuesten Erkenntnisse angepasst. „Es sind drei Themen, mit denen Golf- und Sportplatzwarte umgehen müssen: Hitzestress, Trockenheitstoleranz und Wassermanagement“, so Lobner. 

Gute Lösungen für heimische Sportplätze

Immer wieder tauschen sich die beiden auch international mit Kollegen aus. Lobner weiß etwa von Golfplätzen, bei denen das Wasser, das zum Waschen der Maschinen verwendet wird, aufbereitet wird, um es wieder verwenden zu können. Bei Golfplätzen am Meer gibt es bereits Versuche, salzwassertolerante Gräser zu züchten. Ein (kostspieliges) Engagement, das auf Gemeindeebene, wo es um den Rasen für den Sportverein geht, nicht infrage kommt. Umso wichtiger sei es aber, gute Lösungen zu finden. „Ein teures Gemisch aus Natur- und Kunstrasen, wie es etwa auf Bundesliga-Niveau im Einsatz ist, kommt auf Gemeindeebene nicht infrage. Die Lösung liegt eher darin, den Naturrasen mit all seinen Schwierigkeiten bespielbar zu halten. Der erste Schritt dabei ist das Wassermanagement“, so Lobner. Aber nicht nur. Ein wichtiges Thema, mit dem man sich an der Greenkeeper-Akademie befasst, ist der Einsatz von Geräten zur Bodenbelüftung und Förderung einer höheren Durchlässigkeit. „Wenn Gräser dadurch besser und tiefer wurzeln können, sind sie resistenter und besser vor Dürre geschützt. Außerdem kann auf einem so bearbeiteten Boden auch das Wasser bei Starkregen besser abfließen, ohne dass die Gräser weggeschwemmt werden“, erklärt Günther Kodym. 

Zusammenarbeit

An der Greenkeeper-Akademie werden dabei diverse technische Möglichkeiten gezeigt, die auch am Gemeinde-Fußballfeld gut zum Einsatz kommen könnten. „Es wird in Zukunft viel mehr Know-how gefragt sein, damit der Rasen erhalten bleibt. Ob belüften, schlitzen, aerifizieren oder düngen, es geht um ein Bündel an Maßnahmen, die gezielt gesetzt werden“, so Kodym. Er sieht daher eine Zusammenarbeit über die Gemeindegrenzen hinweg als sinnvoll an, damit entsprechende Geräte zum Einsatz kommen können.