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Der Schnee schmilzt selbst im Schatten rasant dahin und versorgt unsere Gärten mit ausreichend Feuchtigkeit. Das Zwitschern der Vögel zaubert Frühlingsgefühle in unsere Herzen. Nach dem Winter ist die Vorfreude auf die Gartenarbeit groß und man kann auch schon einiges tun:

Die Rasenflächen sehen nach dem Winter meist schlimmer aus, als sie tatsächlich sind. Vieles wächst sich bis Ende April von selbst zusammen. Wichtig ist es, die Flächen einmal kräftig mit einem Fächerbesen oder einem Kehrgerät abzubürsten. Schäden, die nach dem ersten Schnitt noch sichtbar sind, können mit einer Mischung aus Gartenerde und Rasensamen (drei Liter Erde, eine Hand voll Rasensamen, gut durchgemischt) leicht repariert werden. Wer mit einem fleißigen Maulwurf leben muss, sollte die Haufen möglichst bald abheben. Die unkrautfreie Erde, mit Sand und ein wenig Blumenerde gemischt, ergibt eine gute Ansaaterde. 

Die Beetpläne für den Gemüsegarten sollten bald fertig sein. Hat man im vergangenen Jahr ein Gartenbuch sorgfältig geführt, ist das schnell gemacht. Wer stolzer Besitzer eines beheizbaren Gewächshauses ist, kann schon mit der Anzucht von Gemüsepflanzen beginnen. Tomaten, Paprika, Chili und die sonnenhungrigen Melanzani können in Schalen mit sandiger Anzuchterde ausgesät werden. Die Aussaat von Gurken und Kürbis hat noch Zeit. Es sei denn, sie dürfen im Gewächshaus bleiben. 

In Staudenbeeten und Pflanzungen kann man schon durchjäten. Jetzt lösen sich selbst Wurzelunkräuter noch leicht. Wer die Blütenstauden nicht im Herbst geschnitten hat, sollte das jetzt bald tun. Hohe Blütenstauden, wie Rittersporn, hohe Herbstastern oder Eisenhut, können mit Zweigen ausgesteckt werden. Die jungen Triebe wachsen ins Reisig ein und sind so, fast unsichtbar, gut gestützt.

An warmen Tagen kann man auch bei den Garten- und Schwimmteichen schon einiges tun. Der Schlamm, der sich am Boden abgesetzt hat, wird abgesaugt. Es macht Sinn, diese Arbeiten durchzuführen, bevor die Laichzeit der Kröten und Frösche beginnt. Uferpflanzen, die im Herbst nicht geschnitten wurden, werden jetzt auf 5-10 cm eingekürzt. Sichtbare Folienränder werden mit sauberem Schotter überschüttet. Je weniger Schlamm und alte Pflanzenreste im Teich sind, umso harmloser zeigt sich die Frühlings-Algenblüte.  

Wer es vorm Winter nicht mehr geschafft hat, beim Gartenwerkzeug für Ordnung zu sorgen, kann die ruhige Zeit gut dafür nutzen, um sich darum zu kümmern. Wackelige Stielwerkzeuge, platte Reifen an der Scheibtruhe und rostige Gartenscheren verderben schnell die gute Laune, wenn es im Garten richtig losgeht! Auch die Düngung sollte jetzt schon bedacht werden. Welche Beete sind für Starkzehrer (Kohlarten, Kürbis …) vorgesehen? Welche Lieblingspflanzen in bestehenden Pflanzungen brauchen zusätzlichen Nährstoff? Für alle notwendigen Düngemaßnahmen sollte man guten biologischen Langzeitdünger oder eigenen reifen Kompost verwenden. 

Wichtig ist aber auch, sich ein sonniges, windgeschütztes Plätzchen im Garten zu suchen und die ersten warmen Sonnenstrahlen zu genießen. Und selbst, wenn der Winter noch einmal kurz zurückkommt – ich kann versprechen, dass sich auch heuer der Frühling letztendlich durchsetzen wird!

Ich wünsche Ihnen viel Vorfreude auf den Frühling!

Herzlichst, Ihre Gärtnermeisterin
Gerlinde Blauensteiner

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