2022 bauten die Kinderfreunde Bad Erlach mit Kindern Nistkästen. Im Herbst 2026 soll das Projekt wiederholt werden. Wilhelm Brandstetter und Walter Putz setzen sich in Bad Erlach für das Wohl von Wildvögeln ein. Im Winter müssen die Nistplätze im Melchard-Park gesäubert werden. / Fotos: Kinderfreunde Bad Erlach (4), Schwendenwein

Zwei Bad Erlacher setzen sich für den Vogelbestand im Ort ein und wollen so zur Bewahrung der Artenvielfalt beitragen. 

Der Melchard-Park in Bad Erlach ist dieser Tage besonders einladend. Wer aufmerksam durch das Stückchen Grün spaziert, hört es zwitschern und sieht mit etwas Glück sogar das eine oder andere Vögelchen zwischen den Ästen hervorlugen. Die gefiederten Tiere finden seit einigen Jahren hier eigens für sie gebaute Nistkästen vor. Gebaut haben sie die beiden Bad Erlacher Walter Putz und Wilhelm Brandstetter. 

Nistkästenprojekt

Im Rahmen ihres Engagements für die Kinderfreunde Bad Erlach haben sie bereits vor vier Jahren eine Initiative gestartet, bei der sie auch Kinder dazu eingeladen haben, Nistkästen für die eigenen Gärten zu bauen. „Dabei sind dann auch die Nistkästen für den Melchard-Park entstanden“, erzählt Wilhelm Brandstetter. Er engagiert sich auch bei BirdLife Österreich und setzt sich daher intensiv mit den Lebensbedingungen für Vögel auseinander. Sein Fazit: „Vögel finden in der freien Wildbahn immer schwerer Futter, nicht nur im Winter.“ Putz ergänzt: „Viele Vögel verlieren außerdem ihre natürlichen Nistplätze, wenn Bäume gefällt oder Sträucher geschnitten werden.“ Deshalb haben die beiden versucht, dem entgegenzuwirken. 


Das Einflugloch im Osten lässt Sonne in den Nistkasten. Die dichte Seite gegen Westen hält Regen ab.

Schutz vor Bakterien

Für die Nistkästen im Melchard-Park verwendeten sie Föhrenholz, „weil das pechiger und somit witterungsbeständiger ist“, erklärt Brandstetter. Nach ihrer Fertigstellung wurden sie fachgerecht im Park angebracht  – mit dem Einflugloch gen Osten, mit der Hinterseite gen Westen ausgerichtet, denn: „Vom Osten kommt die Sonne, vom Westen der Regen, so gibt es optimalen Schutz für die Nester“, meint Brandstetter. Jedes Jahr im Winter säubern die beiden die Brutkästen, damit sie im Frühjahr wieder neu bezogen werden können. „Das ist wichtig, um Kot, Ungeziefer und Bakterien zu entfernen“, erklärt Putz. Die Tätigkeit muss bis Mitte Februar erledigt sein, denn dann ziehen bereits die ersten Tiere ein. Im Fall des Melchard-Parks sind das meist Amseln und Sperlinge. „Sie sind in den vergangenen Jahren spürbar weniger geworden“, meint Brandstetter, der sich umso mehr freut, dass die Tiere im Melchard-Park Unterschlupf finden.

Tipp vom Experten
Um die Amseln in seinem Garten zu füttern, vermischt Wilhelm Brandstetter Haferflocken mit Olivenöl. Sperlinge hingegen lieben geschälte Sonnenblumenkerne.