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Der Frühling war schon so spürbar und doch hat der Winter, zumindest in höheren Lagen, in der Buckligen Welt noch einmal kräftig zugeschlagen. Für die Natur ist das kein großes Problem. Sie profitiert in erster Linie von der reichlichen Feuchtigkeit. Vielerorts sprießt der Bärlauch, Lungenkraut beginnt zu blühen und die Forsythien leuchten aus den Gärten. Es gibt schon einiges zu tun:

Sobald es ein wenig wärmer wird, sind die Rosen zu schneiden. Ganz wichtig ist hier, auch die alten, trockenen Stümpfe penibel zu entfernen. Sie saugen Wasser und sorgen für Moder im Rosenstock – gar nicht gut! Der Rückschnitt darf ruhig kräftig sein, aber immer auf eine Außenknospe. Es macht auch nichts, wenn die Rosen schon angetrieben haben. Diese ersten Blätter sind in der Struktur von Schnee und Frost beschädigt, weshalb es um sie nicht schade ist. Die schlafenden Knospen treiben verlässlich aus. Nach jedem Rückschnitt freuen sich alle Rosen über eine kräftige Düngung mit biologischem Langzeitdünger.

Im Gemüsegarten stagniert es aufgrund der Kälte. Der Sturm hat in vielen Gärten die Frühbeete verblasen und beschädigt. Hier kann man nur abwarten, was keimt und wo man nachsäen muss. In den Gewächshäusern bricht dagegen der Frühling voll aus! Radieschen, Salate, Spinat, Mangold, Rucola und Erbsen keimen um die Wette. 

In den (Schwimm-)Teichen beginnt die Laichsaison. Frösche (rundliche Batzen) und Kröten (Schnüre) versammeln sich in zum Teil gewaltiger Zahl in den Gartenbiotopen. Sie sollten die nächsten Wochen so wenig wie möglich gestört werden. Wer keine Kaulquappen im Schwimmteich haben will, kann den Laich abfischen und in naturnahe Gewässer (nicht in Bäche!) umsiedeln. Wobei – Kaulquappen fressen Algenbeläge vom Teichschotter und sind Nahrungsgrundlage für Molche. Es überleben sehr wenige und wir belassen alle in unserem Schwimmteich.

Der Obstbaumschnitt geht ins Finale. Bitte immer bedenken: Wer im Frühling Obstbäume schneidet, muss sie unbedingt im Juni nachschneiden. Nach einem Baumschnitt treiben die Bäume unzählige Wassertriebe, die man im Juni entfernen muss. Mit einer Hippe, einem scharfen Gärtnermesser, geht das sehr schnell. Belässt man die Triebe, gibt es im Frühling darauf richtig viel Arbeit bei der Entfernung der schon verholzten Wassertriebe. Auch junge Bäume freuen sich über eine kräftige Gabe biologischen Langzeitdüngers. 

Nach Ostern ist eine gute Zeit, um den Rasen zu beurteilen. Wenn er kräftig aufgebürstet wurde, kann man bald das erste Mal mähen. Dieses Schnittgut muss man entfernen, weil es viele Pilzsporen von der Überwinterung trägt. Auch wenn man einen Mähroboter hat, sollte der erste Schnitt unbedingt mit einem nomalen Rasenmäher mit Fangsack gemacht werden. Danach wird kräftig gedüngt. Nach dem zweiten Schnitt werden dann Kahlstellen ausgebessert. Auch wenn die Rasenflächen derzeit noch sehr arm aussehen, wächst sich das meiste mit der Zeit von selber zusammen.

Der Frühling ist aber nicht nur der Gartenarbeit gewidmet. Die Natur in unserer wunderschönen Buckligen Welt wird wach und lädt zu ausgedehnten Spaziergängen ein. Ob man Bärlauch sammelt oder sich einfach nur am Gezwitscher der Vögel freut – genießen wir den Frühling mit allen Sinnen!

Einen zauberhaften Frühling wünscht herzlich, 

Ihre Gärtnermeisterin
Gerlinde Blauensteiner

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