Von links: KLAR-Manager Rainer Leitner, Zivilschutzbeauftragter Martin Grill, Amateurfunker Bernhard Peinsipp, Kommandant Daniel Friesenbichler (FF Petersbaumgarten), Bauhofmitarbeiter Gabor Csizar und Bgm. Michaela Walla beim „Krisenstab“ in Warth / Foto: Rehberger
Mitte April fand im Bezirk Neunkirchen eine groß angelegte Blackout-Übung statt. Neben Gemeinden, Behörden und Rettungsdiensten wurden auch die Amateurfunker der Region in das Szenario aufgenommen, um im Ernstfall bestens aufeinander abgestimmt zu sein.
Eine schlanke hohe Antenne schaukelte sanft im Wind am Gemeindeamt von Warth. Ein ungewohnter Anblick. Folgte man dem daran befestigten Kabel, dann befand man sich auch gleich inmitten des Geschehens: Mitte April wurde mit acht Gemeinden im Bezirk Neunkirchen der Ernstfall geprobt. Mit dabei war auch die Gemeinde Warth. Amateurfunker Bernhard Peinsipp saß am anderen Ende jenes Kabels, das schon von außen sichtbar war. Er ist einer der Amateurfunker, die diesmal in das Blackout-Szenario mit aufgenommen wurden.
Grund dafür war das „Drehbuch“ der aktuellen Übung, erstellt vom Bundesheer und von der Bezirkshauptmannschaft Neunkirchen, das an Gemeinden, Feuerwehren, Bezirksrettungskommando, das Krankenhaus Neunkirchen, Pflege- und Betreuungszentrum sowie die Straßenmeistereien augegeben wurde. Das Ziel der Übung war es, im Falle eines Blackouts den Kontakt nach außen aufrechtzuerhalten und damit die Zusammenarbeit gemeindeübergreifend mit den Blaulichtorganisationen, der Bezirkshauptmannschaft und den Amateurfunkern in der Region zu stärken.
Nichts geht mehr
Die Übungsannahme sah vor, dass der Digital-Funk nicht mehr möglich war, wodurch letztlich nur noch der Funkkontakt über die Amateurfunker aufrechterhalten werden konnte. In Warth, wo mit Oliver Fritz und Bernhard Peinsipp bei der ganztägigen Übung zwei Amateurfunker im Einsatz waren, ist alles glatt verlaufen. Die Verbindung zur Bezirkshauptmannschaft hat ebenso funktioniert wie die Übersendung des Lageberichts der Gemeinde und die fiktive Verordnung „Katastrophengebiet“. Experten sind überzeugt: Ein Blackout ist nur eine Frage der Zeit, umso wichtiger ist es, dass Gemeinden entsprechend vorbereitet sind. In Warth wird nun etwa ein kleines Notstromaggregat angeschafft, das im Ernstfall mit einem Traktor betrieben werden kann, um so zumindest das Gemeindeamt notdürftig versorgen zu können. Alle Beteiligten appellieren aber an die Bevölkerung, ebenfalls entsprechende Vorkehrungen zu treffen. Wie gut man für einen Blackout gerüstet ist, kann man etwa im Rahmen eines KLAR!-Projekts mit der Smartphone-App „Bucklige Welt Mobile Campus“ testen.






