Die Kirch­schlager haben sich für die U9 EM in Salzburg qual­i­fiziert / Fotos: Karin Mikes, USC Kirchschlag

Alle im Ein­satz für junge EM-Stars

von | Jun 20, 2018 | Archiv

Hin­ter den Kulis­sen von Blau/​Weiß

Der Vorteil, wenn die Her­aus­ge­berin des Boten aus der Buck­li­gen Welt gle­ichzeit­ig im Vor­stand des SC Wiener Neustadt und des USC Sparkasse Kirch­schlag ist? Span­nende Fußball-Insid­er-Infor­ma­tio­nen, die wir an dieser Stelle gerne mit Ihnen teilen.

Über Siege wird oft berichtet, auch die Nach­wuchs-Förderung ist häu­fig The­ma. Was es aber für Fußball-Eltern bedeutet, wenn die Kinder ihrem Hob­by nahge­hen, darüber wird nie gesprochen. Wir fragten eine Voll­blut-Fußball-Mama, wie der All­t­ag mit zwei Kick­er-Kids aussieht.

Karin Mikes aus Kirch­schlag sitzt in ihrer Freizeit im Auto am Weg zu einem Train­ing oder Spiel oder direkt am Platz zum Anfeuern. Ihre Tochter Jana ist 10 Jahre alt und spielt in der Mäd­chen-Mannschaft in Zöbern. Nach­wuchs-Fußbal­lerin­nen aus den umliegen­den Gemein­den spie­len hier gemein­sam. Trainiert wird zweimal pro Woche. Da es nur wenige Mäd­chen­teams gibt, find­en die Meis­ter­schaftsspiele nicht sel­ten in Wien statt – oder noch weit­er weg. Der 9‑jährige Alfred wurde eben­falls vom Fußball-Fieber gepackt, und er spielt bei den höchst erfol­gre­ichen Kirch­schlager Junioren. Auch er trainiert zweimal pro Woche und hat am Woch­enende ein Spiel. Find­et dieses auswärts statt, ist mit ein­er Fahrt von bis zu ein­er Stunde zu rech­nen. „Wenn die Kinder von den Eltern nicht voll unter­stützt wer­den, ist es nicht mach­bar“, so Mikes. In ihrer Fam­i­lie ist das Fußball­fieber von ihrem Mann, der selb­st lange aktiv war, auf die Kinder übergesprungen.

Mit­fiebern und Trä­nen trocknen

Der viele Aufwand und die viele Freizeit, die in das Hob­by der Kinder investiert wird, sei es aber auf alle Fälle wert. „Bei den Eltern am Spielfel­drand gehen die Emo­tio­nen oft hoch. Wir feuern die Kinder tatkräftig an, motivieren, wo wir kön­nen, und sind auch mal zum Trä­nen trock­nen da“, so die Fußball-Mama. Das sei übri­gens auch ein ganz wichtiger Aspekt beim Sport: dass die Kleinen schnell ler­nen, dass man nicht immer nur gewin­nen kann. „Unsere Mannschaft ist zwar sehr erfol­gsver­wöh­nt, aber es ist eine wichtige Erfahrung für sie, dass man auch mal ver­liert. Auch wenn das für einige nicht ein­fach zu akzep­tieren ist.“

Seit dem Alter von fünf Jahren sind ihre Kinder im Sportvere­in aktiv. Natür­lich hat man da mal den Gedanken an eine Profi-Kar­riere, aber: „Klar gibt es manch­mal Anfra­gen von Vere­inen (Anm.: Alfred hat erst kür­zlich ein Pro­be­train­ing bei der Aus­tria absolviert), aber das ist jet­zt noch viel zu früh. Der Fußball ist für die Kinder ein toller Aus­gle­ich zur Schule und bringt Spaß und Bewe­gung. Das ist derzeit das wichtig­ste“, so Mikes. Auch die Gemein­schaft unter den Eltern sei sehr gut.

Europameis­ter­schaft

Die näch­ste Gele­gen­heit  zum Anfeuern ste­ht vor der Tür: Ab 22. Juni find­et das U9 EFCO Euro­pean Cham­pi­onship Turnier im Aus­tria-Salzburg-Sta­dion statt, zu dem sich auch die Kirch­schlager qual­i­fiziert haben. Dabei spie­len sie in ein­er Gruppe mit Borus­sia Dort­mund und dem SV Ried. 70 Teams aus 18 Natio­nen nehmen teil, darunter Top-Vere­ine wie Ever­ton, Man­ches­ter City, Juven­tus Turin,  Red Bull Salzburg oder Sturm Graz.

Alfred Mikes spielt mit Num­mer 6 bei den jun­gen Kirch­schlagern, Jana Mikes (Bild Mitte, rechts) ist bei der Zöbern­er Mäd­chen-Mannschaft im Ein­satz / Fotos: Karin Mikes, USC Kirchschlag