Foto: © Romo­lo Tava­ni — stock.adobe.com

Gar­ten­som­mer

von | Jul 18, 2018 | Archiv

Die Tem­pe­ra­tu­ren errei­chen Höchst­wer­te, war­me Aben­de locken in den Gar­ten, und für vie­le Gar­ten­men­schen beginnt auch die Urlaubs­zeit – end­lich rich­tig Som­mer! Die Arbei­ten im Gar­ten hal­ten sich jetzt in Grenzen:

Wich­tig ist der regel­mä­ßi­ge Schnitt der Blü­ten­stau­den (Tag­li­li­en, Frau­en­man­tel, Glo­cken­blu­men …) nach der Blü­te. Es genügt nicht, die Blü­ten­stän­de abzu­schnei­den, selbst wenn das Laub noch schön wirkt. In weni­gen Wochen ver­fal­len die Blatt­hors­te und wer­den unan­sehn­lich. Die lan­gen Blät­ter der Tag­li­li­en kni­cken und machen bis zum Herbst einen unge­pfleg­ten Ein­druck. Blü­ten­stau­den wer­den – am bes­ten gleich nach der Blü­te – auf etwa 10 cm zurück­ge­schnit­ten. So kön­nen sie von unten gut durch­trei­ben, und das neue Laub bleibt dann bis zum Herbst gesund. Man­che Blü­ten­stau­den set­zen sogar eine zwei­te – meist schwä­che­re – Blü­te an.

Ähn­lich ist es bei den Rosen: Meist wer­den nur die ver­trock­ne­ten Blü­ten­stän­de abge­schnit­ten, aber das Rosen­laub hält nicht bis zum Herbst! Pil­ze machen sich breit, und Insek­ten set­zen den Rosen­blät­tern zu. Schnei­det man die Rosen stark zurück, treibt neu­es Laub durch und bleibt bis in den Herbst schön und gesund. Auch hier beloh­nen uns vie­le Sor­ten dadurch mit einer zwei­ten Blü­te. Alle Rosen freu­en sich über eine Dün­gung mit einem bio­lo­gi­schen Lang­zeit­dün­ger nach dem Schnitt. Wich­tig ist auch eine gute Boden­ab­de­ckung, damit der Was­ser­haus­halt im Boden mög­lichst gleich­mä­ßig bleibt.

In den Gar­ten- und Schwimm­tei­chen wach­sen nun weni­ger Faden­al­gen, aber sie wach­sen doch. Auch „Was­ser­gär­ten“ wol­len gejä­tet wer­den – in die­sem Fall heißt es eben Algen fischen. Faden­al­gen kön­nen gut als Mulchma­te­ri­al im Gemü­se­gar­ten ver­wen­det wer­den, sie ent­hal­ten sehr vie­le Mikro­nähr­stof­fe. Wer sei­nen Teich mit Skim­mer betreibt, tut gut dar­an, den Skim­mer­korb regel­mä­ßig zu rei­ni­gen. Blät­ter und vom Wind ein­ge­tra­ge­nes Mate­ri­al ver­rot­ten sonst im Skim­mer, dabei wer­den Nähr­stof­fe frei. Es kommt zu einem hohen Phos­ph­or­ge­halt im Was­ser – und damit zu Algenwuchs.

Im Gemü­se­gar­ten gibt es schon eini­ges zu ern­ten: Zuc­chi­ni gedei­hen heu­er wun­der­bar, und ich emp­feh­le nach­drück­lich, schon die klei­nen Früch­te abzu­ern­ten. Sonst kommt es zu einer Rie­sen-Zuc­chi­ni-Schwem­me, und man kommt mit dem Ver­schen­ken nicht nach! Die Busch­boh­nen freu­en sich, wenn sie jetzt noch ein­mal ange­häu­felt wer­den. So wer­den sie stand­fes­ter, und der Ertrag steigt.

Wer im Som­mer län­ger weg­fährt, soll­te den Gemü­se­gar­ten (beson­ders die Hoch­bee­te) zuvor noch ein­mal gut mul­chen und durch­drin­gend wäs­sern – grund­sätz­lich kom­men die meis­ten Gemü­se­ar­ten gut mit Tro­cken­heit aus, wenn der Boden gut bedeckt ist.

Die Som­mer­blu­men in Kis­terln und Trö­gen soll­ten ab jetzt regel­mä­ßig mit einem guten Flüs­sig­dün­ger ver­sorgt wer­den. Die Nähr­stof­fe aus der Pflan­zen­er­de sind nun schon bei­na­he auf­ge­braucht. Für ein üppi­ges Blü­ten­wachs­tum bis in den Herbst brau­chen die Pflan­zen ein­mal pro Woche eine gute Dün­gung. Die Dosie­rung vari­iert je nach Her­stel­ler – hier hält man sich am bes­ten an die Vor­ga­ben auf der Verpackung.

Der Som­mer ist auf jeden Fall aber auch eine Zeit, um aus­zu­ru­hen, mit einem guten Buch im Halb­schat­ten unter den Bäu­men zu lie­gen und lie­be Freun­de zum Essen im Gar­ten ein­zu­la­den. Genie­ßen wir die hei­ßen Tage – sie ver­ge­hen meist schnel­ler, als uns lieb ist!

Ich wün­sche Ihnen einen ent­spann­ten und schö­nen Som­mer im Garten!

Herz­lichst, Ihre Gärt­ner­meis­te­rin Ger­lin­de Blauensteiner