Frie­de­ri­ke Gam­perl mit der Neu­auf­la­ge ihres „Gschoadter Koch­buchs“ Foto: Rehberger

Zur Jubi­lä­ums­fei­er 700 Jah­re Gschaidt schrieb Frie­de­ri­ke  Gam­perl ein Koch­buch mit tra­di­tio­nel­len Rezep­ten. Nach­dem die ers­ten 700 Stück schon im Jubi­lä­ums­jahr 2016 alle­samt ver­kauft wur­den, wird es ab sofort eine neue Auf­la­ge geben.

Frie­de­ri­ke Gam­perl aus Gschaidt (Gemein­de Hoch­neu­kir­chen-Gschaidt) beschäf­tigt sich schon seit vie­len Jah­ren mit alten, tra­di­tio­nel­len Rezep­ten. Als Leh­re­rin für Kochen und Ernäh­rung an einer HBLA ist sie schon von Berufs wegen an kuli­na­ri­schen Beson­der­hei­ten inter­es­siert. Die Begeis­te­rung für das Kochen weck­te aber ihre Oma, mit der sie schon als Kind oft in der Küche stand. 

Als im Jahr 2016 das Jubi­lä­um 700 Jah­re Gschaidt anstand, woll­te Gam­perl auch einen Bei­trag leis­ten und begann, alte Rezep­te aus dem Orts­teil zusam­men­zu­tra­gen. Dazu sprach sie mit vie­len älte­ren Dorf­be­woh­nern dar­über, was frü­her tra­di­tio­nell gekocht und geges­sen wurde. 

Ein bis­serl abwiegen

Aus die­sen Infor­ma­tio­nen leg­te sie schließ­lich eine Samm­lung an und schrieb alles nie­der. „Das war nicht immer so ein­fach. Als ich von meh­re­ren Leu­ten das Rezept für Krautböl­as­sen (Anm.: eine Art mit Kraut gefüll­te Golat­sche aus fes­tem Stru­del­teig) gehört habe, stell­te ich fest, dass es dazu unzäh­li­ge Vari­an­ten gege­ben hat“, so Gamperl. 

Auch bei den Men­gen­an­ga­ben muss­te sie beim Nach­ko­chen pro­bie­ren, bis alles koch­buch­taug­lich war. „Die rich­ti­gen Men­gen­an­ga­ben waren wirk­lich eine Her­aus­for­de­rung. Ich habe also ‚ein bis­serl‘ oder ‚ein Löf­fel voll‘ begon­nen abzu­wie­gen, um die Rezep­te nie­der­schrei­ben zu kön­nen.“ Sie hat aber nicht nur die Rezep­te aus den Erzäh­lun­gen der Dorf­be­woh­ner doku­men­tiert, son­dern jedes Gericht auch fotografiert.

Als sie ande­ren Gschaid­tern dann beim Früh­schop­pen von ihrem Pro­jekt erzählt hat, ist man sich schnell einig gewor­den, dass zu den alten Rezep­ten auch der tra­di­tio­nel­le Dia­lekt dazu­ge­hört. Und so fin­det sich am Ende des Koch­buchs unter dem Titel „Gschoadterisch g’red“ eine klei­ne Samm­lung hei­mi­scher Dialektwörter. 

Das Koch­buch ist jeden­falls so gut ange­kom­men, dass sämt­li­che der 700 Exem­pla­re inner­halb des Jubi­lä­ums­jahrs aus­ver­kauft waren.

TV-Auf­tritt

Vor eini­gen Mona­ten kam Ser­vus TV zu Dreh­ar­bei­ten für eine Kuli­na­rik-Sen­dung in die Buck­li­ge Welt. Dar­in ist Gam­perl mit ihren tra­di­tio­nel­len Rezep­ten zu sehen. Nach­dem es Anfra­gen gab, wo man die­se denn nach­le­sen kön­ne, ent­schloss sich Gam­perl nun, eine zwei­te Auf­la­ge zu pro­du­zie­ren. Die­se ist ab sofort auf den Gemein­de­äm­tern Bad Schö­nau, Krum­bach und Hoch­neu­kir­chen-Gschaidt erhält­lich sowie in der Genus­s­tank­stel­le von Hochneukirchen.