„Rote Kar­te“ für das Infor­ma­ti­ons­ma­nage­ment der Bun­des­re­gie­rung von den Gemein­de­ver­tre­tern im Bezirk Neun­kir­chen (v.li.): LAbg. Chris­ti­an Sam­wald (Vizebgm. Ter­nitz), SPÖ-Bezirks­ge­schäfts­füh­rer Rene Wun­derl, Bgm. Mari­on Wedl (See­ben­stein), Bgm. Hel­mut Mai­er (Brei­ten­au) und Bgm. Harald Pon­wei­ser (Höf­lein) / Foto: Rehberger

Das The­ma Coro­na hat uns nach wie vor in so gut wie allen Lebens­be­rei­chen fest im Griff. Wenn es neue Maß­nah­men zur Bekämp­fung der Pan­de­mie gibt (Stich­wort: Mas­sen­tests, Imp­fun­gen) dann sind die Gemein­den an ers­ter Stel­le bei der Umset­zung gefor­dert. Das geht aber nur, wenn man auch recht­zei­tig weiß, was auf die Kom­mu­nen zukommt – mei­nen die Ver­tre­ter der SPÖ im Bezirk Neun­kir­chen. Im Rah­men einer Pres­se­kon­fe­renz wur­de die Regie­rung dazu auf­ge­ru­fen, die Gemein­den in die Infor­ma­ti­ons­flüs­se bes­ser einzubinden.

„Wir wer­den stän­dig von der Bevöl­ke­rung gefragt: Wann kommt der Impf­stoff? Wo kann ich mich imp­fen las­sen? Wel­cher Impf­stoff kommt zu uns? Sei­tens der Gemein­de kön­nen wir immer nur die­sel­be Ant­wort geben: ‚Weiß ich nicht‘“, so Hel­mut Mai­er, Bür­ger­meis­ter von Brei­ten­au am Stein­feld. Gemein­sam mit eini­gen Par­tei­kol­le­gen aus dem Bezirk Neun­kir­chen sprach er das Pro­blem der man­geln­den Infor­ma­ti­on vor der ver­sam­mel­ten Pres­se an.
LAbg. Chris­ti­an Sam­wald, als Vize­bür­ger­meis­ter von Ter­nitz Ver­tre­ter einer der ein­woh­ner­stärks­ten Kom­mu­nen des Bezirks, sieht das­sel­be Pro­blem. Zwar gebe es bei den Gemein­den im Bezirk unter­ein­an­der und unab­hän­gig von der poli­ti­schen Cou­leur einen Schul­ter­schluss und die Zusam­men­ar­beit funk­tio­nie­re sehr gut, Stich­wort: Gra­tis-Testan­ge­bo­te, es feh­le aber die Infor­ma­ti­on aus dem Bund. „In der Bevöl­ke­rung herrscht gro­ße Ver­un­si­che­rung. Wir in den Gemein­den sind natür­lich die ers­ten Ansprech­part­ner und die Bür­ger­meis­ter sind gefor­dert, die Bevöl­ke­rung ver­nünf­tig zu infor­mie­ren. Und genau da hakt es“, so Sam­wald. Zwar sei­en die Gemein­den die Ers­ten, die Maß­nah­men wie etwa die Tes­tun­gen umset­zen müss­ten, doch genau sie wür­den die Stra­te­gie der Bun­des­re­gie­rung immer erst aus den Medi­en oder über die Regie­rungs­pres­se­kon­fe­ren­zen erfahren.

Dass das für eine gut geplan­te Umset­zung viel zu spät sei, fin­det auch Mari­on Wedl, Bür­ger­meis­te­rin von See­ben­stein. „Als Gemein­den brau­chen wir recht­zei­tig Infor­ma­tio­nen über die nächs­ten Schrit­te zur Bewäl­ti­gung der Gesund­heits­kri­se. Ein Bei­spiel: Plötz­lich wur­den von der Bun­des­re­gie­rung Mas­sen­tests ange­kün­digt. Es liegt aber dann an den Gemein­den, wie man die­se schnellst­mög­lich umsetzt. Wir müs­sen alles selbst orga­ni­sie­ren, von den Räum­lich­kei­ten über die Frei­wil­li­gen bis hin zum medi­zi­ni­schen Per­so­nal. Das ist eine rie­sen­gro­ße Her­aus­for­de­rung und dafür fehlt uns die zeit­ge­rech­te Infor­ma­ti­on“, so Wedl.

Wie, wann, wo wird geimpft?

Wie schon bei den Tests (mitt­ler­wei­le sind die Ter­mi­ne für die Gra­tis-Tes­tun­gen im Bezirk gut abge­stimmt) stellt sich dann auch die Fra­ge, wie das Imp­fen im gro­ßen Aus­maß logis­tisch umge­setzt wird.

„Als es zum Start der Imp­fun­gen hieß, der Bezirk Neun­kir­chen bekom­me 1.360 Impf­do­sen zuge­teilt, kam die Info aus dem Impf­gre­mi­um, dass es vier Impf­stel­len im Bezirk geben sol­le. Wir wuss­ten von kei­ner“, so Rene Wun­der, Bezirks­ge­schäfts­füh­rer der SPÖ in Neunkirchen.

Und damit waren sie laut Sam­wald nicht die Ein­zi­gen: „Wir haben bei der Bezirks­haupt­mann­schaft und bei Not­ruf 144 nach­ge­fragt, die wuss­ten auch nichts.“

In Sachen Imp­fung tau­chen aber, anders als bei den Tests, wei­te­re Pro­ble­me auf. „Es braucht Auf­klä­rungs­ge­sprä­che, die Vor- und Nach­be­treu­ung nimmt Zeit in Anspruch. Wer macht das alles? Und: Wie kom­men die Älte­ren, die viel­leicht nicht so mobil sind, über­haupt zur Impf­stel­le?“, zählt Sam­wald die vie­len offe­nen Fra­gen auf.

Die Befürch­tung der SPÖ-Gemein­de­ver­tre­ter ist, dass, wenn der Moment kom­me und vie­le Impf­do­sen vor­han­den sei­en, die Umset­zung wie­der sehr schnell gehen müs­se. „Wir könn­ten jetzt alles in Ruhe orga­ni­sie­ren, damit wir dann bereit sind und mög­lichst vie­le Men­schen mög­lichst schnell geimpft wer­den kön­nen. Aber dafür muss man uns end­lich in den Infor­ma­ti­ons­fluss ein­be­zie­hen“, for­dert Wunderl.