Fotos: Egerer (2)
Die Sage vom verschwundenen Bauernhof erzählt eine gar magische Geschichte.
Vor langer Zeit, als in Haßbach keine katholische Kirche war und daher die Greuten, Hosendorfer, Pannholzer usw. nach Kirchberg am Wechsel über den Kirchgraben in die Kirche pilgerten, stand auf der heutigen Waldhalde zwischen Pannholz und Schaffernak ein wohlhabender Bauernhof. Als das Volk einst in der Heiligen Nacht zur Mette wallte, kamen mehrere Kirchengänger an jenem Bauernhofe vorbei, sprachen dort zu und luden die Bewohner ein, mit ihnen zur Mette zu gehen. Aber die da hausten, waren eine gar unfromme Sippe. Statt die Heilige Nacht mit Gebet und andächtiger Ruhe zu feiern, pflegten sie eben das Kartenspiel und erwiderten: „Wir werden schon nachkommen.“ Jedoch die Leidenschaft des Spieles ließ sie die Mette versäumen. Als die Kirchengänger heimkehrten, war das gottlose Haus verschwunden und nur das Krähen des Hahnes vernahm man noch aus der
Erde.
Seit jener Zeit ist dort ein Moor bis auf den heutigen Tag. Die lachenden Fluren sind dunklerem Walde gewichen und nur ein „Schwull“ zeugt noch deutlich davon, dass hier einst durch viele, viele Jahre der Pflug gegangen war.
Die Geschichte des Kalvarienbergs
Dieser weit über die Grenzen des Feistritztales hinaus bekannte Kalvarienberg liegt nördlich der Pfarrkirche am Abhang des „Wolfenkogels“. Er geht auf eine Stiftung anlässlich des Erlöschens der Pest Anfangs des 18. Jahrhundert zurück. Dieses sakrale Kleinod besteht aus fünf außergewöhnlich großen Stationen, wovon vier davon eigentlich Kapellen sind. Jahreszahlen von 1705 bis 1755 konnten entschlüsselt werden. In der zweiten Kapelle befindet sich eine „Fußspur Jesu“, eine Devotionalie (Gegenstand religiöser Verehrung) eines Pilgers aus dem Heiligen Land. Der in Seide gefasste Fußabdruck trägt auf der Rückseite eine handgeschriebene Ablassbestätigung, die mit 17. Juli 1756 datiert ist.
Die zum Teil lebensgroßen Holzfiguren stammen vom Südtiroler Schnitzer Maroder aus dem Grödnertal. Die Kreuzigungsgruppe wurde erst 1920 errichtet, die steinernen Figuren allerdings schon 1897 koloriert.
Die Grabkapelle
Diese befindet sich hinter dem Kalvarienberg und ist eine Stiftung des Wiener Industriellen Anton Berla, die 1907 errichtet wurde. Sie ersetzte eine kellerähnliche Grabesgrotte an derselben Stelle. In der Kapelle befinden sich viele Bilder, die an die Gefallenen der beiden Weltkriege erinnern.

Quelle: Sagen aus NÖ






