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Bei dieser Begrüßung wird es die eine oder den anderen vielleicht kurz reißen. Sie verzeihen. Früher war die Welt einfacher. Man sagte: „Grüß Gott“, obwohl niemand wusste, ob Gott gerade zuhörte. Heute leben wir in aufgeklärten Zeiten. ODER? Wir wissen zwar immer noch nicht, ob jemand zuhört, aber wir achten sorgfältig darauf, niemanden auszuschließen, der möglicherweise nicht zuhört. So, ich finde, die Einleitung ist mir gelungen. Worauf will ich hinaus? Inklusion. Die neue Grußformel (meine Idee) klingt vertraut und revolutionär zugleich – wie ein veganer Leberkäse (nicht meine Idee). Ein sprachliches Update für eine Gesellschaft, die ihre Betriebssysteme häufiger aktualisiert als ihre Strukturen. Dass in diesem Fall die Gleichberechtigungsfrage auf Religion trifft, ist selbstverständlich unbeabsichtigt. Apropos: Ja, ich bin ein spiritueller Mensch, denn ich bin davon überzeugt, dass es eine höhere Macht gibt, egal, welchen Geschlechts. Weniger überzeugt bin ich allerdings von Systemen, die Teile der Gesellschaft benachteiligen oder ausgrenzen. An dieser Stelle freue ich mich (wie ein kleines Kind), mit Sprache ein wenig aufrütteln zu können. Natürlich ruft jede sprachliche Neuerung ihre Kritiker auf den Plan. Sie fragen, warum man eine jahrhundertealte Formel ändern müsse. Diese Frage stellen oft dieselben Menschen, die alle zwei Jahre ein neues Smartphone kaufen. Tradition ist eine feine Sache – solange sie nicht den WLAN-Empfang betrifft. Nach „Toleranz“ schreien auch meistens die intolerantesten Leute. Solange es keine wahre Gleichberechtigung gibt, wird es Typen wie mich geben, die darüber schreiben. Für alle, die diesen Text mit einem Naserümpfen lesen: Bin schon fertig! (Göttin sei Dank!)

Herzlichst, Roman Josef Schwendt
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