Leader-Manager Florian Kerschbaumer, Bgm. Feri Schwarz, Helene Rennhofer (Bildung wächst), Smartphone-Trainerin Julia Hentschel, Schulqualitätsmanagerin Silvia Stögerer, Jürgen Ungerböck (Bundeskriminalamt) und Johanna Jachs (Präsidentin des Familienbundes Österreich) / Foto: Rehberger

Die Gemeinde Bad Schönau und die Leader-Region Bucklige Welt-Wechselland („Bildung wächst“) luden im Oktober zum Vortrag „Mein Kind und das Handy“: ein Einblick in die sehr reellen Gefahren, denen Kinder und Jugendliche im Internet ausgesetzt sind – und wie man diese minimieren kann.

Nach der Begrüßung durch Familienbund-Präsidentin Johanna Jachs tauchte das Publikum im Sconarium von Bad Schönau direkt in die Materie ein. Jürgen Ungerböck vom Bundeskriminalamt zeigte gleich zu Beginn die erschütternde Praxis anhand eines Präventionsvideos von Europol. Darin wurde verdeutlicht, wie schnell Jugendliche Opfer von „Sextortion“ bzw. „Sexting“ und damit von perfiden Erpressungen sexualisierter Inhalte werden können. 

„Die Gefahren, denen Kinder und Jugendliche mit dem Handy ausgesetzt sind, sind bei Weitem vielschichtiger, als man glaubt“, so Ungerböck, der in seiner Rolle als Ermittler im Bundeskriminalamt Einblicke in seine tägliche Arbeit gab. Und er erklärte, warum all diese kriminellen Aktivitäten sich auf eine Wurzel des Übels zurückführen lassen: Fotos oder Videos, die ins Internet gestellt werden – sei es von den Kindern selbst oder von Eltern und Großeltern: „Das Grundproblem ist das achtlose Verschicken von Fotos. Es ist so einfach: Ohne Foto ist man nicht erpressbar“, so der Kriminalpolizist. Umso wichtiger sei es, laufend mit seinen Kindern darüber zu sprechen. „Es gibt Menschen, die nichts anderes machen, als solche Fotos abzugreifen und sie missbräuchlich zu verwenden“, so Ungersböck. Durch die dezentral organisierten „Com“-Gruppen, die seit Anfang des Jahres auch in Österreich ihr Unwesen treiben und die neuen Möglichkeiten durch KI hat das Thema noch zusätzlich an Dynamik und Brisanz gewonnen.  

Prävention

Teil zwei des Vortrags eröffnete dann einen Lichtblick für die besorgten Eltern und Pädagogen im Publikum. Smartphone-Trainerin Julia Hentschel gab Einblicke in ihre Workshops in den Schulen der Region (siehe ihr Interview in unserer September-Ausgabe) und konkrete Tipps, wie man Smartphone, Spielkonsole und Co sicherer machen kann. Erster Schritt in Sachen Prävention: „Eltern haben eine Vorbildfunktion. Wenn man selbst ununterbrochen am Smartphone-Bildschirm klebt, gibt man das auch den Kindern mit“, so Hentschel. Neben bestimmten technischen Sicherheitsvorkehrungen, die man bei all diesen Geräten einrichten könne – und teils vom Nachwuchs dann umgangen würden – sei das Wichtigste das Gespräch: „Die Kinder sind sehr interessiert und wissbegierig und merken sehr schnell, welche Problemfelder lauern.“ Beide Experten betonen: „Lassen Sie Kinder und Jugendliche mit dem Thema nicht alleine, sondern bleiben Sie im Austausch!“