Foto: Seidl
… ein Widerspruch!? Falls Sie sich als (deutsche) PolitikerIn fühlen, dann blättern Sie bitte jetzt um, schließlich will ich niemanden beleidigen, denn ich habe ein paar grandiose Ideen. Aber vorab möchte ich eine Frage in den Raum werfen: Warum benötigt man für die zwei wichtigsten Berufe der Welt, nämlich Politiker und Eltern, scheinbar keine Ausbildung? Gut, man könnte darüber streiten, ob Ersteres wirklich wichtig ist, aber das beantworten Sie bitte für sich im Selbststudium. Ich wäre für eine Aufnahmeprüfung für alle, die in die Politik wollen.
Aufgabe Nummer 1: Sie haben 10 Millionen Euro Budget, geben 15 Millionen davon aus. Wie viel haben Sie gespart?
Aufgabe Nummer 2: Singen Sie die Bundeshymne so, dass niemand merkt, dass Sie den Text nicht können.
Aufgabe Nummer 3: Schreiben sie zehnmal das Wort „Menschlichkeit“ ohne Fehler. Okay, die Aufgabe könnten wir weglassen, die ist wirklich schwer!
Und Aufgabe Nummer 4: Beantworten Sie nun vorangegangene Aufgaben so, wie sie tatsächlich gestellt wurden. Falls die Lösungen zufriedenstellend sind, dürfen Sie den Dienst an der Republik antreten – die ersten fünf Jahre übrigens ehrenamtlich. Vielen Dank!
Na, was sagen Sie? Das wäre doch was. Wie bitte? Sie fragen sich, was das in einem Text über Kultur zu tun hat? Ganz einfach: Kultur ist der Spiegel, den wir dieser absurden Inszenierung vorhalten. Außerdem sollten sich die PolitikerInnen ein Beispiel an uns Künsterlnnen nehmen: Wir wissen nämlich, dass man ohne Vorbereitung und Talent gnadenlos ausgebuht wird! Vorhang zu!
Herzlichst, Roman Josef Schwendt
brief@romanjosefschwendt.com






