Die Garage wurde in ein Lager und für die Produktion umgebaut, wo Maria und Marco Kattinger an ihren Kosmetik-Kreationen tüfteln
Foto: Rehberger
Wenn in Bromberg die Seifenküche geöffnet wird, geht es um Rezepturen, Rohstoffe und viel Geduld. Maria und Marco Kattinger haben aus einer Idee ein gemeinsames Hobby gemacht: Sie stellen Naturseifen selbst her und bringen sie auf Märkte in der Region.
Was andere vielleicht einfach im Badezimmer liegen haben, beginnt bei Maria und Marco Kattinger mit Öl, Kräutern, Düften und viel Geduld. Die beiden Bromberger beschäftigen sich in ihrer Freizeit mit der Herstellung von Seifen – und das inzwischen mit einer Leidenschaft, die weit über ein gelegentliches Herumprobieren hinausgeht.
Dabei kommen die beiden eigentlich aus ganz anderen beruflichen Bereichen. Marco Kattinger ist Techniker, seine Frau arbeitet als Sortimentsanalystin. Mit Seifenherstellung hatte ihr Berufsalltag ursprünglich wenig zu tun. Wobei: Marco Kattinger hat im ersten Bildungsweg eine HTL mit Schwerpunkt Chemie in Wien absolviert. Als seine Frau dann während der Corona-Zeit den Versuch gestartet hat, selbst Seife herzustellen, war sein Ehrgeiz geweckt. „Bei diesen Sets, die man kaufen kann, ist immer Glyzerin mit im Spiel. Wir wollten aber eine Seife aus nur natürlichen Zutaten herstellen. So, wie man sie seit Jahrhunderten macht“, so Marco Kattinger. Aus dem ersten Versuch wurde bald ein gemeinsames Experimentieren mit verschiedenen Rezepturen.
Der Anfang war dabei alles andere als leicht, und die beiden probierten Verschiedenes aus, bis das Ergebnis zufriedenstellend war. Die ersten Seifen entstanden noch ganz einfach in der Küche – unter anderem mit Kräutern aus dem eigenen Garten. Doch nach den ersten Versuchen war die Neugier erst richtig geweckt. Welche Öle eignen sich? Wie verändern Kräuter, ätherische Öle oder andere natürliche Zutaten das Ergebnis? Und vor allem: Wie gelingt eine Seife, die am Ende auch wirklich so wird, wie man sie sich vorgestellt hat?
Durch den Behörden-Dschungel zum Ziel
„Man lernt eigentlich nie aus. Dass dabei auch einmal etwas nicht so gelingt wie geplant, gehört dazu“, so Maria Kattinger. Als sie schließlich den Dreh raushatten, entstand die Idee, ihre Seifen auf regionalen Märk-
ten anzubieten. Sie meldeten ein Kosmetik-Gewerbe an und mit „k. u. k. Naturkraft“ war schnell der passende Name gefunden. Dann wurde es allerdings kompliziert, denn der Verkauf von Kosmetikprodukten unterliegt strengen Richtlinien.
Jede Zutat, die zur Herstellung ihrer Seifen verwendet wird, muss zunächst eine genaue Analyse in einem Labor durchlaufen. Anschließend müssen diese noch zertifiziert werden. Selbst bei der Verpackung gilt es genaue Vorschriften einzuhalten. Berge an Dokumenten und zahlreiche Behördenwege später war es aber geschafft und Familie Kattinger durfte Naturseife und Co verkaufen.
Was dabei entsteht, hat entsprechend wenig mit industrieller Massenproduktion zu tun. Die Seifen werden in kleinen Chargen von Hand hergestellt und sind erst nach vier bis sechs Wochen Reifezeit bereit, verpackt zu werden.
Zutaten aus der Region
Auch bei den verwendeten Rohstoffen spielt die Beschäftigung mit der Region eine wichtige Rolle. So stammt etwa das Bienenwachs für die Balsame von einer Imkerei aus Bromberg, während das für einen Balsam verwendete Schwarzföhrenpech sogar selbst in der näheren Umgebung gewonnen wird. Derzeit entsteht am eigenen Grundstück in Bromberg ein kleiner Seifengarten, wo die Kräuter für ihre Produkte künftig noch mehr Platz
finden sollen.
Die selbstgemachten Seifen bleiben längst nicht mehr nur im eigenen Badezimmer oder bei Familie und Freunden. Die beiden begannen, ihre Handarbeit auch auf regionalen Märkten anzubieten – etwa beim Genussmarkt in Kirchschlag – sowie regionale Shops damit zu beliefern. Demnächst stehen auch Weihnachtsmärkte am Programm. Dort ergibt sich für Familie Kattinger eine ganz neue Seite ihres Hobbys: der direkte Kontakt mit Menschen, Gespräche über die Herstellung und die Reaktionen auf die verschiedenen Seifen, aber auch die Geschichte hinter ihren Produkten und wie aus ein paar Zutaten und einer Idee Stück für Stück ein Handwerk
geworden ist.






