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Spätwin­ter

Feb 18, 2018 | Archiv, Garten

Dieser Win­ter beschert uns in den schat­ti­gen, höher gele­ge­nen Tälern der Buck­li­gen Welt zauber­hafte Win­ter­land­schaften, während in tiefen, son­ni­gen Lagen schon die Schneeglöckchen ihre zarten Blät­ter aus­treiben. Viel gibt es draußen noch nicht zu tun, daher ist es eine gute Zeit, um das Garten­jahr zu planen:

Die Beet­pläne für den Gemüsegarten soll­ten bald fer­tig sein. Hat man im ver­gan­genen Jahr ein Garten­buch sorgfältig geführt, ist das schnell gemacht. Wer stolz­er Besitzer eines beheizbaren Gewächshaus­es ist, kann schon mit der Anzucht von Gemüsepflanzen begin­nen. Tomat­en, Papri­ka, Chili und die son­nen­hun­gri­gen Melan­zani kön­nen in Schalen mit sandi­ger Anzuch­ter­de aus­gesät wer­den. Die Aus­saat von Gurke und Kür­bis hat noch Zeit. Es sei denn, sie dür­fen im Gewächshaus bleiben. Wer Boden- oder Hochbeete unter Glas zur Ver­fü­gung hat, kann schon mit Spinat- und Vogerl­salatkul­tur begin­nen. Auch Man­gold kann man schon aussäen. An son­ni­gen Tagen hab ich um die Mit­tagszeit gute 20 °C Luft­tem­per­atur im Gewächshaus – für das erste Früh­lings­blattgemüse ist das warm genug!

Auch der Obst­baum­schnitt will geplant wer­den. Die besten Schnitt­tage für die Buck­lige Welt sind heuer in war­men Lagen 27. und 28. Feb­ru­ar, 8. und 9. März sowie 18. und 19. März. In kalten Lagen kann auch am 27. und 28. März noch geschnit­ten wer­den. Was immer wieder betont wer­den muss: Wird ein Obst­baum im Früh­ling geschnit­ten, müssen unbe­d­ingt im Juni die zahlre­ichen Wasser­triebe ent­fer­nt wer­den, deren Durchtrieb durch die Schnittmaß­nahme unver­mei­dlich ist. Unter­lässt man diesen späten Pflegeschnitt, das „Durch­putzen“, set­zt der Baum zu viel junges Laub­holz an und man hat im näch­sten Jahr mit einem Wild­wuchs an Jahre­strieben zu kämpfen. Die besten Tage für diesen Pflegeschnitt sind heuer 8. und 9. Juni sowie 16. und 17. Juni. Hof­fen wir, dass der Spät­frost unsere blühen­den Obst­bäume dies­mal verschont!

Wer es vorm Win­ter nicht mehr geschafft hat, beim Garten­werkzeug für Ord­nung zu sor­gen, kann die ruhige Zeit gut nützen, um sich darum zu küm­mern. Wack­e­lige Stiel­w­erkzeuge, plat­te Reifen an der Scheib­truhe und ros­tige Garten­scheren verder­ben schnell die gute Laune, wenn es im Garten richtig los­ge­ht! Auch die Dün­gung sollte jet­zt schon bedacht wer­den. Welche Beete sind für Starkzehrer (Kohlarten, Kür­bis, Zuc­chi­ni …) vorge­se­hen? Welche Lieblingspflanzen in beste­hen­den Pflanzun­gen brauchen zusät­zlich Nährstoff? Für alle notwendi­gen Dünge­maß­nah­men sollte man guten biol­o­gis­chen Langzeit­dünger oder eige­nen, reifen Kom­post verwenden.

Nicht zulet­zt ist jet­zt noch Zeit, um zu über­legen, wie man denn in diesem Jahr im Garten wohnen will. Sind die Garten­mö­bel noch in gutem Zus­tand? Gibt es aus­re­ichend Kissen und Gar­tendeck­en? Ich habe meine Lieblingspol­ster in der Sche­une, gut ver­packt, gelagert. Trotz­dem haben sich im Win­ter die Mäuse darin ein Nest gebaut, und jet­zt über­lege ich, welche Pol­ster­farbe ich mir heuer im Garten wün­sche. Es gibt also eine Menge, über das es sich in Ruhe nachzu­denken lohnt. Sollte die Früh­lingssehn­sucht schon sehr heftig zuschla­gen, ist mit einem reich bebilderten Garten­buch oft gut geholfen. Auch ein aus­giebiger Spazier­gang durch die unberührte Natur unser­er schö­nen Buck­li­gen Welt hil­ft – wie die Pflanzen, so sehnt sich auch unsere Haut nach Sonne!

Ich wün­sche Ihnen schöne, entspan­nte Win­tertage und viel Vor­freude auf die kom­mende Garten­sai­son. Eines kann ich mit Gewis­sheit ver­sprechen: Der Früh­ling kommt bestimmt!

Mit her­zlichen Grüßen

Ihre Gärt­ner­meis­terin

Ger­linde Blauensteiner