Die richtige Pflanze an der richti­gen Stelle: Seit über 20 Jahren exper­i­men­tiert Bernd Hochwart­ner in seinem Garten in Licht­enegg. Nun soll dieser zum Schau­garten wer­den / Foto: Vic­to­ria Schaffer

Exper­i­­men­ti­er-Garten in der Buck­li­gen Welt

von | Mrz 14, 2018 | Archiv, Region

Wo Ökolo­gie und Ökonomie auf beson­ders har­monis­che Weise zusam­men­find­en, befind­et sich das „eco­lu­tion lab“ von Bernd Hochwart­ner. In Licht­enegg hat der Gartengestal­ter nicht nur genü­gend Freiraum zum Aus­to­ben für seine kreativ­en Ideen, son­dern will hier kün­ftig auch sein Wis­sen an andere vermitteln.

Seit 12 Jahren ist Bernd Hochwart­ner Gartengestal­ter in Wien, spezial­isiert auf Dachgärten und Bauw­erk­be­grü­nung. Seit über 20 Jahren sam­melt er dafür die Erfahrun­gen in Licht­enegg, wo er in seinem „eco­lu­tion lab“ mit diversen Pflanzen und Lagen exper­i­men­tiert. „Was in der Buck­li­gen Welt über­lebt, das über­lebt auch auf einem Wiener Dachgarten. Wind, Sonne, Trock­en­heit – vieles kann man hier ler­nen und mit­nehmen“, so Hochwartner.

Der gebür­tige Linz­er lebt seit knapp 30 Jahren in Wien. Den Bezug zum südlichen Niederöster­re­ich hat er durch seine Großel­tern. Über Bekan­nte, die in Licht­enegg wohnen, ist er schließlich zum Garten in der Buck­li­gen Welt gekom­men. 2010 hat er selb­st ein Stück Land erwor­ben und sieht nun in seinem Grund­stück eine Zweig­stelle für seine Pflanzen­ex­per­i­mente. In den let­zten Monat­en hat sich hier auch sicht­bar etwas verän­dert. Neben einem kleinen Haus, das von Hochwart­ner liebevoll als Labor für seine Pflanzver­suche beze­ich­net wird, wurde ein großes Glashaus errichtet, das sich über zwei Eta­gen erstreckt. Kün­ftig sollen hier ver­schiedene Farne beherbergt wer­den. Außer­dem ist ein Schau­garten angedacht. Ein großer Teich soll in den kom­menden Monat­en entstehen.

Pflanzen­jäger

„Licht­enegg ist noch vom pan­non­is­chen Kli­ma bee­in­flusst, und für 750 Höhen­meter ist es hier rel­a­tiv warm“, so Hochwart­ner. Seit knapp 25 Jahren schleppt er Gießkanne für Gießkanne über das riesige Grund­stück, um die Pflanzen zu bewässern. Viele natür­liche Wasser­spender erle­ichtern die Arbeit dabei zumin­d­est etwas. Hochwart­ner ist ein Ver­fechter von stan­dort­gerechtem Pflanzen und ver­sucht, aus der Hanglage und dem vorhan­de­nen Kli­ma das Beste zu machen.

„Außer­dem bin ich ein Pflanzen­jäger und ‑samm­ler.“ Rund 600 ver­schiedene Gehölze und 1.400 Stau­denarten sind in seinem „eco­lu­tion lab“ in Licht­enegg behei­matet. Dazu kommt auch eine kün­st­lerische Kom­po­nente. Diverse Skulp­turen lock­ern das Grün auf. Durch ver­schiedene Desig­nideen ist ein Liebesgarten ent­standen, in dem Hochwart­ner vor weni­gen Jahren seine Hochzeit feierte.

Natur und Regionalität

Kol­le­gen aus dem deutschsprachi­gen Raum haben sich das Pflanzen­refugium in Licht­enegg bere­its ange­se­hen und waren begeis­tert. Eben­so Klien­ten des Karl Schu­bert-Haus­es aus Mariensee. Deshalb will er in Zukun­ft seinen Garten für Inter­essierte öff­nen. Etwa durch Kurse oder eben den Schau­garten­be­trieb. „Das ‚eco­lu­tion lab‘ ste­ht auch dafür, dass man zufrieden damit ist, was man hat. Und dass man auf die Natur achtet, auf das Handw­erk und auf die Region­al­ität“, so Hochwartner.

18.000 m2, die sich über 45 Höhen­meter erstreck­en, sind da eine echte Her­aus­forderung. Daher will er kün­ftig auch tierische Land­schaft­spfleger (Schafe) in seinem Garten inte­gri­eren. Auf der „eco­lu­tion lab“- Web­site kann man die Entwick­lung des Gartens ver­fol­gen. Denn die näch­ste Garten­sai­son ist näher, als man denkt.

Fotos: Bernd Hochwart­ner und Vic­to­ria Schaffer