Foto: © Ado­be Stock/​ Eléo­no­re H

Wir sind bereit für den Vorfrühling!

von | Mrz 14, 2018 | Archiv, Gar­ten

Der Win­ter ist nur dann ein „rich­ti­ger Win­ter“, wenn es ein­mal wirk­lich kalt war! Nach­dem wir das im Febru­ar genie­ßen durf­ten, ist die Freu­de auf den Früh­ling beson­ders groß. Und es gibt auch im Gar­ten schon wie­der eini­ges zu tun:

Wer die Blät­ter und Blü­ten­stän­de der Blü­ten­stau­den im Herbst nicht abge­schnit­ten hat, tut gut dar­an, das bald zu machen. Man­che Arten ver­sa­men sich sonst dra­ma­tisch. Das Glei­che gilt auch für den Bereich rund um die Fut­ter­stel­len der Vögel: Je frü­her dort sau­ber gemacht wird, umso weni­ger Wild­wuchs wird kei­men. Die Mulch­schicht auf den Blu­men­bee­ten kann vor­sich­tig gelo­ckert wer­den, damit die aus­trei­ben­den Blu­men­zwie­beln bes­ser zur Gel­tung kommen.

Schnee­bruch in den Sträu­chern und an Bäu­men muss ent­fernt wer­den. Wo im Herbst Laub auf den Rasen­flä­chen lie­gen geblie­ben ist, soll­te man bald mit einem Laub­be­sen abkeh­ren. Bis zum Ver­ti­ku­tie­ren (nach dem 2. Mal mähen) ver­geht doch noch viel Zeit, und die jun­gen Gras­hal­me brau­chen Luft.

Das Eis auf den Tei­chen schmilzt lang­sam weg, und die Rosen­pri­meln (Pri­mu­la rosea) begin­nen zu blü­hen – lan­ge bevor sich die Dot­ter­blu­men bemerk­bar machen. Wer die­se char­man­ten win­ter­har­ten Pri­meln noch nicht am Teich­rand gepflanzt hat, dem lege ich sie wärms­tens ans Herz. Aus­ge­spro­chen pfle­ge­leicht und aus­dau­ernd ver­zau­bern sie die kah­len Teich­rän­der schon ab Anfang März mit einer Fül­le pink­far­bi­ger Blüten.

Sobald das Eis gänz­lich geschmol­zen ist, kann man stun­den­wei­se die Spru­del­stei­ne und Was­ser­fäl­le wie­der in Betrieb neh­men. Hier ist es aber wich­tig, das ers­te Was­ser abzu­lei­ten. In den Lei­tun­gen ist über den Win­ter eine stin­ken­de Brü­he ent­stan­den. Sie in den Teich zu lei­ten wür­de einer Dün­gung gleich­kom­men – und damit för­dert man in ers­ter Linie das Algen­wachs­tum im Frühling.

Die Laich­zeit der Krö­ten, Lur­che, Unken und Frö­sche beginnt! Es ist ein wil­des Trei­ben in den Flach­was­ser­be­rei­chen der Tei­che, und man könn­te bei der Men­ge an Tier­chen und ihren gewal­ti­gen Laich­hau­fen erschre­cken. Aber kei­ne Sor­ge – der Groß­teil dient als Fut­ter für ande­re Teich­le­be­we­sen. Will man sei­nen Teich amphi­bi­en­frei hal­ten, kann man die Laich­hau­fen auch sorg­fäl­tig abke­schern und in natur­na­he Tüm­pel brin­gen. Bäche eig­nen sich dafür nicht, in Fließ­ge­wäs­sern kön­nen sich die Tie­re nicht entwickeln.

Im Foli­en­haus kann schon Früh­lings­sa­lat, Man­gold, Spi­nat und Vogerl­sa­lat ange­baut wer­den, auch wenn man kei­ne Hei­zung hat. Die kal­ten Nacht­tem­pe­ra­tu­ren scha­den den jun­gen Pflan­zen nicht, und tags­über erwär­men sich auch die­se ein­fa­chen Gewächs­häu­ser gut. Bei der Anzucht von Toma­ten, Kür­bis­ge­wäch­sen und den son­nen­lie­ben­den Chi­lis ist Vor­sicht gebo­ten. Tem­pe­ra­tu­ren unter 4 °C in der Nacht ver­tra­gen sie schlecht. Sie stel­len das zügi­ge Wachs­tum ein und ent­wi­ckeln sich danach zöger­lich. Abhil­fe kann man mit einem Früh­beet im Foli­en­haus schaf­fen, wenn man den Boden mit Heiz­mat­ten in Sand aus­legt. Die­ser klei­ne Raum lässt sich kos­ten­güns­tig hei­zen, und man hat nicht jedes Fens­ter­brett im Haus mit Jung­pflan­zen vollgestellt.

Neh­men wir uns jetzt im Vor­früh­ling noch Zeit, um ent­spannt spa­zie­ren zu gehen und zu beob­ach­ten, wie die Natur lang­sam leben­dig wird. Allein der viel­fäl­ti­ge Gesang der Vögel in die­ser Jah­res­zeit ist es wert!

Ich wün­sche Ihnen Vor­früh­lings­ta­ge vol­ler Vorfreude!

Herz­lichst, Ihre Gärtnermeisterin