Auch beim Kän­gu­ru-Wett­be­werb haben die Schü­ler tol­le Ergeb­nis­se erzielt / Foto: Rehberger

Zen­trum für Lern­freu­de und Wissensdurst

von | Apr 26, 2018 | Archiv, Kul­tur und Genuss

Wenn die Volks­schul­zeit schon zwei bis drei Jahr­zehn­te zurück­liegt, dann hat man sehr vie­le Fra­gen, wenn man die Schul­ver­samm­lung der Schwarzau­er Volks­schü­ler besucht. Von Fron­tal­un­ter­richt ist dabei nichts zu spü­ren. Dafür ganz viel Freu­de am Ler­nen und Spaß an der Schu­le. War­um das so ist, das haben die Kin­der dem „Boten“ per­sön­lich verraten.

Die Schü­ler der ers­ten bis zur vier­ten Klas­se haben sich in der klei­nen Aula ver­sam­melt, eben­so wie ihre Leh­re­rin­nen. Dies­mal ist die zwei­te Klas­se dran, die Schul­ver­samm­lung, die ein­mal im Monat statt­fin­det, zu gestal­ten. Los geht es wie immer mit einer Lobes­run­de, wo jeder sagen kann, was man an einem ande­ren Schü­ler oder einer Leh­re­rin gut fin­det. Ein Zweit­kläss­ler geht mit dem Mikro her­um. Und es sind vie­le, die vor ver­sam­mel­ter Mann­schaft Posi­ti­ves zu sagen haben. Im Anschluss hören die Kin­der eine Geschich­te zum The­ma erneu­er­ba­re Ener­gie, und dazu gibt es Fra­gen. Pas­send zum Schwer­punkt lau­te­te auch die Fra­ge des Monats: Was ist Geo­ther­mie? Direk­to­rin Bar­ba­ra Leit­ner zieht einen Sie­ger und stellt eine Fra­ge für das nächs­te Monat: Was ist UNICEF? Für die Kin­der der Volks­schu­le Schwarzau sind dies genau die Klei­nig­kei­ten, die den Wis­sens­hun­ger anfa­chen. Wer sich Wis­sen so aneig­net, der ver­gisst wohl nicht so schnell, was er gelernt hat. „Genau dar­um geht es uns. Es ist wich­tig, dass die Schü­ler eine Mei­nung haben und dahin­ter­ste­hen, dass sie akzep­tie­ren ler­nen, dass jemand ande­rer Mei­nung ist, und dass man immer neu­gie­rig bleibt“, so Leitner.

„Bil­dung wächst“ passt ins Konzept

Um sich die­se Wiss­be­gier zu erhal­ten, haben sich die Leh­re­rin­nen gemein­sam mit der Direk­to­rin vie­le span­nen­de Din­ge über­legt.  Dass die Buck­li­ge Welt mit der gro­ßen Bil­dungs­in­itia­ti­ve „Bil­dung wächst“ da genau ins Kon­zept passt, sei umso bes­ser. So habe man sich auch schon die Unter­richts­me­tho­den in ande­ren „Bil­dung wächst“-Schulen ange­se­hen und eini­ge der Vor­trä­ge von Bil­dungs­ex­per­ten besucht. Die Volks­schu­le Schwarzau nimmt sich nun aus allen Berei­chen das, was für die Schü­ler am bes­ten funk­tio­niert. „Wir wol­len die Lern­freu­de durch ein brei­tes Ange­bot der Wis­sens­ver­mitt­lung erhal­ten“, so die Direktorin.

Natür­lich sei das ein Mehr­auf­wand, aber das Ergeb­nis spre­che ein­deu­tig für sich. Das merkt man auch, wenn man mit den Schü­lern spricht. Mit Begeis­te­rung erklä­ren sie, wie selb­stän­dig sie Lern­in­hal­te erar­bei­ten. Im Klas­sen­rat kön­nen sie ein­mal pro Woche ihre Wün­sche depo­nie­ren und in der „Stolz­wol­ke“ im Lern­ta­ge­buch beson­ders erfreu­li­che Erin­ne­run­gen fest­hal­ten. Und wenn ein­mal doch nicht alles so läuft, wie man will, und ein Streit droht, dann trifft man sich auf einem Tep­pich und erar­bei­tet eine gemein­sa­me Lösung des Problems.

Ate­liers sind begehrt

Abwechs­lung in den Unter­richt kommt auch durch die Ate­liers. Die Leh­rer über­le­gen sich ein The­ma, und jeder Schü­ler kann sich sein Lieb­lings­ge­biet aus­su­chen. Klas­sen­über­grei­fend geht es dann an die pra­xis­ori­en­tier­te Wis­sens­ver­mitt­lung. Etwa auch in der For­scher- oder der Ernäh­rungs­werk­statt, wo Ler­nen ganz neben­bei pas­siert. „Natür­lich müs­sen auch bei uns die Leis­tun­gen der Schü­ler gemes­sen wer­den. Aber wir müs­sen uns zum Woh­le der Schü­ler wei­ter­ent­wick­len, und daher ist es wich­tig, neue Ansät­ze zu fin­den. Die Begeis­te­rung über die Lern­er­fol­ge ist groß, und unse­re Schü­ler kön­nen durch die vie­len Mög­lich­kei­ten, sich Wis­sen rela­tiv selb­stän­dig anzu­eig­nen – natür­lich immer in Bege­lei­tung eines Leh­rers – sehr kon­zen­triert arbei­ten“, so Leitner.

Fotos: Ingrid Lang