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Der Som­mer ruft …

von | Jun 20, 2018 | Gar­ten

Die Gril­len zir­pen am Abend, ver­ein­zel­te Glüh­würm­chen wur­den schon gese­hen, und so manch laue Nacht lässt uns lan­ge im Gar­ten ver­wei­len – es beginnt die schöns­te Zeit im Gar­ten! Die Blü­ten­stau­den blü­hen mit den Rosen um die Wet­te! Es ist eine Zeit, um den Gar­ten zu bewoh­nen – dafür pflegt und hegt man ihn ja schließ­lich das gan­ze Jahr! Aber trotz­dem bleibt eini­ges zu tun:

Die letz­te Rasen­dün­gung mit einem guten orga­ni­schen Lang­zeit­dün­ger wird jetzt fäl­lig. Der Boden muss sich mit Nähr­stof­fen anrei­chern und unse­re Hel­fer – die Boden­or­ga­nis­men – brau­chen Fut­ter. Im Gemü­se­gar­ten wächst alles gut vor sich hin. Toma­ten wer­den aus­ge­geizt (man ent­fernt die Sei­ten­trie­be, die aus den Blatt­ach­seln kom­men), Klet­ter­boh­nen schlin­gen sich hur­tig auf ihre Rank­hil­fen, und es gibt in den meis­ten Gär­ten Salat in Hül­le und Fül­le. Hier darf man nicht ver­ges­sen, recht­zei­tig klei­ne Men­gen fri­scher Jung­pflan­zen nach­zu­set­zen. Die Kohl­weiß­lin­ge flie­gen wie­der! So hübsch die klei­nen wei­ßen Fal­ter anzu­se­hen sind, wenn sie in klei­nen Grup­pen im Gemü­se­gar­ten her­um­flat­tern – ihre gel­ben Eiab­la­gen an der Blatt­un­ter­sei­te der Kohl­ge­wäch­se bzw. die sich dar­aus ent­wi­ckeln­den Rau­pen ver­ur­sa­chen Kahl­fraß und kön­nen sogar grö­ße­re Pflan­zen zum Abster­ben brin­gen. Am bes­ten sucht man die Pflan­zen regel­mä­ßig ab und ent­fernt die klei­nen, gel­ben Eige­le­ge – bevor sie zu wahr­lich gefrä­ßi­gen Rau­pen werden.

Alle Bee­te soll­ten jetzt gut gemulcht sein. Das spart jede Men­ge Gieß­was­ser, ver­hin­dert eine zu star­ke Ver­unkrau­tung und schützt den frucht­ba­ren Boden vor Stark­re­gen!  Erd­bee­ren locken in den Beer­engar­ten, und die ers­ten Ribi­sel und Sta­chel­bee­ren rei­fen. Nach der Ern­te kön­nen alte (dunk­le) Trie­be knapp über dem Boden ent­fernt wer­den. Eine klei­ne Gabe gut ver­rot­te­ten Kom­pos­tes unter­stützt den Neu­aus­trieb der jun­gen Trie­be. Bee­ren­sträu­cher kann man gut mit gro­ben Hack­schnit­zeln mul­chen.  Eine Unter­pflan­zung mit Wald­erd­bee­ren sieht sehr hübsch aus, und auch wenn nie wirk­lich viel zu ern­ten ist – geschmack­lich sind sie unübertroffen!

In den Schwimm- und Gar­ten­tei­chen wach­sen die Faden­al­gen heu­er beson­ders gut. Der nähr­stoff­rei­che Saha­ra­sand sorgt gemein­sam mit den reich­li­chen Blü­ten­pol­len der ver­gan­ge­nen Mona­te für einen hohen Nähr­stoff­ge­halt im Was­ser – Faden­al­gen lie­ben das! Am bes­ten ent­fernt man sie mecha­nisch: Sie las­sen sich gut auf Stö­cken auf­rol­len oder mit den Hän­den sanft abfi­schen. Faden­al­gen sind ein natür­li­cher Bestand­teil jeden Tei­ches. Ent­fernt man sie, ent­fernt man auch Nähr­stof­fe. Als Mulchma­te­ri­al auf Gemü­se­bee­ten ver­sor­gen sie den Boden mit wert­vol­len Mine­ral­stof­fen. Wo es geht, soll­te man eini­ge Pols­ter im Teich belas­sen: Libel­len brau­chen die­se grü­nen Pols­ter, um ihre Gele­ge abzu­le­gen. Wo man sie nicht haben möch­te, soll­te man sie recht­zei­tig ent­fer­nen, ehe sie sich an Stei­nen und Kie­seln festkrallen.

Auf den – vor allem älte­ren Pflas­ter­flä­chen – kön­nen Unkräu­ter jetzt zur Pla­ge wer­den. Sie mit Fugen­krat­zer oder Schrau­ben­zie­her auf Knien zu ent­fer­nen macht wenig Freu­de. Hier haben sich Gas-Fläm­mer oder Flä­chen­damp­fer bewährt. Sie bren­nen die unge­lieb­ten Kräu­ter rest­los ab oder ver­nich­ten sogar die Wur­zeln durch ein­drin­gen­den, hei­ßen Was­ser­dampf. Die meis­ten Gerä­te sind sehr benut­zer­freund­lich und scho­nen mit ihren lan­gen Lan­zen den Rücken.

Ich wün­sche Ihnen in die­ser schö­nen Jah­res­zeit aber auch viel Ruhe und Ent­span­nung im Gar­ten – sei es im Lie­ge­stuhl oder in gesel­li­ger Run­de! Genie­ßen wir unse­re Gär­ten – dafür haben wir sie ja schließ­lich angelegt!

Ihre Gärt­ner­meis­te­rin
Ger­lin­de Blauensteiner