Obsta­cle Course Races haben mil­itärischen Ursprung. Auch die Spar­tan Races, die in 25 Län­dern stat­tfind­en. / Fotos: Sportograf.com

Raus aus der Schule und rein in den Gatsch

von | Jun 20, 2018 | Archiv

Markus Simon aus Kirch­schlag ist 22 Jahre alt, gel­ern­ter Mau­r­er, derzeit Schüler an der HTL Mödling und ver­bringt seine Freizeit gerne mit Spaziergän­gen, Kochen und Handw­erken. Und er kämpft sich regelmäßig durch diverse Extrem-Hin­dernisläufe. Wir sprachen mit ihm über seine Moti­va­tion, sich durch den Schlamm zu kämpfen.

Bote: Wie sind Sie über­haupt zum Extrem-Hin­dernislauf gekommen?

Markus Simon: Aufmerk­sam auf diese Sportart wurde ich vor rund einem Jahr, als ein Fre­und meinte: „Komm, lass uns das mal pro­bieren.“ Bis dato hat­te ich keine Ahnung was es über­haupt mit dieser Sportart auf sich hat, also habe ich mich mal darüber informiert und erkan­nte schnell, dass es eine neue Her­aus­forderung für mich ist, der ich mich stellen möchte.

Bote: Was war dabei Ihre bish­er größte Herausforderung?

Simon: Die größte Her­aus­forderung für mich war, in den Lauf­s­port hineinzukom­men. Bis vor einem Jahr habe ich kein­er­lei Aus­dauer­sport betrieben, und ich fing qua­si von Null an. Die weit­ere Her­aus­forderung ist nicht nur, zügig laufen zu kön­nen, zügig Hin­dernisse zu bewälti­gen, son­dern auch ordentlich Höhen­meter in den Boden zu stampfen, weil bei den Ren­nen hat man zu 95 Prozent immer mehrere hun­dert Höhen­meter dabei, bei Ren­nwoch­enen­den sog­ar mehrere tausend, und da einen Rhyth­mus zu find­en und den zu hal­ten, erfordert reich­lich Training.

Bote: Welche Ziele haben Sie für die kom­menden Rennen?

Simon: Ich würde mich als „Ergei­zler“ beze­ich­nen und stecke mir von Haus aus immer sehr hohe Ziele, deswe­gen ist dieses Jahr mein erstes richtiges Ren­n­jahr mit 40 Ren­nen in neun ver­schiede­nen Ländern.

High­light wird die im Juli stat­tfind­ende Europameis­ter­schaft in Morzine, Frankre­ich, wo ich bei drei Ren­nen an den Start gehen werde. Mein wom­öglich härtestes Ren­nen wird im Sep­tem­ber in der Slowakei stat­tfind­en, der Spar­tan Race Ultra. Das sind 50+ km mit über 5.500 Höhen­metern. Vor­ab weiß man aber nie die genaue Kilo­me­ter­an­zahl, son­dern hat immer nur Richtwerte, und somit kann es deut­lich länger aus­fall­en, jedoch nie kürz­er. Am darauf­fol­gen­den Woch­enende bin ich dann wieder in Obern­dorf in Tirol. Das Ren­nen ist eines der bekan­ntesten weltweit und zieht um die 10.000 Starter an.

Bote: Wie trainiert man für diese Extrem-Rennen?

Simon: Ich ver­suche so oft wie möglich, bei uns im Ort zu trainieren, rund um die Bur­gru­ine laufe ich kreuz und quer, auf und ab, damit die Beine auch ein paar Höhen­meter zu spüren bekom­men, und anschließend wird im Garten an dem einen oder anderen nachge­baut­en Hin­der­nis geübt. Gelaufen wird in der Regel zwis­chen 30 und 60 Kilo­me­ter in der Woche. Regelmäßig gehe ich ins SGZ-Aspang, wo ich mich dann aufs Lauf­band begebe oder mich in der Cross­fit Box aus­powere. Trainiert wird sechs Tage die Woche mit einem genau vorgeschriebe­nen Train­ings­plan, was teil­weise müh­sam ist. Meis­tens habe ich dadurch einen 18-Stun­den-Tag, damit Train­ing und Schule unter einen Hut passen.

Bote: Wie kön­nen andere, die an dieser Sportart inter­essiert sind, am besten anfangen?

Simon: Das Beste für den Anfang ist, ein­mal laufen zu gehen, denn es ist eine Laufver­anstal­tung, und somit ist das die größte Her­aus­forderung für die meis­ten Men­schen. Wenn man zusät­zlich eventuell noch Kraft­sport, Freelet­ics oder Cross­fit betreibt, ist dies sich­er kein schlechter Ansatz. Bei Inter­esse kann man mich auch gerne kon­tak­tieren (simon-​markus@​gmx.​at), damit man gemein­sam trainiert. In St.Pölten gibt es außer­dem das „Ele­men­tics OCR-Train­ing-Sys­tem“, das erste Train­ings­gelände für den OCR-Sport in Öster­re­ich, wo unser Vere­in „union dirtrun.company“ immer zahlre­ich vertreten ist.