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Sie machen Jagd auf die Energie-Fresser

von | Jul 18, 2018 | Archiv

Nur wer die gro­ßen Ener­gie­ver­brau­cher kennt, kann ihnen auch Ein­halt gebie­ten. In den Gemein­den sind das zumeist die Ener­gie­be­auf­trag­ten, die wis­sen, was wie viel ver­braucht und war­um. So kön­nen sie auch schnell erken­nen, wenn etwas nicht stimmt oder wo Ein­spa­run­gen nötig sind. 

Bund und Land füh­len den Gemein­den auf den Zahn, wenn es um deren Ener­gie­ver­brauch geht. Mit dem Ener­gie­ef­fi­zi­enz­ge­setz des Lan­des von 2012 wur­den zwei Neue­run­gen ein­ge­führt: Jede Gemein­de muss einen Ener­gie­be­auf­trag­ten haben und eine Ener­gie­buch­hal­tung füh­ren. Mar­tin Hel­ler, der für die NÖ Ener­gie­be­ra­tung auch kos­ten­lo­se Bera­tun­gen anbie­tet, hat den Pro­zess von Anfang an beglei­tet. Zunächst für die Kli­ma- und Ener­gie­mo­dell­re­gi­on Buck­li­ge Welt, dann auch um bei der Ein­hal­tung der Vor­ga­ben des Lan­des zu hel­fen. „Davor war ein­fach nicht bekannt, was in den Gemein­den an Ener­gie ver­baucht wird. Heu­te hat der Groß­teil der Gemein­den in der Buck­li­gen Welt und im Wech­sel­land einen Ener­gie­be­auf­trag­ten, der Ein­blick in das The­ma hat“, so Heller.

Sein Fazit: Jene Gemein­den, die sich ernst­haft mit dem The­ma Ener­gie­buch­hal­tung aus­ein­an­der­set­zen, sind ein­stim­mig davon über­zeugt, dass es etwas gebracht hat. Oft sind es Gemein­de­be­diens­te­te, die für das Ener­gie­the­ma zustän­dig sind. Petra Trett­ler aus Trat­ten­bach ist Amts­lei­te­rin und Ener­gie­be­auf­trag­te. „Durch die Ener­gie­buch­hal­tung wur­de plötz­lich ein erhöh­ter Ver­brauch der Hei­zung in der Schu­le fest­ge­stellt. Ein kaput­ter Außen­füh­ler konn­te rasch als Übel­tä­ter iden­ti­fi­ziert wer­den. Klei­ne Ursa­che – gro­ße Wir­kung. Ohne Ener­gie­buch­hal­tung hät­te das viel mehr gekos­tet“, ist sie überzeugt.

Spit­zen­ver­brau­cher

Auch für Anna Grad­wohl und Chris­ti­an Grill von der Gemein­de Hol­len­thon ergibt die Ener­gie­buch­hal­tung Sinn: „Die jähr­li­che Sit­zung eines Ver­eins mit Strom­hei­zung im Ver­eins­lo­kal führ­te zu ekla­tan­ten Ver­brauchs­spit­zen, die nur durch die Ener­gie­buch­hal­tung auf­ge­fal­len sind. Seit­her fin­det die Sit­zung im ört­li­chen Gast­haus statt – eine Win-win-Situation.“

Wer weiß, was ver­braucht wird, kann aber auch ent­spre­chen­de Ver­bes­se­rungs­vor­schlä­ge machen. So gesche­hen in Hoch­neu­kir­chen, wo Han­nes Lucker­bau­er Ener­gie­be­auf­trag­ter ist. Auf­grund der Ener­gie­buch­hal­tung wur­den ver­stärkt PV-Anla­gen auf den Klär­an­la­gen der Gemein­de errich­tet, weil klar dar­ge­stellt wer­den konn­te, dass eine schö­ne Ren­ta­bi­li­tät gege­ben ist. „Wir zah­len durch­schnitt­lich 1.800 Euro weni­ger für Strom pro Jahr“, so Luckerbauer.

Auch in Kat­zels­dorf wur­de man durch die auf­merk­sa­me Ener­gie­be­auf­trag­te Mar­ti­na Kien­bink auf ein Pro­blem auf­merk­sam: „Ein stark erhöh­ter Was­ser­ver­brauch im Muse­um wäre uns wohl erst viel spä­ter auf­ge­fal­len, wenn wir kei­ne Ener­gie­buch­hal­tung hät­ten. Schuld war eine defek­te WC-Spü­lung. Auch ein Defekt an der Wär­me­pum­pen­hei­zung im Kin­der­gar­ten wur­de rasch erkannt, weil der Ener­gie­ver­brauch unge­wöhn­lich erschien. Wir waren bei den Ers­ten in NÖ dabei, die eine Ener­gie­buch­hal­tung ein­ge­führt haben, und das hat uns schon eini­ges an Geld gespart.“

Ener­gie­spa­rer

„Auf­grund der ein­deu­ti­gen Daten­la­ge der Ener­gie­buch­hal­tung konn­te die Dach­bo­den­däm­mung in der alten Schu­le Kir­chau und am Bau­hof gut argu­men­tiert wer­den“, weiß der ehe­ma­li­ge Ener­gie­be­auf­trag­te der Gemein­de Warth, Josef Kerschbaumer.

In Edlitz und in Hoch­wol­kers­dorf konn­te jeweils eine Men­ge Ener­gie gespart wer­den, weil klei­ne Defek­te, die sonst nicht auf­ge­fal­len wären, beho­ben wer­den konn­ten. Und auch Man­fred Brand­stät­ter aus Krum­bach kann einen Effekt der Buch­hal­tung erken­nen: Die Sinn­haf­tig­keit der Sanie­rung der Stra­ßen­be­leuch­tung ist so ein­deu­tig erkennbar.“