Foto: © Ingo Bar­tus­sek – stock.adobe.com

Der Som­mer ist ins Land gezo­gen und wir ver­brin­gen viel Zeit im Frei­en. Eine gro­ße Berei­che­rung bei den Spa­zier­gän­gen durch den Gar­ten ist der Beer­engar­ten. Die Anla­ge und Pfle­ge ist eigent­lich ganz einfach:

Erd­bee­ren:

Beson­ders pfle­ge­leicht sind Wald- und Monats­erdbee­ren, die geschmacks­in­ten­siv und anspruchs­los in fast jedem Gar­ten­bo­den wach­sen. Tro­cke­ne Böschun­gen oder der Gehölz­rand vor Hecken las­sen sich im Nu in ein Wald­erd­beer-Para­dies ver­wan­deln. Die Gar­ten- oder Ana­na­serdbee­re ist groß­fruch­tig, saf­tig-süß und eig­net sich sowohl zum Frisch­ver­zehr als auch zum Ein­ko­chen. Sie liebt tief­grün­di­gen, humo­sen Gar­ten­bo­den mit aus­rei­chend Nähr­stoff­ver­sor­gung. Zu viel des Guten mag sie nicht – die Pflan­zen wer­den sonst von Pilz­krank­hei­ten geplagt.

Ribisel/​Johannisbeeren:

Die­se robus­ten mit­tel­ho­hen Bee­ren­sträu­cher waren in der Nach­kriegs­zeit in wohl jedem Gar­ten zu fin­den. Nach­dem sie damals haupt­säch­lich zur Her­stel­lung von Saft und Mar­me­la­den genutzt wur­den, gerie­ten sie in Ver­ges­sen­heit. Dabei kön­nen die klei­nen säu­er­li­chen Bee­ren auch zu vit­amin­rei­chen Des­serts ver­ar­bei­ten wer­den und gel­ten als wert­vol­le Zutat für Müs­li. Ribi­sel (gelb, rot oder schwarz) stel­len kei­nen hohen Anspruch an den Boden, aus­rei­chend Son­ne hebt den Zucker­ge­halt. Sie wur­zeln sehr flach und ver­tra­gen Boden­be­ar­bei­tung schlecht. Bewährt hat sich eine Unter­pflan­zung aus klein­fruch­ti­gen Erdbeeren.

Him­bee­ren:

Grund­sätz­lich sind sie anspruchs­los, wenn genug Son­ne vor­han­den ist. Schwie­rig ist das Wuchs­ver­hal­ten – sie wan­dern her­um und sind schwer in ordent­li­chen Rei­hen zu hal­ten. Eine Him­beer­pflan­zung wirkt immer ein wenig unor­dent­lich und ist ins har­mo­ni­sche Gar­ten­bild schwer zu inte­grie­ren. Im gut durch­dach­ten Beer­engar­ten ist es ein­fach: Hin­ter der geord­ne­ten halb­ho­hen Hecke aus Ribi­sel- und Sta­chel­bee­ren kann sie an war­men, son­ni­gen Stand­or­ten vor sich hin­wu­chern und belohnt uns mit gesun­den Bee­ren. Man unter­schei­det Him­bee­ren, die am ein­jäh­ri­gen Holz fruch­ten (Ern­te im Herbst, star­ker Rück­schnitt im Früh­ling), und sol­chen, die am bes­ten auf zwei- bis drei­jäh­ri­gem Holz Bee­ren tra­gen. Hier wer­den nur die ältes­ten, abge­stor­be­nen Trie­be entfernt.

Gar­ten­hei­del­bee­ren:

In einer Regi­on vol­ler Wald­hei­del­bee­ren könn­te man mei­nen, man brau­che die Gar­ten­hei­del­bee­re nicht. Da sie sich im Geschmack aber stark unter­schei­den, hat auch das zier­li­che halb­ho­he Gehölz eine Berech­ti­gung im Beer­engar­ten. Wie alle Bee­ren sehr gesund, zeich­net sich die Gar­ten­hei­del­bee­re durch ihre kup­fer­ne Herbst­fär­bung aus. Durch die Aus­pflan­zung meh­re­rer Sträu­cher sichert man eine aus­rei­chen­de Befruch­tung. Gar­ten­hei­del­bee­ren füh­len sich auch in vol­ler Son­ne wohl, wenn der Boden feucht ist.
Stachel‑, Honig‑, Goji- oder Brom­bee­ren fin­den hier lei­der kei­nen Platz mehr. Ich emp­feh­le ein gutes Fach­buch zum The­ma Beerengarten.

Herz­lichst, Ihre Gärt­ner­meis­te­rin
Ger­lin­de Blauensteiner