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Nach dem kühlen Früh­som­mer klet­tern die Tem­per­a­turen langsam auf über 30° C und wir kön­nen die Zeit im Garten so richtig genießen! Viele Garte­nar­beit­en gehen jet­zt neben­bei, weil man so oder so jeden Tag draußen ist.

Trotz der Trock­en­heit im Früh­ling war der erste Blüten­flor der Rosen prächtig. Nach der Blüte sollte man alle Rosen stark zurückschnei­den – hier­bei nicht nur die vertrock­neten Blüten, son­dern wirk­lich gut ein Drit­tel der Pflanze einkürzen! Man schnei­det dabei auf eine Blat­tach­sel, die nach außen zeigt, damit sich die neuen Triebe luftig anord­nen. Rosen genießen um diese Zeit eine san­fte Dünger­gabe. Beson­ders Schachtel­halm­jauche tut ihnen gut und stärkt gegen Pilzkrankheiten.

Bewässern ist jedes Jahr ein großes The­ma in den heißen Monat­en. Große, dafür sel­tene Wasser­gaben ermuntern die Pflanzen, tief zu wurzeln und sich so gegen Trocken­zeit­en bess­er zu schützen. Bei den Blu­men in Trö­gen, Kisterl und Gefäßen sollte ab August gedüngt wer­den, damit der prächtige Blüten­flor dicht bis in den Herb­st kommt. Am besten eignen sich flüs­sige Han­dels­dünger, die in kleinen Men­gen immer dem Gießwass­er zugegeben werden.

Bei stark­er Hitze sollte sel­ten gemäht wer­den. Der Rasen wächst jet­zt so oder so langsamer. Die län­geren Halme schat­tieren den Boden und ver­hin­dern zu starke Aus­trock­nung. Auch wenn man Rasen­flächen gießen will, sollte man das sel­ten und dafür durch­drin­gend tun – damit die Gräs­er angeregt wer­den, tief zu wurzeln.

Die Beeren­ernte ist voll im Gange! Ribisel und Stachel­beeren kann man bei der Gele­gen­heit auch gle­ich etwas aus­licht­en. Das helle Holz wird immer bevorzugt, die alten dun­klen Triebe soll­ten regelmäßig reduziert wer­den. Auch die Beeren freuen sich über eine san­fte Dünger­gabe und leg­en als Flach­wur­zler auf gut bedeck­ten Boden beson­deren Wert.

Im Gemüsegarten sind derzeit regelmäßige Pflegear­beit­en zu tun. Bei Tomat­en ist es sin­nvoll, die Pflanzen auszugeizen. Man schnei­det die kurzen Triebe, die sich ober­halb der Blät­ter aus der Blat­tach­sel bilden, ein­fach weg. Tomat­en set­zen nur am Haupt­stamm starke Frucht­triebe an. Eine kräftige Gabe aus selb­st gemachter Brennnes­sel­jauche stärkt die Pflanzen (Verdün­nung 1:10).

Die Kohlpflanzen (Kraut, Brokkoli, Karfi­ol, Kohlsprossen) muss man regelmäßig auf Kohlweißlingsrau­pen und deren Eier (klein, gelb) absuchen. Die Rau­pen sind sehr gefräßig und kön­nen ern­sthaften Schaden anricht­en. Auch Kohlgemüse ist als Starkzehrer über jede Art von Nahrung dankbar. Kom­post, Pflanzen­jauchen oder hochw­er­tiger Biodünger hil­ft ihnen jet­zt sehr.
Die Sch­neck­en set­zen uns – später als son­st, aber jet­zt so richtig – zu. Ich habe mich für täglich­es, händis­ches Absam­meln entsch­ieden und komme so auch gle­ich zu einem schö­nen Garten­rundgang zweimal am Tag! Wenn man das Absam­meln sportlich sieht, ist es gar nicht so schlimm – denn der Erfolg ist gewiss!

Wer gerne grillt, kann Gril­lkohlereste und Asche aus dem Lager­feuer als wertvollen Zusatz zum Kom­post geben. Asche enthält viel Kali­um – ein wichtiger Pflanzen­nährstoff, der für Zwiebel­gewächse beson­ders wichtig ist.

Der Som­mer im Garten ist aber nicht nur zum Arbeit­en gedacht – im Gegen­teil! Es ist vor allem auch die Zeit, um Fre­unde einzu­laden, Gäste im Garten zu bewirten und die heißen Tage mit einem guten Buch im Schat­ten der Bäume zu ver­brin­gen. Ich wün­sche Ihnen entspan­nte Tage und viele laue Abende im Garten!

Her­zlichst, Ihre Gärt­ner­meis­terin
Ger­linde Blauensteiner