Foto: Hru­by

Johann „Hans“ Schnabl ist ein Bad Erla­cher Ori­gi­nal. Der Fahr­rad­ex­per­te ist weit über die Gren­zen der Ther­men­ge­mein­de hin­aus bekannt. Vie­le Jah­re hat­te er in Bad Erlach ein Fahr­rad­ge­schäft samt aus­ge­zeich­ne­tem Repa­ra­tur­ser­vice betrie­ben. Das Geschäft und die Werk­stät­te hat er bereits an sei­nen Sohn Hans Schnabl II über­ge­ben, die Begeis­te­rung für Draht­esel ist ihm aber geblieben.

Was nur weni­gen Men­schen bekannt sein dürf­te: Der Bad Erla­cher ver­fügt über eine ansehn­li­che Samm­lung his­to­ri­scher Fahr­rä­der. Mit sei­ner umfang­rei­chen Samm­lung stößt er schon seit Län­ge­rem an die Gren­zen der Lager­ka­pa­zi­tät – der Dach­bo­den und sämt­li­che Neben­räu­me sei­nes Pri­vat­hau­ses sind schon längst voll. Ande­re Lager­räum­lich­kei­ten hat er angemietet.

Die Lei­den­schaft und das Inter­es­se für his­to­ri­sche Fahr­rä­der beglei­ten Hans Schnabl schon seit sei­nem 16. Lebens­jahr. Damals woll­te er bei einem Okto­ber­fest in sei­ner Hei­mat­ge­mein­de an einem Umzug teil­neh­men und bau­te sich selbst ein Hoch­rad. Mitt­ler­wei­le besitzt er drei Ori­gi­na­le – das Prunk­stück ist ein Hoch­rad der Mar­ke Kohout aus dem Jahr 1886.

Schnab­ls Toch­ter Clau­dia teil­te lan­ge Zeit sein Inter­es­se für das Hoch­rad­fah­ren und wur­de 1996 öster­rei­chi­sche Staats­meis­te­rin im Hoch­rad­fah­ren. Vater und Toch­ter tra­ten auch gele­gent­lich bei ver­schie­de­nen Ver­an­stal­tun­gen in Erschei­nung – stil­echt in his­to­ri­scher Kleidung.

Hans Schnabl ver­band schließ­lich sein Hob­by mit dem Beruf. Er schloss eine Leh­re als Moped- und Rad­me­cha­ni­ker ab. Das Inter­es­se für die Ent­wick­lung der Tech­nik auf dem Zwei­rad-Sek­tor beglei­tet ihn schon durch sein gan­zes Leben.

Die Schnabl’sche Samm­lung an Fahr­rä­dern umfasst die unter­schied­lichs­ten Model­le. Mitt­ler­wei­le fin­den sich auch Kin­der­fahr­rä­der und Rol­ler in der Samm­lung. Beson­ders stolz ist der Bad Erla­cher Samm­ler auch auf ein Rad der Mar­ke Puch aus dem Jahr 1902.

Auch ganz spe­zi­el­le Kurio­si­tä­ten befin­den sich in der Samm­lung Hans Schnab­ls – so besitzt er Abzei­chen der his­to­ri­schen Erla­cher Rad­renn­bahn sowie Wer­be­pla­ka­te diver­ser Fahr­rad­her­stel­ler oder ver­schie­de­ne his­to­ri­sche Kle­beu­ten­si­li­en zum Fli­cken von Fahr­rad­schläu­chen. Auch Blech­spiel­zeug zum The­ma Rad­fah­ren oder klei­ne Skulp­tu­ren fin­den sich in der Sammlung.

Hans Schnabl hat wenig Kon­takt zu ande­ren Samm­lern, und das eigent­lich nur aus Zeit­man­gel. Sel­ten ver­kauft er ein Rad aus sei­ner Samm­lung. Selbst­re­dend restau­riert sich der Fahr­rad­freak sei­ne Sam­mel­stü­cke selbst und bringt so manch altes Rad auf Hoch­glanz – und wer könn­te das bes­ser als er!

In vie­len von uns steckt die Lei­den­schaft fürs Sam­meln. Wir stel­len in unse­rer Serie jene Men­schen aus der Regi­on vor, die sich im Lau­fe der Jah­re einen ganz beson­de­ren Schatz zusam­men­ge­tra­gen haben.