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Dieser Sommer hat viele Rekorde gebrochen. Hohe Temperaturen und eine lange trockene Phase haben unseren Gärten ziemlich zugesetzt. Wer genug Wasser zur Verfügung hatte, konnte sich über eine lange Schönwetterphase freuen. In der Buckligen Welt kommen jetzt schon die kühlen Nächte und unsere Gärten können sich erholen. Im „Altweibersommer“ ist einiges zu tun:

Am schlimmsten hat es wohl die Rasenflächen erwischt. Vielerorts sind die Flächen teilweise komplett vertrocknet. Die feinen Rasengräser des „englischen Rasens“ können so eine Hitze ohne Bewässerung nicht überstehen. Auf sehr sonnigen Flächen kann man sich überlegen, ob man nicht auf Kräuterrasen umstellt. Die vielen verschiedenen Pflanzen der Kräuterrasenmischungen wurzeln tiefer und der Wasserbedarf ist viel geringer. Sie regenerieren sich schneller und dienen zusätzlich den Insekten als wichtige Nahrungsgrundlage. Auf Flächen, die nicht stark strapaziert werden, ist Kräuterrasen eine wirklich gute Alternative. Bei großer Hitze wird nicht so tief gemäht und die Pflanzen beschatten so zusätzlich den Boden. Die beste Zeit für die Anlage eines Kräuterrasens ist der September. Die guten Bodentemperaturen gewährleisten eine rasche Keimung und die kühlen Nächte bringen schon etwas Feuchtigkeit.

Hecken, Rosen und Beete mit mehrjährigen Blütenstauden haben die Trockenheit ganz gut überstanden, wenn sie gemulcht waren. Eine Schicht Hackschnitzel unter den Sträuchern und Gartenfaser in den Beeten machen einfach Sinn. Mulch schützt den Boden vor Austrocknung und ermöglicht es den Bodenlebewesen, auch bei wenig Niederschlag zu arbeiten. In trockenen Lagen empfiehlt sich zusätzlich eine Tropfbewässerung. Durch die langsame Wasserabgabe geht kein Wasser verloren und es gelangt auch wirklich zu den Wurzeln. Tropfbewässerungen sind wassersparend, frostfest und günstig in der Anschaffung.

Im Gemüsegarten können wir uns, wenn genug bewässert und die Flächen gut gemulcht wurden, über reiche Ernte freuen! Seit vielen Jahren sind Paprika, Melanzani und Tomaten nicht mehr so gut gewachsen! In den kühlen Nächten, die jetzt kommen, freuen sich die Pflanzen über Schachtelhalm-Jauche (oder Schachtelhalm-Präparate aus dem Handel), um Pilzinfektionen vorzubeugen. Auf Beeten, die schon abgeerntet worden und frei sind, können Mangold, Vogerlsalat und Spinat ausgesät werden. Bei Zuckerhut und Endivie setzt man besser junge Pflänzchen. 

Die Schwimm- und Gartenteiche haben bei den hohen Wassertemperaturen vermehrt Algen angesetzt. Das ist ein natürlicher Vorgang (weil Wärme Nährstoffe freisetzt, die im kalten Wasser gebunden bleiben) und es hilft nur, abzukeschern, abzusauen und evtl. mit Mikroorganismen zu unterstützen. Die Unterwasserpflanzen sollten jetzt auf die Hälfte eingekürzt werden. Seerosen blühen schöner, wenn man kranke Blätter auspflückt.

Den Sommer 2026 werden wir wohl noch lange im Gedächtnis behalten. Nützen wir die Hitzekrise, um gut über unsere Gärten nachzudenken. Wir werden Schritt für Schritt auf hitzetolerante Pflanzen umstellen müssen. So ein Prozess darf dauern, man sollte ihn aber zeitgerecht beginnen.

Ich wünsche Ihnen einen angenehmen und schönen „Altweibersommer“ im Garten!

Herzlichst, Ihre Gärtnermeisterin
Gerlinde Blauensteiner

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